Besonderer Chemieunterricht
Zwei Minuten bis zum Flash-Over

Lüdinghausen -

Mitarbeiter der Feuerwehr Lüdinghausen haben Schüler des St.-Antonius-Gymnasiums besucht.

Freitag, 18.03.2016, 12:03 Uhr

Eine besondere Chemiestunde erlebten Siebtklässler des St.-Antonius-Gymnasiums: Mitglieder der Feuerwehr machten es möglich.
Eine besondere Chemiestunde erlebten Siebtklässler des St.-Antonius-Gymnasiums: Mitglieder der Feuerwehr machten es möglich. Foto: St. Antonius Gymnasium

Mario Mentel von der Feuerwehr Lüdinghausen stellte jetzt in der Klasse 7 des Antonius-Gymnasiums die Arbeit der Feuerwehr rund um das Brand-Dreieck „Brennbarer Stoff“, „Zündtemperatur“ und „Sauerstoff“ vor. Dieser besonderen Chemiestunde hatten die Schülerinnen und Schüler mit Spannung entgegengesehen, hatten sie doch schon im Chemieunterricht Fachwissen über Feuer, Verbrennung und die Rolle von Sauerstoff erlangt, so dass sie kompetent den Erklärungen des Gastes folgen konnten.

Welche Löschstrategien verfolgt die Feuerwehr? Wie verhält man sich im Brandfall? Besonders eindrucksvoll war der Lehrfilm zu einem Wohnungsbrand: Nicht einmal Chemielehrerin Meike Klingauf hatte gewusst, dass es nur etwas mehr als zwei Minuten dauert, bis aus einer achtlos liegengelassenen Zigarette ein Zimmerbrand entsteht, bei dem die Hitze so stark wird, dass sich sämtliche Möbelstücke augenblicklich unter Bildung von Stichflammen von selbst entzünden. Dies ist der sogenannte Flash-Over. Die Schüler verstanden sofort, dass die Rettung einzig durch Brandmelder, die in Schlafzimmern und Rettungswegen installiert werden, kommen kann.

Nach den theoretischen Erläuterungen ging es in die Praxis. Eine brennende Friteuse mit Wasser zu löschen? Keine gute Idee. Auf dem Schulhof wurde ein solch verunglückter Löschversuch demonstriert. Verheerend, wie das sofort zum Kochen gebrachte Löschwasser die brennenden Fetttröpfchen als Mini-Feuergeschosse verteilte. Eine Löschdecke, wie sie auch in allen Chemieräumen vorhanden ist, erstickte hingegen den Fettbrand rasch.

Aber schafften die Siebtklässler es auch selbst, einen Brand zu löschen? Klar! Jeder durfte unter Anleitung von Mario Mentel und dem jungen Kollegen Florian Ast mit dem Feuerlöscher auf einen Gasbrand zielen und diesen löschen. Obwohl so ein Feuerlöscher mehr Gewicht hat als vermutet, haben es alle gut geschafft, heißt es im Pressebericht der Schule.

Auch wenn hier für die Schülerinnen und Schüler in erster Linie der Spaß im Vordergrund gestanden habe, hätten sie doch die Bedeutung der Chemie für bestimmte Berufe und im Gegenzug die Wichtigkeit dieser chemierelevanten Berufe für die Menschen erkannt. Ob der eine oder andere vielleicht bei der Jugendfeuerwehr aktiv werden möchte? Für die ist Mario Mentel in Lüdinghausen der Betreuer.

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