Seminar zum NS-Film „Hitlerjunge Quex“
Propaganda wirkt auch heute

Lüdinghausen -

Propaganda ist nicht nur gefährlich. Sie kann auch gut gemacht sein – und gerade dadurch noch gefährlicher sein. Schüler aus Lüdinghausen sind mit dieser Erkenntnis von einem Kino-Seminar zurückgekehrt.

Donnerstag, 07.07.2016, 07:07 Uhr

Rund 100 Schüler der Q 1 des St.-Antonius-Gymnasiums nahmen an dem Kino-Seminar zum NS-Propagandafilm „Hitlerjunge Quex“ in Dortmund teil.
Rund 100 Schüler der Q 1 des St.-Antonius-Gymnasiums nahmen an dem Kino-Seminar zum NS-Propagandafilm „Hitlerjunge Quex“ in Dortmund teil. Foto: privat

Propaganda ist kein Problem der Vergangenheit“, sagt Philipp Ross , Schüler des Geschichts-Leistungskurses am St.-Antonius-Gymnasium. Und sein Mitschüler Philip Just verweist beispielhaft auf die grausamen Propaganda-Filme der Terrororganisation IS oder auch Videos in rechtsradikalen Foren im Internet. Gemeinsam mit ihren Mitschülern haben sie an einem Kino-Seminar in Dortmund teilgenommen und den NS-Jugendfilm „Hitlerjunge Quex “ gesehen, einen der ersten NS-Propagandafilme aus dem Jahr 1933.

Der NS-Film, der in den politischen Wirre-Jahren zum Ende der Weimarer Republik spielt, gehe da viel subtiler vor, beschreibt Mitschüler Jakob Simm den Inhalt des Films um den Jungen Heini Völker. Der stammt aus einem Arbeiterhaushalt, sein Vater sympathisiert mit den Kommunisten, will dass er in deren Jugendorganisation mitmacht. Heini allerdings will lieber zur Hitlerjugend. Der Film sei „technisch, dramaturgisch und schauspielerisch gut gemacht“, befand auch Jonas Portmann .

Man entwickele sogar Verständnis für die Hitlerjugend und den jungen Heini, der schließlich nach einigen Wirrungen von den Kommunisten ermordet wird, resümiert LK-Lehrer Jörg Schürmann. Gezielt werde dort mit Emotionen und Bildern gearbeitet. Einprägsam sei auch der Text des Hitlerjugendliedes „Unsre Fahne flattert uns voran“ gewesen, beschreibt Jonas Portmann die Stimmung.

Doch beim Betrachten des Filmes wurde die Fahrt nach Dortmund für die gut 100 Anton-Schüler nicht belassen. Der Film wurde mit Unterstützung des Medienpädagogen Michael Kleinschmidt aufgearbeitet und in den zeitlichen Kontext gestellt. Und das sei sehr gut gelungen, waren sich die Schüler einig.

Das betrachten und Bewerten des Films habe ihnen – auch noch nach 80 Jahren – gezeigt, wie Propaganda wirken könne. Und: „Wir müssen unsere Demokratie schützen“ – etwa gegen Ambitionen der AfD.

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