Tag der unschuldigen Kinder
Matthäus-Evangelium als Quelle

Lüdinghausen -

Seit Jahrhunderten begeht nicht nur die katholische Kirche am 28. Dezember den Tag der unschuldigen Kinder. Damit wird an die Jungen erinnert, die König Herodes nach der Geburt Jesu laut Matthäus-Evangelium hat angeblich töten lassen, um seine Herrschaft zu sichern.

Mittwoch, 28.12.2016, 09:12 Uhr

Im Gottesdienst am zweiten Weihnachtstag segnete Pfarrer Beendikt Elshoff die Kinder im Schatten der Krippe. Anlass ist auch die Erinnerung an den Tag der unschuldigen Kinder, der am heutigen Mittwoch (28. Dezember) begangen wird.
Im Gottesdienst am zweiten Weihnachtstag segnete Pfarrer Benedikt Elshoff die Kinder im Schatten der Krippe. Anlass ist auch die Erinnerung an den Tag der unschuldigen Kinder, der am heutigen Mittwoch (28. Dezember) begangen wird. Foto: ll

Die katholische Kirche begeht heute (28. Dezember) den „Tag der unschuldigen Kinder“. Erinnert wird dabei an die Jungen, die der jüdische König Herodes angesichts der Geburt Jesu hinrichten ließ. Der war ihm nämlich als Spross aus dem Hause David und neuer König der Juden angekündigt worden – jemand, der seiner eigenen Regentschaft gefährlich werden könnte. Und so habe Herodes, der in der antiken Geschichtsschreibung als brutaler Herrscher beschrieben wird, befohlen, in Bethlehem alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren zu töten. So sollte sichergestellt werden, dass der mögliche Konkurrent um den Thron auch sicher aus dem Weg geräumt sei.

Die einzige Quelle für dieses grausame Verbrechen ist allerdings das Matthäus-Evangelium.

Benedikt Elshoff

Die Frage, ob die getöteten Knaben als Märtyrer anzusehen sind, damit hat sich die Kirche schon im fünften Jahrhundert beschäftigt, erläutert Benedikt Elshoff . „Die einzige Quelle für dieses grausame Verbrechen ist allerdings das Matthäus-Evangelium“, sagt der Pfarrer von St. Felizitas. Der 28. Dezember ist seit Anfang des sechsten Jahrhunderts als Gedenktag für die getöteten Kinder im Kirchenkalender verankert. Die Verfechter der Märtyrer-These, erklärt Elshoff, betonten den Charakter der Jungen als „Blutzeugen“. Sie seien gleichsam stellvertretend für Jesus gestorben. Dieser war mit seinen Eltern – Maria und Josef – kurz nach seiner Geburt nach Ägypten geflohen. Da die Jungen an Stelle Jesu gestorben seien, müssten sie auch als Heilige angesehen werden, argumentierten die Verfechter dieser Märtyrer-These.

Das Segnen ist das Gegenbild zu Herodes.

Benedikt Elshoff

In den vergangenen Jahrhunderten hätten Kirchenvertreter immer wieder versucht, diesen Tag abzuschaffen. „Aber er hat sich im Volk gehalten“, so Elshoff. Heute erinnere die katholische Kirche an diesem Tag an verfolgte, misshandelte und missbrauchte Kinder – „auch an Kindersoldaten oder die Kinder des syrischen Bürgerkriegs in Aleppo“. Gedacht werde auch an die ungeborenen Kinder, betont der Geistliche. Die Gesellschaft heute müsse sich auch die Frage stellen: „Wie gehen wir mit den Ungeborenen um?“

Die Antwort der Kirche an diesem 28. Dezember sei die Segnung der Kinder. „Das Segnen ist das Gegenbild zu Herodes“, erklärt Elshoff. „Wir sind immer bereit, Kinder zu segnen. Dafür sind wir als Priester da.“

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