Rotarier fördern weltweiten Jugendaustausch
Völkerverständigung ist ein Leitziel

Lüdinghausen -

Fremdenhass, Grenzschließung, Integrationsverweigerung – Schlagworte wie diese haben die Lüdinghauser Rotarier darin bestärkt, die Völkerverständigung als eines der Leitziele der Weltorganisation mehr in den Mittelpunkt ihrer Clubarbeit zu rücken und neben der finanziellen Unterstützung von Flüchtlingssprachkursen vor allem ihren internationalen Schüleraustausch weiter auszubauen, heißt es in einer Pressemitteilung der Rotarier.

Dienstag, 29.03.2016, 19:03 Uhr

Sie trafen sich jetzt zu einem Erfahrungsaustausch: die beiden Schulleiter Michael Dahmen (Canisianum) und Elisabeth Hüttenschmidt (St.-Antonius.Gymnasium), die beiden Short-Term-Rückkehrer Lisa Richter und Justus Pape sowie die Rotary-
Sie trafen sich jetzt zu einem Erfahrungsaustausch: die beiden Schulleiter Michael Dahmen (Canisianum) und Elisabeth Hüttenschmidt (St.-Antonius.Gymnasium), die beiden Short-Term-Rückkehrer Lisa Richter und Justus Pape sowie die Rotary- Foto: Rotary Club Lüdinghausen

Der Club ermöglicht bereits seit vielen Jahren Schülerinnen und Schülern aus Lüdinghausen , Senden, Ascheberg, Olfen und Nordkirchen die Teilnahme am sogenannten Youth Exchange Programm von Rotary International – mit jährlich über 8000 Teilnehmern zugleich die größte nicht-kommerzielle Austauschorganisation weltweit. Beide Angebote – der sechswöchige Kurzaustausch (Short Term) wie auch der einjährige Long Term – sind darauf ausgerichtet, Jugendliche im Alter von circa 16 Jahren für andere Kulturen zu öffnen und ihnen das Selbstverständnis zu vermitteln, Botschafter des eigenen Landes zu sein.

Sieben Jugendliche aus dem In- und Ausland hatte der Club im vergangenen Jahr betreut. „Neun Jugendliche werden es wohl bis Ende dieses Jahres sein“, so Philipp Noll , designierter Club-Präsident 2016/2017, nicht ohne Stolz. Gemeinsam mit Jan Stimberg ist er im Club verantwortlich für den sogenannten Jugenddienst, der darüber hinaus die Vergabe von Auslandsstipendien, die Organisation von Nachwuchskräfteseminaren und die Betreuung internationaler Jugendcamps umfasst. „Jugenddienstler“ Stimberg erläutert die Aufgaben des Jugendaustausches für den Club: „Alles beginnt mit der sorgfältigen Auswahl der Bewerber.“ Wobei ihm wichtig ist zu betonen, dass Familienangehörige von Rotariern keine Bevorzugung genössen. „Entscheidend ist die charakterliche Eignung der Kandidaten“, so Stimberg. Diese zu erkennen, sei neben der intensiven Vorbereitung der Jugendlichen und der global eng vernetzten Organisation mit Clubanbindung in nahezu allen größeren Städten der Erde maßgeblicher Garant für den Erfolg.

Abbrüche und enttäuschte Rückkehrer gebe es praktisch nicht. „Dass die Gastfamilien in Deutschland und in den Zielstaaten von den jeweiligen Clubs nach strengen, abgestimmten Standards ausgesucht werden“, vermutet Stimberg als weiteren Grund für die positive Bilanz.

Stimberg, der selbst als Austauschschüler, Rotary-Stipendiat und Aktiver der Nachwuchsorganisation Rotaract den Weg zum Lüdinghauser Club gefunden hat, kann seine Begeisterung für den Jugendaustausch nicht verbergen: „Das Kennenlernen der Gastschüler aus aller Herren Länder, die unser Club zunächst bei den vielen behördlichen Formalitäten und dann bei der Vermittlung von Sprachkursen und Schulangeboten unterstützt, bereitet jedes Mal aufs Neue unglaublich viel Freude.“ Aber auch bei der Betreuung der Gastfamilien – außerhalb des Rotary-Clubs zumeist die Familien der Jugendlichen, die selbst am Austausch teilnehmen – lerne man viele nette, aufgeschlossene und weltoffene Menschen kennen.

Moderne Formen der Kommunikation mit den Jugendlichen sind inzwischen auch für die älteren Club-Mitglieder selbstverständlich, so die Rorarier in ihrer Mitteilung. Derweil sich die aktuellen Gastschüler Jennifer aus Simbabwe, Duda aus Brasilien und Franco aus Argentinien auf einer vom Rotary-Distrikt organisierten Europa-Reise befinden, hat der Club jetzt einen „Abend“ mit seinen Austauschschülern Nele Buskamp in Ecuador und Luca Pape in Aus­tralien via Skype veranstaltet, zu dem auch die Schulleiter der Lüdinghauser Gymnasien, Michael Dahmen und Elisabeth Hüttenschmidt, eingeladen waren.

„Stellvertretend wollten wir uns bei den Verantwortlichen der beiden aktuellen Gastschulen dafür bedanken, dass unsere Jugendlichen aus aller Welt dort seit vielen Jahren immer wieder mit offenen Armen und ganz unkompliziert aufgenommen werden“, so Noll und schmunzelnd fügt er hinzu: „Schön, dass unsere jungen Weltenbummler doch noch staunen können, wenn sie sich am anderen Ende der Welt beim dortigen Frühstücks-Skype unversehens ihren Schulleitern gegenübersehen.“

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