CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet im Kapitelsaal
„Die Welt ist verrückt worden“

Lüdinghausen -

Das Land sei schlecht aufgestellt und in Berlin unterrepräsentiert beklagte Armin Laschet am Dienstag bei seiner Rede in der Burg Lüdinghausen. Der CDU-Landesvorsitzende war Gast der heimischen Christdemokraten.

Donnerstag, 02.02.2017, 15:02 Uhr

Der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet (vorne 2.v.l.) war am Dienstag Gast der Lüdinghauser Christdemokraten. Zum Abschluss überreichte Bernhard Möllmann Laschet ein Gastgeschenk.
Der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet (vorne 2.v.l.) war am Dienstag Gast der Lüdinghauser Christdemokraten. Zum Abschluss überreichte Bernhard Möllmann Laschet ein Gastgeschenk. Foto: mib

„Wenn Sie wieder in unsere schöne Stadt kommen, dann bitte als neuer Ministerpräsident von NRW “, sagte Bernhard Möllmann , CDU-Stadtverbandsvorsitzender, als er den Landes- und Fraktionsvorsitzenden der Partei, Armin Laschet , nach seinem Besuch im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen am Dienstag verabschiedete.

Zuvor hatte Möllmann den Landtagsabgeordneten Werner Jostmeier, die Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl, Dietmar Panske und Marc Henrichmann, Richard Borgmann als Bürgermeister und Landrat Christian Schulze Pellengahr willkommen geheißen. Borgmann betonte in seinem Grußwort, dass der ländliche Bereich bei der jetzigen Landesregierung schlecht wegkomme. Vor allem bei den Themen Flüchtlinge und Schulen erwarte er eine bessere Unterstützung. „Gestern bei der Kanzlerin, heute in Lüdinghausen. Da geht nicht viel mehr“, begrüßte Dietmar Panske, der CDU-Landtagskandidat des Kreises für die Wahl am 14. Mai, den Gast aus Düsseldorf.

Mit einem Dank an Wolfgang Schweer, der den Kontakt für diesen Besuch hergestellt hatte, und Werner Jostmeier, „der stets über den Tellerrand hinausgeblickt hat, und weit mehr als für den Kreis und NRW Interessen wahrgenommen und Kontakte geknüpft hat“, eröffnete Laschet seinen Vortrag.

2017 wird kein Jahr wie jedes andere.

Armin Laschet

„2017 wird kein Jahr wie jedes andere: Brexit, die weltweite Bedrohung durch den Terrorismus, der neue Präsident der USA. China ist plötzlich für Freihandel, die USA für Protektionismus. Die Welt ist verrückt worden. Die Rechten stehen überall in den Startlöchern“, sagte Laschet, der drei Punkte in den Mittelpunkt stellte: Wirtschaftsentwicklung, die innere Sicherheit und die Bildung. „NRW liegt auf dem letzten Platz beim Wirtschaftswachstum. Nicht nur Studenten und Akademiker, auch Handwerksgesellen müssen ihren Platz haben. Wir kämpfen um die besten Köpfe. Spitzenforschung muss in NRW gehalten werden. NRW hat zwar Zigtausend Hektar mehr Wald und Weiden, aber 3800 Hektar weniger für Gewerbe- und Landwirtschaft. Wir müssen den Anspruch haben, vorne mitzuspielen“, so Laschet. Er frage sich, warum Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nicht so energisch wie ihr bayerischer Amtskollege Horst Seehofer in Berlin auftrete. Innere Sicherheit sei auch im ländlichen Raum wichtig. Die Polizei habe in vielen anderen Bundesländern bessere Möglichkeiten als in NRW. „Statt Blitzmarathon soll Minister Jäger mal einen Einbruchsmarathon durchführen, damit sich die Bürger sicherer fühlen können. Asyl gilt nur für Schutzbedürftige. Straftäter und Kriminelle müssen sofort ausgewiesen werden. Das Geld für die Flüchtlinge, das den Ländern zur Weitergabe an die Kommunen vom Bund überwiesen wurde, ist im Landeshaushalt versickert“, sagte Laschet.

Wir müssen den Anspruch haben, vorne mitzuspielen.

Armin Laschet

Förderschulen zu schließen, sei „Versündigung an unseren Kindern“, formulierte er scharf. Ohne Schule gehe Leben im ländlichen Raum verloren. Mit der Inklusion seien in NRW alle unzufrieden, so der Spitzenkandidat der Landes-CDU. Er betonte, dass das Leben in NRW nicht hinter dem Ruhrgebiet enden dürfe, auch Westfalen und OWL gehörten dazu.

Aus dem Publikum auf den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz angesprochen, verwies Laschet auf die beiden letzten SPD-Kandidaten, Peer Steinbrück und Franz-Walter Steinmeier, die ebenfalls mit hohen Umfragewerten gestartet seien, dann aber am Wahltag scheiterten. Zudem verfüge Schulz über kein Programm.

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