Schulsozialarbeit erhält feste Position im städtischen Haushalt
Eine Stelle wird nicht reichen

Lüdinghausen -

Eine oder zwei feste Stellen für die Schulsozialarbeit: Darüber diskutierte jetzt der Schulausschuss.

Donnerstag, 27.10.2016, 19:10 Uhr

Derzeit sind zwei Schulsozialarbeiter an den städtischen weiterführenden Schulen tätig – Nina Schwerdtfeger mit einer Ein-Drittel-Stelle am St.-Antonius-Gymnasium und Tobias Höning mit einer Zwei-Drittel-Stelle am Schulzentrum mit Haupt-, Real- und Sekundarschule. Das lässt sich die Stadt rund 60 000 Euro im Jahr kosten. Im vergangenen Jahr wurde diese Position – ausschließlich aus städtischen Mitteln finanziert – erstmals in den Haushalt eingestellt.

Ich fühle mich häufig wie die Feuerwehr.

Tobias Höning

Angeregt durch einen Antrag der SPD-Fraktion soll die Schulsozialarbeit nun auf Dauer etabliert werden. Die vorhandene Stelle soll in den kommenden Haushalten eine feste finanzielle Größe erhalten. Über dieses Thema debattierte jetzt der Schulausschuss. Zuvor hatten Schwerdtfeger und Höning ihren Einsatz an den vier Lüdinghauser Einrichtungen erläutert und dabei die Dringlichkeit einer kontinuierlichen Schulsozialarbeit deutlich gemacht. „Ich fühle mich häufig wie die Feuerwehr . Für präventiv wirkende Projekte bleibt keine Zeit“, sagte Höning. So tauchten viele Probleme akut auf, etwa, wenn ein Schüler das Gespräch suche und über Suizid-Gedanken spreche. Schwerdtfeger skizzierte diverse Problemlagen von Schulverweigerung über Mobbing bis hin zu Borderline-Symptomen.

Ursula Hüvel, Leiterin der Ostwallgrundschule, unterstrich den Bedarf der Schulsozialarbeit auch an den Grundschulen. „Die fehlt uns komplett als Ansprechpartner“, machte sie deutlich.

Der Hinweis von Dieter Tüns (CDU), den Bedarf an Schulsozialarbeit doch über Kapazitäten etwa bei der Caritas oder anderen Trägern zu decken, stieß nicht auf Zustimmung. Schließlich würden so nur Löcher an anderer Stelle gerissen.

Tilde Haase (Grüne) und Susanne Wischnewski (UWG) sahen die Schulsozialarbeit vor allem auch als „präventive Maßnahme“. Umso notwendiger sei es, die Arbeit der Mitarbeiter dauerhaft auf finanziell gesicherte Beine zu stellen.

Angesichts des großen Bedarfs forderte Niko Gernitz ( SPD ), statt einer Stelle sollten doch sofort zwei Vollzeitstellen dauerhaft geschaffen werden. Darauf wollten sich allerdings CDU und FDP noch nicht festlegen lassen.

So fand der Verwaltungsvorschlag, eine feste Vollzeitstelle für die weiterführenden Schulen zu sichern – zunächst auf drei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Kolpingbildungswerk – einmütige Zustimmung. Zugleich wurde mit Blick auf die Haushaltsberatungen die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob eine zweite Stelle eingerichtet werden könne.

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