Interview mit Markus Stockhausen:
„Einmaliges Konzert“

Lüdinghausen -

Spielfreude und meisterliches Können – das zeichnet die beiden Jazzmusiker Florian Weber (Piano) und Markus Stockhausen (Trompete) aus, die am heutigen Samstag auf Einladung der Kulturabteilung des Kreises Coesfeld um 20 Uhr auf der Burg Vischering gastieren. Karten für das Konzert sind noch an der Tageskasse für 18 Euro (ermäßigt 15 Euro; 10 Euro Schüler und Studenten) erhältlich. Im Vorfeld hatten die Westfälischen Nachrichten Gelegenheit, mit dem Trompeter Markus Stockhausen ein Interview zu führen:

Freitag, 20.05.2016, 21:05 Uhr

Einmalig ist das Konzert von Markus Stockhausen und Florian Weber. Das Pokalfinale kann man sich im Fernsehen noch einmal ansehen.
Einmalig ist das Konzert von Markus Stockhausen und Florian Weber. Das Pokalfinale kann man sich im Fernsehen noch einmal ansehen. Foto: Kreis Coesfeld

WN: Jazz ist ein weiter Begriff. Das reicht von Dixieland über Swing bis zu Free Jazz. Wo würden Sie Ihre Musik einordnen?

Stockhausen : Wir sind beide als Musiker in der klassischen Welt groß geworden – und das war die beste Grundlage. Dann sind wir unterschiedlich mit dem Jazz in Berührung gekommen, ich in erster Linie über meinen Lehrer Manfred Schoof, einem der besten Jazztrompeter Deutschlands damals. Wir fühlen uns dem europäischen Jazz sehr nah, mit einem ausgeprägten Hang zum Komponieren und Improvisieren in einer offenen Form.

Spielt dann auch Improvisation in Ihren Konzerten eine Rolle?

Stockhausen: Ja immer. Wir haben viel Freiheit zur Improvisation. Unser Duo heißt ja INSIDE OUT – das Schöpferische Element, das Erfinden von Musik im Moment nimmt großen Raum ein. Meist haben wir pro Stück nur eine Seite Notentext, und es entsteht immer etwas Neues drumherum. Da wir so gut aufeinander eingespielt sind, erkennen wir sofort, wenn der andere die vorgegebene Form verlässt und Ausflüge in unbekanntes Terrain macht. Auch gehen wir dabei immer auf das Publikum und den Raum ein, alle Schwingungen ergänzen sich. Daher sind für uns Konzerte immer spannend und wir sind innerlich viel mehr beteiligt, als wenn wir Abend für Abend das Gleiche spielen würden.

Wie haben Sie sich eigentlich als Duo gefunden?

Stockhausen: Das ist eine längere Geschichte, die mit einem Aufenthalt in Chile begann. Dann haben wir uns über private Kontakte kennengelernt und erstmals 2008 zusammen gespielt – zunächst in einem größeren Ensemble, ab 2009 auch im Duo. Es ist für mich eine wunderbare Herausforderung, mit einem Weltklasse-Pianisten wie Florian Weber zusammen zu spielen.

Parallel zu Ihrem Konzert in der Burg findet ja das Pokalendspiel Dortmund gegen Bayern statt. Warum sollten denn die Menschen zu Ihrem Konzert kommen?

Stockhausen: Alle schönen Fußballszenen werden nach dem Spiel ja noch häufig im Fernsehen wiederholt und können danach auch noch im Internet immer wieder angeschaut werden. Unser Konzert am Samstag wird dagegen einmalig sein, das werden die Zuschauer nicht noch einmal erleben, und hoffentlich lange erinnern, denn unsere Musik berührt – hoffentlich.

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