Karin und Johannes Busch wohnen auf dem restaurierten Hof Grube in Tetekum
Jetzt erst mal verschnaufen

Lüdinghausen -

Seit 2008 haben Karin und Johannes Busch mit Hilfe versierter Handwerker, aber auch mit viel Eigenleistung den historischen Hof Grube in Tetekum restauriert. Seit einigen Monaten wohnen sie jetzt auch in dem Gemäuer, dessen Ursprung im Jahr 1517 liegt.

Dienstag, 09.08.2016, 08:08 Uhr

Seit ein paar Monaten leben Karin und Johannes Busch jetzt im Haupthaus des Hofes Grube in Tetekum, den sie in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert haben.
Seit ein paar Monaten leben Karin und Johannes Busch jetzt im Haupthaus des Hofes Grube in Tetekum, den sie in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert haben. Foto: wer

Es ist, als entstiege man einer Zeitmaschine, wenn man die Diele des Hofes Grube betritt. So mag es zu Kaisers Zeiten hier ausgesehen haben. Und das ist auch genauso beabsichtigt, erklären Karin und Johannes Busch . Die Einrichtung ist mit Möbeln des beginnenden 20. Jahrhunderts bestückt. „Dafür haben wir 30 Jahre gesammelt“, erklärt Karin Busch. Seit ein paar Monaten lebt das Ehepaar jetzt schon im sogenannten Kammerfach – dem Wohntrakt des Bauernhofes, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1517 zurückreichen. Acht Jahre haben sie an der Restaurierung der historischen Anlage gearbeitet.

25 Generationen haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Johannes Busch

„25 Generationen haben hier ihre Spuren hinterlassen", sagt Johannes Busch. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass der Platz seit dem 12. Jahrhundert besiedelt war. Das bestehende Ensemble ist das älteste Bauernhaus Westfalens in Vierständerbauweise. „Hof Grube ist wissenschaftlich eines der am besten untersuchten Bauernhäuser Deutschlands“, weiß der 59-Jährige. Im Rahmen der Restaurierung wurde an dem Gebäude- und Raumzuschnitt nichts verändert, versichert Busch . Das sei schon aus Denkmalschutzgründen unmöglich gewesen.

Während der umfangreichen Arbeiten und archäologischen Untersuchungen wurde dem Boden so manch interessantes Fundstück – Keramikscherben, Haushaltsgeräte, Bestandteile von alten Werkzeugen – entlockt. Fast sensationell war vor sechs Jahren der Fund eines Pferdegrabes – im Boden unter dem Haupthaus. Das wurde später von Fachleuten ins frühe 13. Jahrhundert datiert. Es könnte eine rituelle Bedeutung gehabt haben, so eine Vermutung.

Trotz allem betonen die Buschs, dass sie nicht in einem Museum leben. Das Haus sei nach modernen Standards restauriert worden. „Bei uns kommt das Wasser aus dem Wasserhahn und wir haben eine moderne Fußbodenheizung“, erklärt Karin Busch. Und sie ergänzt: „Ich fühle mich hier zu Hause.“ Inzwischen ist auch eine ihrer erwachsenen Töchter eingezogen, die sich im Stadtleben nicht so recht wohl fühlen wollte.

Ich fühle mich hier zu Hause.

Karin Busch

Nach acht Jahren nahezu pausenloser Arbeit – neben dem normalen Broterwerb – genießen Karin und Johannes Busch das Leben in dem alten Gemäuer. Erst einmal wollen sie verschnaufen, bevor es an die nächsten Aufgaben geht. Und so sitzen sie gerne an dem alten Kamin der Diele und erfreuen sich am Erreichten.

Doch noch wartet die große Tenne darauf, endgültig fertiggestellt zu werden. Im Speicher nebenan, der aus dem späten 18. Jahrhundert stammt, sind bereits Handwerker schwer beschäftigt, zumindest den Rohbau zu sichern.

Noch nicht umgesetzt ist auch die Idee, auf dem Hof Grube ein „Zentrum für historische Baukultur“ zu installieren.

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