Stacheldraht kommt weg
Ehemaliges Bundeswehrgelände wird Flüchtlingsunterkunft

Seppenrade -

Die geschlossene Notunterkunft des Landes im Rosendorf auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände wird künftig von der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Bis Ende September wird das Objekt saniert.

Freitag, 15.07.2016, 09:07 Uhr

Ortstermin in der ehemaligen Fernmeldeeinrichtung der Bundeswehr in Seppenrade: Fachbereichsleiter Berthold Hölscher (l.) und Verwaltungsmitarbeiter Friedhelm Beck nehmen das Gebäude in Augenschein.
Ortstermin in der ehemaligen Fernmeldeeinrichtung der Bundeswehr in Seppenrade: Fachbereichsleiter Berthold Hölscher (l.) und Verwaltungsmitarbeiter Friedhelm Beck nehmen das Gebäude in Augenschein. Foto: wer

Mitte Juni hatte das Land die Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände im Rosendorf aufgegeben. Die dort teils seit über einem halben Jahr lebenden Asylsuchenden wurden in eine andere Landeseinrichtung in Mönchengladbach gebracht.

Schon frühzeitig hatte sich die Stadt Lüdinghausen bei der Bezirksregierung Arnsberg darum bemüht, die Nachfolge als Nutzerin antreten zu können. „Wir rechnen natürlich erneut mit der Zuweisung weiterer Flüchtlinge“, erklärte Fachbereichsleiter Berthold Hölscher .

Und genau das hat die Bezirksregierung bereits signalisiert. „Bis Ende September sind 88 neue Zuweisungen angekündigt“, sagte Hölscher. So soll denn schon in der kommenden Woche damit begonnen werden, die Unterkunft für neue Flüchtlinge vorzubereiten. Waren in der Notunterkunft des Landes noch bis zu 150 Menschen untergebracht, sollen auf der gleichen Fläche demnächst maximal 50 Asylbewerber leben.

Die Stadt plane auch deshalb großzügiger, weil die Menschen sich dort demnächst selbst versorgen sollen. Deshalb werden beispielsweise noch drei weitere Küchenblöcke sowie zusätzliche sanitäre Anlage installiert, so Verwaltungsmitarbeiter Friedhelm Beck . Zudem werden die Räume weniger dicht belegt.

Aktuell sind Mitarbeiter des städtischen Bauhofs damit beschäftigt, die vorhandenen Betten größtenteils abzubauen und zu lagern sowie viele Dutzend Matratzen zu entsorgen. Alle Räume werden anschließend noch mit einem frischen Anstrich versehen und erhalten Schränke, in den die neuen Bewohner ihre Habseligkeiten verstauen können. Darüber hinaus bekommt jeder Wohnraum einen eigenen Satellitenanschluss. Das Ganze werde sich die Stadt rund 30 000 Euro kosten lassen, so Beck.

In jedem Fall wird der Stacheldraht rund um das Gelände am Dorfrand entfernt, erklärte Hölscher. Die Umzäunung bleibe aber bestehen. Auch das große Tor werde künftig Tag und Nacht offen stehen. Die Bewohner sollten sich nicht eingesperrt fühlen, betonten die Stadtvertreter.

Derzeit leben in Lüdinghausen 250 Flüchtlinge, alle dezentral untergebracht. Eine Unterkunft – ein Bauernhof in Tetekum – steht künftig nicht mehr zur Verfügung. Dort habe es Probleme mit der Wasserversorgung aus einem hauseigenen Brunnen gegeben. Die sieben dort untergebrachten Flüchtlinge seien auf andere Wohneinheiten verteilt worden, erläuterte der Fachbereichsleiter.

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