Griechische Woche
Zeus als Leinwandheld

Lüdinghausen -

Die antiken griechischen (Halb-)Götter haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Das erklärte Dr. Reinhold Zwick in seinem originellen Vortrag „Zeus & Co im Cineplex – Zur Wiederkehr griechischer Götter im Kino der Gegenwart“ zum Auftakt der Griechischen Woche im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen.

Mittwoch, 21.09.2016, 09:09 Uhr

Dem informativen Vortrag von Reinhold Zwick (kl. Foto) lauschten neben Bürgermeister Richard Borgmann (vorne v.r.) auch der griechische Generalkonsul Gregory Delavekouras und der Vereinsvorsitzende Klaus Heisterkamp.
Dem informativen Vortrag von Reinhold Zwick (kl. Foto) lauschten neben Bürgermeister Richard Borgmann (vorne v.r.) auch der griechische Generalkonsul Gregory Delavekouras und der Vereinsvorsitzende Klaus Heisterkamp. Foto: wer

„Zeus & Co im Cineplex – Zur Wiederkehr griechischer Götter im Kino der Gegenwart“ lautete der Titel des Vortrags von Dr. Reinhold Zwick , Professor für Biblische Theologie und ihre Didaktik an der Universität Münster , am Montagabend im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen . Der Vortrag bildete den Auftakt für die Griechische Woche des Vereins zur Begegnung Jugendlicher mit Griechenland und Italien, die zuvor vom griechischen Generalkonsul Gregory Delavekouras eröffnet worden war.

Götter gegen Götter, Götter gegen Menschen

Reinhold Zwick

Reinhold Zwick Foto: ll

Zwick erklärte anhand einiger Beispiele, dass die antiken griechischen (Halb-)Götter nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hätten. Dabei setzten einige Filme auf eine Aktualisierung der mythologischen Stoffe, so zum Beispiel die Romanverfilmung von „ Percy Jackson “, andere wiederum auf eine Rückkehr zum Altbewährten, wie der Film „Kampf der Titanen“. In den bisherigen Filmen, die vor allem in den 1960er Jahren eine Blütezeit erlebt hatten, sei der Kampf das zentrale Motiv gewesen, erklärte Zwick seinen Zuhörern: „Götter gegen Götter, Götter gegen Menschen, Götter und Menschen gemeinsam gegen Ungeheuer.“ Doch in den aktuellen Werken, die seit dem Erscheinen von „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ im Jahr 2010 bei Kinogängern wieder hoch im Kurs stünden, seien die Themen komplexer.

Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten

So werfe der Film „Krieg der Götter“ die Theodizee-Frage auf und diskutiere den freien Willen der Menschen. Zeus sei der Meinung: „Kein Gott darf das Schicksal der Menschen beeinflussen“, zitierte Zwick. Ganz im Gegensatz dazu stehe der Film „Kampf der Titanen“, ein Remake des gleichnamigen Filmes aus dem Jahr 2010: „Menschen erscheinen wie Spielfiguren“, erläuterte Zwick, die dem Willen der Götter komplett ausgeliefert seien. Der Streifen „Hercules“ von Brett Ratner stelle den Helden nicht mehr als Halbgott, sondern als Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten dar, dessen Götterstatus sich als eine reine PR-Aktion seiner Begleiter darstellt. Dort werde der Höllenhund Zerberus zum gewöhnlichen Wolf und die Zentauren zu berittenen Kriegern.

Neben dem Film sei das Thema griechische Mythologie auch in anderen Medien von Bedeutung, so der Theologe und verwies auf das Videospiel „God of War“ oder den von Karl Lagerfeld entworfenen Pirelli-Kalender von 2011, in dem die Models griechischen Gottheiten darstellen.

Zum Abschluss zeigte Zwick noch einmal die Parallelen zwischen Percy Jackson und der christlichen Tugendethik auf. So seien Percy „Perseus“ Jackson und seine Freunde die Verkörperung des Guten und der Tugend, mit denen man sich identifizieren könne, sagte Zwick

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