Kulturbühne
Las Vegas mitten im Pott

Lüdinghausen -

Kein Wunder, dass das Publikum immer wieder mit einstimmte: Das Westfälische Landestheater präsentierte mit seinen „Liebesperlen“ auf Einladung der Kulturbühne Lüdinghausen einen musikalischen Streifzug durch die Schlagerwelt der 50er, 60er und 70er Jahre.

Montag, 05.12.2016, 11:12 Uhr

Perfekt bis ins Detail: Sänger und Musiker des Westfälischen Landestheaters boten am Freitagabend eine tolle Bühnenshow.
Perfekt bis ins Detail: Sänger und Musiker des Westfälischen Landestheaters boten am Freitagabend eine tolle Bühnenshow. Foto: Werner Zempelin

Wunderbar, dass „Der Mond von Wanne-Eickel “ auch über der Steverstadt aufgeht: „ Liebesperlen “ vom Westfälischen Landestheater rockten am Freitagabend in der ausverkauften Aula der Realschule und wurden vom Publikum unter stehenden Ovationen kräftig bejubelt.

Mit Elvis-Schmalzlocke, Lederjacke und Petticoat ging es kultig in die Vergangenheit zurück: Die neunköpfige Live-Band unter der Leitung von Tankred Schleinschock präsentierte mit drei Sängerinnen und ebenso vielen Sängern einen rund zweistündigen musikalischen Streifzug durch die Schlagerwelt der 50er, 60er und 70er Jahre. Schwarze Schallplatten säumten die Bühne, eine riesengroße „33er“ mit dem Titel „Liebesperlen“ bildete das Bühnenbild hinter der Band. Mit einem Rock’n’Roll-Medley hatten die sechs Darsteller das Publikum sofort auf ihrer Seite, denn sie versprachen: „You got to have some fun tonight“ – und das zwei Stunden lang. Die Party beginnt mit Rock’n’Roll von Elvis – Las Vegas wie es singt und tanzt. Aber das Stück spielt ganz woanders: mitten im Pott auf der Cranger Kirmes in Wanne-Eickel. Daher auch der raue Pott-Slang, inklusive dem „Genitativ“.

„Liebesperlen“ auf der Kulturbühne

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  • Das Westfälische Landestheater nahm das Publikum in seinem Stück "Liebesperlen" mit auf eine Reise durch die Schlagerwelt der 50er, 60er und 70er Jahre.

    Foto: Werner Zempelin
  • Das Westfälische Landestheater nahm das Publikum in seinem Stück "Liebesperlen" mit auf eine Reise durch die Schlagerwelt der 50er, 60er und 70er Jahre.

    Foto: Werner Zempelin
  • Das Westfälische Landestheater nahm das Publikum in seinem Stück "Liebesperlen" mit auf eine Reise durch die Schlagerwelt der 50er, 60er und 70er Jahre. Im Folgenden weitere Impressionen der Vorstellung.

    Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin
  • Westfälisches Landestheater gastiert in Lüdinghausen Foto: Werner Zempelin

Und aus Heinz Koslowski wird so „Wanni“, der Losverkäufer (Dominik Freiberger). Als Herr Treudel (Thomas Zimmer) vom TÜV Rheinland die Party-Suppe zu versalzen droht, weiß die gerissene Karussell-Besitzerin Irma „Spange“ Albertz ( Stefanie Kirsten ) einen Weg: Mit Hilfe des „Mitreisenden jungen Mannes“ („Manni“/Daniel Printz) sind plötzlich Tasche, Brille und Weste weg . . . Die Fete kann steigen, auch immer wieder mit Auftritten von der süßen Rosie (Samira Hempel) und der Wahrsagerin Madame Lucinda (Tina Podstawa). Und schon feiern die 50er Jahre eine musikalische Auferstehung mitsamt dem Fernweh der Nachkriegs-Deutschen. Ob es die „Tulpen aus Amsterdam“ sind, das „Mädchen aus Piräus“ oder Italien mit „Arrivederci Roma“, „Azzurro“ und „Quando, Quando“, unvergessene Stars betreten die Bühne: Nana Mouskouri, Adriano Celentano und Catarina Valente, um nur einige zu nennen. Und alle kommen optisch und stimmlich den Originalen recht nahe – soweit man sich erinnern kann. Dabei wird hemmungslos getanzt, Twist und Jive sind angesagt.

Ausgefallene Tanzeinlagen

Eine bemerkenswerte gesangliche Leistung zeigt Tina Podstawa bei ihrer Interpretation von „Mr. Bojangles“, gepaart mit ausgefallenen Tanzeinlagen. Alle Solisten überzeugen aber neben ihrem Gesang mit schauspielerischem Können, Begeisterungsfähigkeit und Witz. Die musikalischen Reisen dehnen sich aus, sogar Russland („Kalinka“) und Japan („Mitsu“) stehen auf dem Plan. Es fehlen aber noch die Beatles, die Rolling Stones sowie Frank Sinatra, Dean Martin und Scott McKenzie. Die Besucher der coolsten Ü-50-Party im Münsterland singen Hits wie „Michelle“, „San Francisco“ und „New York, New York“ Zeile für Zeile mit und haben dabei beste Laune. So auch, wenn Kirsten bei „Junge, komm bald wieder“ fragt: „Hasse auch genuch warme Sachen, krisses doch so leicht anne Bronchjen“. Niemanden hält es auf den Stühlen, als am Ende „Marmor, Stein und Eisen bricht“ ertönt: tosender Applaus, mehrfach am Abend, und „Thank you for the Music“ – eine letzte Verbeugung vor dem Orchester muss sein.



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