60 Jahre Marinekameradschaft
Seemannsgarn im Burgkeller

Lüdinghausen -

Die Freiheit auf dem Wasser und die große Kameradschaft an Bord – das schweißt die Mitglieder der Lüdinghauser Marinekameradschaft seit vielen Jahren zusammen. Am Samstag wird jetzt das 60-jährige Bestehen gefeiert.

Montag, 24.10.2016, 07:10 Uhr

Eine Übung mit Rettungswesten gehört selbst bei erfahrenen Seglern zu einem Törn dazu.
Eine Übung mit Rettungswesten gehört selbst bei erfahrenen Seglern zu einem Törn dazu. Foto: privat

Wenn Werner Möllerfeld sonntagmorgens in die Messe geht, dann benötigt er kein Gotteslob. Und es erwartet ihn auch kein großes Kirchengebäude, sondern ein kleiner, uriger Raum, zu dem man erst eine enge Wendeltreppe hinuntersteigen muss. Das Modell eines Segelschiffes springt einem ebenso ins Auge wie ein weiß-orangefarbener Rettungsring, in einer Ecke ist ein Bullauge in die Wand eingelassen. Schnell wird dem Besucher klar: Hier sind Freunde der Seefahrt beheimatet. Seit mehr als vier Jahrzehnten schon nutzt die Marinekameradschaft das Kellergewölbe der Burg Lüdinghausen als Versammlungsraum oder wie es auf hoher See heißt: als Messe. Am Wochenende wird der Verein sein 60-jähriges Bestehen feiern.

In dieser Messe bracht es kein Gotteslob

Eine Marinekameradschaft hier in Lüdinghausen, wo der Klutensee die größte Wasserfläche darstellt – die Verwunderung kann deren Geschäftsführer Werner Möllerfeld verstehen. „Das maritime Gedankengut ins Landesinnere zu tragen, das war das Ziel. Viele Marine-Soldaten waren Mitglied.“ Er selbst gehörte der Marine als Wehrdienstleistender an, erzählt der 67-Jährige. Mittlerweile sind die meisten der 20 Marinekameraden aber in ganz ziviler Mission auf dem Meer unterwegs. „Wir segeln regelmäßig zusammen auf dem Mittel- oder dem Ijsselmeer “, sagt Möllerfeld, inzwischen selbst begeisterter Segler. „Die Freiheit und Weite des Meeres zu genießen, das ist fantastisch. Ich höre nur Wasser und Wind und werde nicht von allen Seiten vollgedröhnt.“ Auch die Gemeinschaft an Bord genieße er wie auch die Anderen. „Man ist auf Gedeih und Verderben aufeinander angewiesen.“ Während der Marineteil im Verein abgenommen hat, ist die Kameradschaft innerhalb der Gruppe geblieben.

Früher Marinesoldaten, heute Freizeitsegler

Eine Gruppe, bei der es „etwas ruhiger“ geworden ist, so Werner Möllerfeld. Das Durchschnittsalter liegt weit über 60 Jahre, der Nachwuchs fehlt. Der Marinekameradschaft hafte noch immer das Klischee der alten Soldaten mit blauem Hemd und Mütze an. „Dabei treffen wir uns immer in ganz legerer Kleidung.“ Und bei solchen Zusammenkünften wird dann auch mal ganz unmaritim durch das Münsterland geradelt.

Den Anker des Vereinslebens bildet aber der Frühschoppen jeden Sonntagmorgen in der Messe. Hier darf dann in ungezwungener Atmosphäre auch so manches Seemannsgarn erzählt werden.

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Die Feierstunde zum Jubiläum findet am Samstag (29. Oktober) um 11 Uhr im Bauhaus der Burg Lüdinghausen statt.

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