Ludgerigrundschule
Millionen-Investition ist unumgänglich

Lüdinghausen -

Aufgrund gravierender Baumängel muss der Altbau der Ludgerigrundschule aus den 1960er Jahren – die ehemalige Paul-Gerhard-Schule – komplett saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Am Donnerstagabend diskutierten Schul- und Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung darüber.

Samstag, 04.02.2017, 08:02 Uhr

Die Ludgerischule steht vor großen Umbauarbeiten. Der Altbau muss entweder aufwendig saniert oder abgerissen werden.
Die Ludgerischule steht vor großen Umbauarbeiten. Der Altbau muss entweder aufwendig saniert oder abgerissen werden. Foto: wer

Dass die Stadt nicht umhin kommt, in den nächsten Jahren Millionenbeträge in die Ludgerigrundschule zu stecken, wissen die Mitglieder des Schulausschusses seit Ende Oktober 2016. Denn der Zustand des Altbaus aus den 1960er Jahren ist laut Gutachten „katastrophal“. Die Frage ist nur: Wird das Geld in einen Neubau oder eine Kernsanierung des Gebäudeteils der ehemaligen Paul-Gerhard-Schule gesteckt? Mit der Frage befasste sich der Schulausschuss am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss .

Wir möchten wissen, wie viel Schule tatsächlich benötigt wird.

Matthias Kortendieck

Dazu eingeladen hatte die Verwaltung auch Ulrike Lexis vom Beratungsbüro Dr. Garbe und Lexis. Sie präsentierte eine Raumanalyse, in die sie sowohl die Ostwall- als auch die Ludgeri­grundschule einbezogen hatte. Denn: „Wir möchten wissen, wie viel Schule tatsächlich benötigt wird“, betonte der Beigeordnete Matthias Kortendieck. Lexis kommt in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Ostwallschule über gut geeignete Räumlichkeiten für eine vierzügige Grundschule verfügt, es fehlen allerdings Mehrzweckräume. Zudem sei der Bereich für die Offene Ganztagsschule (OGS) völlig überdimensioniert. Auch die OGS-Räume im Altbau der Ludgerischule sind nach Lexis’ Auffassung deutlich zu groß. „Bei den klassischen Schulräumen im Neubau fehlt hingegen der Platz“, machte die Gutachterin deutlich.

Ganztagskonzept

Sie sprach sich nicht nur für eine Mitbenutzung der Mensa in der benachbarten Sekundarschule durch die Ludgeri-Kinder aus, sondern empfahl auch, über Ganztagskonzepte für beide Grundschulen nachzudenken. „Dabei habe ich ein ganz schlechtes Bauchgefühl“, machte Anke Austrup ( CDU ) deutlich und war damit nicht alleine. So meldeten beispielsweise auch Tilde Haase (Grüne) und Sabine Schäfer (FDP) in diesen Punkten erhebliche Bedenken an. „Mir ging es zunächst mal darum, diese Gedanken einmal zu platzieren“, erläuterte Lexis ihr Anliegen.

Mit Blick auf die anstehende Entscheidung zur Ludgerischule kam die Gutachterin zu dem Schluss, dass bei einem Abriss des alten Gebäudeteils ein gleichgroßer Neubau erforderlich sei. Der Grundriss sei jedoch den heutigen Bedürfnissen der Schule anzupassen. Außerdem müsse die Barrierefreiheit berücksichtigt werden.

Eine Kostenschätzung legte sie den Kommunalpolitikern am Donnerstagabend auch vor. Die schwanken je nach Ausführung zwischen 5,02 und 7,4 Millionen Euro.

Das Altgebäude könnte zwar für viel Geld saniert werden, wir bekämen jedoch keinen Neubaustandard hin.

Judith Klaas

Unter dem Kostenaspekt machte Judith Klaas, Leitung Gebäude- und Immobilienmanagement der Stadt Lüdinghausen, deutlich: „Das Altgebäude könnte zwar für viel Geld saniert werden, wir bekämen jedoch keinen Neubaustandard hin.“ Als groben Zeitplan – für den Fall, dass neu gebaut wird – nannte Klaas 2021 als Jahr der Fertigstellung. „Das liegt unter anderem daran, dass wir die Maßnahme europaweit ausschreiben müssen“, betonte sie. Und sie fügte hinzu: „Für die Bauphase müssten wir auf eine Containerlösung zurückgreifen.“ An dem Punkte hakte Haase noch einmal nach: „Gibt es denn keine Möglichkeit, an anderer Stelle auf dem Gelände zu bauen, so dass man auf die Pavillons verzichten könnte?“ Nach ersten Prüfungen sei das nicht möglich, so Klaas. „Wir schauen uns die Situation allerdings noch mal an.“

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung haben die Mitglieder der beiden Fachausschüsse ihr Okay gegeben, dass die Planungen für die Ludgerischule weitergehen. Das teilte Bürgermeister Richard Borgmann auf Anfrage der WN mit. Bereits am Donnerstag (9. Februar) steht das Thema Sanierung oder Neubau erneut auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

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