Chillen in der Schule
Bunte Oase löst Tristesse ab

Lüdinghausen -

Bunte Farbkleckse auf dem Boden, coole Sitzmöbel und lustige Wandtattoos – so stellen sich die Schülerinnen den neuen „Chillraum“ im St.-Antonius-Gymnasium vor. Bis Ferienende soll der fertig sein.

Donnerstag, 30.06.2016, 11:06 Uhr

Aus den drei Modellen von Ann-Kristin Kortstiege, Jule Breuer und Patricia Fink (vorne v.l.) soll ein gemeinsamer Entwurf für den neuen Chillraum werden. Bei der Realisierung helfen: (hinten v.l.) Andre Hülsheger vom Kulturamt der Stadt, Bühnenbildnerin Andrea Aupers, Schüler Hendrik Koch, Janine Gerber und Nele Broszat von der Näh-AG, Schüler Maximilian Elsner und stellvertretender Schulleiter Jörg Schürmann.
Aus den drei Modellen von Ann-Kristin Kortstiege, Jule Breuer und Patricia Fink (vorne v.l.) soll ein gemeinsamer Entwurf für den neuen Chillraum werden. Bei der Realisierung helfen: (hinten v.l.) Andre Hülsheger vom Kulturamt der Stadt, Bühnenbildnerin Andrea Aupers, Schüler Hendrik Koch, Janine Gerber und Nele Broszat von der Näh-AG, Schüler Maximilian Elsner und stellvertretender Schulleiter Jörg Schürmann. Foto: ben

Karg, trostlos, ein wenig heruntergekommen wirkt der leere Raum neben dem Foyer im Anbau des St.-Antonius-Gymnasiums. Und der kaputte Lautsprecher, der just in dem Moment den Schulgong in ein Klangerlebnis der besonders krächzigen Art verwandelt, macht die Sache auch nicht gerade besser.

Doch so soll und so wird es nicht bleiben. Im Rahmen des Landesprogramms „Kultur-Rucksack“ wird hier auf knapp 50 Quadratmetern bis zum Ende der Sommerferien ein gemütlicher Chillraum entstehen. Entworfen und umgesetzt von Schülern für Schüler. Mit ganz vielen Ideen und mindestens ebenso viel Herzblut, wie Andrea Aupers betont, die als Architektin und gelernte Bühnenbildnerin das Projekt betreut. „Die Mädchen haben im vergangenen halben Jahr eine Menge Zeit und Arbeit investiert, freiwillig versteht sich, außerhalb ihrer Schulzeit.“

Gemeint sind Jule Breuer , Ann-Kristin Kortstiege und Patricia Fink . Die drei stellten am Dienstagnachmittag ihre Entwürfe zur Umgestaltung des Raums vor – und waren mächtig aufgeregt. „Ich wollte einen Raum schaffen, wo sich Schüler wohl fühlen, wo sie sich vom Schulstress erholen und mal abschalten können“, machte Jule den Anfang. Passend dazu hat sie eine Wand mit dem bekannten Songtitel „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit!“ aus dem Film-Klassiker „Das Dschungelbuch“ verziert.

Und damit das mit der Gemütlichkeit auch funktioniert, sollen coole Sitzmöbel , hergestellt aus alten Getränkekisten, großen Kabelrollen oder Euro-Paletten, den Raum bevölkern. Dafür gibt‘s Unterstützung von der Näh-AG der Schule und von den beiden Oberstufenschülern Maximilian Elsner und Hendrik Koch, die ihr handwerkliches Geschick einbringen wollen.

„Wir freuen uns über das große Engagement unserer Schüler und natürlich auch über die Unterstützung durch die Stadt“, erklärte Jörg Schürmann, stellvertretender Schulleiter des Anton. Letztere umfast das Ausbessern des Wandputzes, einen weißen Grundanstrich sowie einen neuen Fußbodenbelag. „Das Geld dafür kommt aus dem Budget des Landesprogramms“, so An­dre Hülsheger vom Fachbereich Kultur.

Die Möbel werden, unabhängig von den drei Entwürfen der Schülerinnen, in jedem Fall kommen. Unterschiedlich bei den drei Entwürfen ist dagegen in erster Linie die Gestaltung von Wänden und Böden. So setzt Ann-Christin auf einen pinken Farbklecks auf dem Boden in der Raummitte, während es bei Patricia geome­trische Farbfelder sind. Sie hat zudem eine Wand als stilisierte „Wohnzimmerwand“ gestaltet – samt einem aufgemalten Sideboard mit Fernseher und einem angedeuteten Regenbogen, „dessen Farbverlauf dem Raum mehr Tiefe geben soll“, wie die Zwölfjährige schon ganz professionell erklärte.

„Wir werden aus allen drei Entwürfen Teile übernehmen“, versprach Andrea Aupers. Gute Chancen hat dabei wohl auch das Wandtattoo, dass sich in zwei Modellen findet. „4 ist bestanden, bestanden ist gut und gut ist fast eine 1“, lautet das und soll Schüler aufmuntern, wenn es bei den Noten mal nicht so gut läuft. „Was hoffentlich nicht so oft vorkommt“, so Jörg Schürmann mit einem Augenzwinkern.

 

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