Bundesfreiwilligendienst
Sarah Schürmann ist beim Arbeitskreis Asyl im Einsatz

Lüdinghausen -

Französisch, englisch, menschlich: Sarah Schürmann beweist bei ihrem Bundesfreiwilligendienst ihre vielfältigen Talente – nicht nur sprachlicher Natur. Im Einsatz ist sie beim Arbeitskreis Asyl. Für die Vorurteile mancher Mitmenschen hat sie kein Verständnis.

Donnerstag, 10.11.2016, 16:11 Uhr

Die 18-jährige Sarah Schürmann arbeitet ein Jahr als Bufdi beim Arbeitskreis Asyl.
Die 18-jährige Sarah Schürmann arbeitet ein Jahr als Bufdi beim Arbeitskreis Asyl. Foto: siw

Beim gemeinsamen Foto ist Sarah wieder voll in ihrem Element. Auf Deutsch und auf Englisch erklärt sie den Asylbewerbern, warum und wofür hier gerade geknipst wird. Sarah Schürmann ist 18 Jahre alt und absolviert in diesem Jahr ihren Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe in Lüdinghausen . „Ich arbeite immer im Wechsel bei der Asylstelle im Sozialamt der Stadt Lüdinghausen und beim Arbeitskreis Asyl “, erklärt sie.

Als ich die Stelle im Internet entdeckt habe, war ich direkt interessiert.

Sarah Schürmann

Trotz eines Notendurchschnitts im Abitur, mit dem Sarah für fast jeden Studiengang direkt einen Platz bekommen hätte, war die Entscheidung für den Bufdi-Job eine bewusste. „Als ich die Stelle im Internet entdeckt habe, war ich direkt interessiert“, erzählt sie. In der Flüchtlingshilfe war Sarah bis zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht aktiv. Deshalb bot man ihr zunächst an, sich das Ganze zwei Tage lang erst einmal anzusehen.

„Dabei bekam ich einen guten Einblick und habe gesehen, dass mir diese Arbeit Spaß macht“, schildert sie heute. Von Freunden und Familie erhielt sie schon damals die volle Unterstützung. „FSJ und Bufdis sind ja generell nicht unbekannt. Das, was ich tue, weicht aber ein wenig von dem ab, was viele andere machen. Gerade deshalb waren meine Verwandten und Freunde von meinem neuen Arbeitsplatz begeistert“, erklärt sie. Erlebt hat Sarah in ihren erst eineinhalb Monaten schon so einiges. „Es ist immer nett zu sehen, wenn uns die Flüchtlinge ständig zum gemeinsamen Essen und Trinken einladen. Das ist wirklich sehr freundlich, aber meistens müssen wir dann schon weiter zum nächsten Termin“, erzählt sie.

Wenn es Fragen gibt, pilgern die Leute zu uns.

Sarah Schürmann

Ungefähr 320 Flüchtlinge betreuen Sarah und das Team vom Arbeitskreis Asyl momentan. Bei Anträgen helfen, Postangelegenheiten klären und vor allem einfach Ansprechpartner sein, zählen zu den häufigsten Aufgaben von Sarah. „Wenn es Fragen gibt, pilgern die Leute zu uns“, erzählt die 18-Jährige. In solchen Fällen ist es natürlich hilfreich, offen zu sein und gute Sprachkenntnisse zu haben. „Sarah ist schon sehr eigenständig und für uns eine enorme Hilfe. Konkret erinnere ich mich an eine Situation, in der sie für uns etwas auf Französisch übersetzen konnte. Wir sind begeistert“, lobt die Integrationsbeauftragte Lioba Sivalingam .

Einige Fähigkeiten brachte Sarah schon aus ihrer Heimatstadt Olfen mit. Da war sie als Jugendtrainerin beim DLRG und als Messdienerleiterin aktiv. „Dort und hier lernt man, mit den unterschiedlichsten Menschen umzugehen. Das macht mir große Freude“, sagt Sarah.

Nach eineinhalb Monaten, so Sarah, könne sie bisher keine negative Erfahrung nennen. Es gebe nur eine Sache, die sie immer wieder nachdenklich stimme. „Einige Leute haben ja Vorurteile anderen gegenüber, ohne sie wirklich zu kennen. Ich glaube, wenn diese Menschen wirklich mal mit den Flüchtlingen offen in Kontakt treten und sehen würden, wie dankbar und herzlich die meisten sind, würden sie diese Thematik mit ganz anderen Augen sehen“, betont Sarah.

Wer das ausprobieren möchte, hat die Möglichkeit, sich beim Arbeitskreis Asyl an verschiedenen Stellen einzubringen. Aktuell werden Hauspaten gesucht, an die sich Flüchtlinge bei Problemen wenden können. Sarah selbst überlegt, auch nach ihrem Bufdi-Jahr weiter aktiv zu bleiben. „Ich muss natürlich sehen, ob ich das später zeitlich schaffe“, sagt sie.

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