Die meisten Flüchtlinge in Lüdinghausen kommen aus Syrien:
Stadt erwartet weitere Zuweisungen

Lüdinghausen -

69 Flüchtlinge, die derzeit in Lüdinghausen leben, kommen aus Syrien. Iraker stehen mit 42 Personen an zweiter Stelle der Rangliste. Seit Beginn des Jahres ging die Anzahl der Flüchtlinge von 303 auf 286 zurück. Die Stadt erwartet allerdings, dass die Zahl der Zuweisungen wieder steigt.

Dienstag, 26.04.2016, 05:04 Uhr

Von der sprichwörtlichen „Ruhe vor dem Sturm“ wollte Berthold Hölscher , Fachbereichsleiter „Soziales“ der Stadt Lüdinghausen , in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für soziale Infrastruktur und Familienförderung nicht sprechen. Aber: „Der Wohnraum wird weiterhin begrenzt sein“, erläuterte er in seiner Zusammenfassung über die aktuelle Flüchtlingssituation. Er geht davon aus, dass Lüdinghausen weitere Zuweisungen bekommen wird. Aktuell bringt die Stadt Lüdinghausen 286 Personen unter – 17 Personen weniger als zu Beginn des Jahres.

Aus 28 verschiedenen Nationen kommen die Flüchtlingen, die derzeit in Lüdinghausen leben. Hölscher legte den Ausschussmitgliedern eine umfangreiche Statistik mit vielen Details vor. Danach kommen die meisten Flüchtlinge aus Syrien . Aus den anderen Ländern mit hoher „Bleibeperspektive“ kommen: Eritrea (2), Irak (42), Iran (16). Aus den als sicher eingestuften Herkunftsstaaten mit kaum einer Chance auf Asyl kommen: Albanien (27), Bosnien (6), Ghana (9), Kosovo (2), Mazedonien (18) und Serbien (3).

Dass die Zahl der Flüchtlinge seit Anfang des Jahres gesunken ist, liegt auch daran, das 21 Personen freiwillig ausgereist sind, 14 abgeschoben wurden und zwölf Personen unbekannt „verzogen“ sind. Acht Personen verfügen mittlerweile über ein ausreichendes Einkommen und beziehen keine Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz, so Hölscher.

Dass seit Februar (mit Ausnahme von Familienzusammenführungen) keine weiteren Zuweisungen erfolgten, liegt daran, dass Großstädte ihr Aufnahme-Soll noch nicht erfüllt hatten und daher Flüchtlinge aufnehmen mussten. „Wie lange diese Pause aber noch anhält, ist ungewiss“, so Hölscher.

Darauf richtet sich die Stadt auch ein – beispielsweise mit dem Bau der Container an der Glatzer Straße. Die Stadt wird aber auch die aktuell als Notunterkunft genutzte Bundeswehr-Einrichtung in der Seppenrader Dorfbauerschaft übernehmen, kündigte die Verwaltung in der Sitzung an. Als Erstaufnahmeeinrichtung war sie für bis zu 150 Flüchtlinge ausgelegt. Wenn jedoch „regulär“ zugewiesene Personen darin untergebracht werden, ist lediglich Platz für etwa 50 Personen, so die Kalkulation der Verwaltung. Der Zeitpunkt der Übernahme ist ungewiss.

Noch zwei weitere Zahlen, die die Verwaltung mitteilte: Unter den Flüchtlingen befinden sich 18 Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren, die einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben. 54 Kinder und Jugendliche sind im schulpflichtigen Alter

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