Vom Holocaust zurück ins Leben
Erfahrungen von damals machen heute Mut

Lüdinghausen -

Anna Andlauer kehrte an ihre alte Schule zurück: Vor Oberstufenschülern des St.-Antonius-Gymnasiums hielt sie jetzt einen Vortrag zum Thema „Zurück ins Leben“. Dabei schilderte sie das Schicksal von Kindern und Jugendlichen nach dem Holocaust.

Freitag, 18.11.2016, 00:11 Uhr

Anna Andlauer referierte jetzt an ihrer früheren Schule, dem St.-Antonius-Gymnasium. 
Anna Andlauer referierte jetzt an ihrer früheren Schule, dem St.-Antonius-Gymnasium.  Foto: privat

Aus Anlass der Reichspogromnacht 1938 hielt Anna Andlauer, eine ehemalige Schülerin des St.-Antonius-Gymnasiums, jetzt an alter Wirkungsstätte vor Oberstufenschülern einen Vortrag zum Thema „Zurück ins Leben“. Sie berichtete vom Schicksal der Kinder und Jugendlichen, die aus dem Konzentrationslager befreit wurden.

„Wenn das Richtige getan wurde, zusammen mit den durch den Holocaust zu Waisen gewordenen Kindern, so konnte man über ein Wunder staunen“, meint Greta Fischer , eine der Sozialarbeiterinnen vom Team der Vereinten Nationen , das im bayerischen Kloster Indersdorf in der unmittelbaren Nachkriegszeit entwurzelte Kinder und Jugendliche aus den Konzentrationslagern auffing und ihnen Hilfe leistete. „Im Kloster Indersdorf wurde im Juli 1945 das erste Kinderzentrum eingerichtet, in dem jüdische sowie nichtjüdische junge Menschen unterschiedlicher Nationalitäten betreut wurden, die in in den Lagern gelitten und den Holocaust überlebt hatten“, heißt es in einem Pressetext der Schule.

Begegnungen und Gespräche

Wie diese Kinder den Weg „zurück ins Leben“ fanden, zeigte Andlauer in ihrem Vortrag mit eindrücklichen Fotos und Filmausschnitten auf. Grundlage ihrer Präsentation waren darüber hinaus viele Begegnungen und Gespräche mit mehr als 80 Überlebenden, die Andlauer in den vergangenen Jahren aufgespürt und befragt hat. Es blieb aber an diesem Vormittag nicht allein bei einem Blick auf ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, sondern zum Ende ihres Vortrags stieg die Referentin in eine rege Diskussion mit den Oberstufenschülern ein. Sie erarbeitete mit den Jugendlichen Parallelen und Unterschiede zur heutigen Situation der Geflüchteten in Europa . Den Anwesenden wurde dabei deutlich, dass die zeitgeschichtlichen Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen aus dem Kinderzentrum Indersdorf heute Mut machen, Geflüchteten in einer völlig anderen Situation zu helfen, eine neue Lebensperspektive zu finden.

Rege Diskussion

Wie diese Kinder den Weg „zurück ins Leben“ fanden, zeigte Andlauer in ihrem Vortrag mit eindrücklichen Fotos und Filmausschnitten auf. Grundlage ihrer Präsentation waren darüber hinaus viele Begegnungen und Gespräche mit mehr als 80 Überlebenden, die Andlauer in den vergangenen Jahren aufgespürt und befragt hat. Es blieb aber an diesem Vormittag nicht allein bei einem Blick auf ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, sondern zum Ende ihres Vortrags stieg die Referentin in eine rege Diskussion mit den Oberstufenschülern ein. Sie erarbeitete mit den Jugendlichen Parallelen und Unterschiede zur heutigen Situation der Geflüchteten in Europa. Den Anwesenden wurde dabei deutlich, dass die zeitgeschichtlichen Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen aus dem Kinderzentrum Indersdorf heute Mut machen, Geflüchteten in einer völlig anderen Situation zu helfen, eine neue Lebensperspektive zu finden.

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