OP macht Dennis Zittlau Hoffnung
„Dann würde ich heulen vor Freude“

Lüdinghausen -

Seit zwölf Jahren ist Dennis Zittlau querschnittsgelähmt. Dank einer besonderen Methode will er aber irgendwann vielleicht wieder ohne Rollstuhl auskommen. Dass es zwischenzeitlich einen Rückschlag gab, hat seine Zuversicht nicht getrübt.

Samstag, 20.08.2016, 11:00 Uhr aktualisiert: 22.08.2016, 13:49 Uhr
Dennis Zittlau 
Dennis Zittlau  Foto: Dennis Zittlau

Vor gut drei Jahren hat sich Dennis Zittlau im Mai 2013 einer neuartigen Operation in Zürich unterzogen, bei der ihm ein sogenannter Pacemaker implantiert und an die Gehnerven angeschlossen wurde. Dieser erzeugt Elektro-Impulse, mit denen die Gehnerven stimuliert werden. Der Lüdinghauser ist weltweit erst der fünfte Mensch, bei dem diese OP gemacht wurde. Erfahrungen, wie weit die erhofften Erfolge gehen können, gibt es also noch nicht. Doch nach der OP 2013 zeigte sich Zittlau– angetrieben von unglaublichem Willen und positiver Energie – überzeugt: „Ich schaffe es!“

Schon damals war aber klar, dass zusätzlich ein hartes, jahrelanges Training nötig sein würde, um vielleicht irgendwann einschlägige Erfolge zu verzeichnen. Diese Hoffnungen erlitten vor rund zwei Jahren einen Rückschlag, als sich Zittlau durch das Training drei Muskelfaserrisse zuzog. „Leider musste ich deshalb das Training eineinhalb Jahre aussetzen, wodurch sich wiederum die Muskeln in den Beinen verkürzt haben“, berichtet er. Vor zwei Monaten entschloss er sich dann zu einer weiteren Operation. Bei diesem Eingriff wurden neun verkürzte Muskeln eingeschnitten, um sie wieder besser strecken zu können. „Das hat Zeit gekostet“, sagt Zittlau. „Aber jetzt kann ich wieder alles geben.“

Schon jetzt hat sich das Einsetzen des Pacemakers für ihn aber gesundheitlich bezahlt gemacht. „Lebenserwartung und Lebensqualität haben sich für mich enorm verbessert“, betont er. „Die Stehversuche im Training wirken sich auf die Knochendichte aus und verhindern Osteoporose.“ Eine sehr häufige Folgeerkrankung bei Querschnittsgelähmten. „Dadurch, dass ich schon ein bisschen am Gehbarren stehen kann, verringert sich zudem die Gefahr von Druckstellen durch ständiges Sitzen“, so Zittlau, der einen weiteren Meilenstein im Blick hat: „Einen Rollator habe ich schon hier – der wartet auf seinen Einsatz. Ich gebe alles dafür“, sagt er festentschlossen. „Und wenn ich nur irgendwann im Supermarkt kurz aufstehen kann, um eine Dose Thunfisch oben aus dem Regal zu nehmen. Dann würde ich heulen vor Freude!“

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