Artenschutz fängt schon beim täglichen Einkauf an
Irgendwie hängt alles mit allem zusammen

Lüdinghausen -

Artenschutz fängt beim täglichen Einkauf an. Davon ist Dr. Irmtraud Papke, Leiterin des Biologischen Zentrums, überzeugt.

Freitag, 03.03.2017, 10:03 Uhr

Ein „Sommerkasten“ für Fledermäuse lässt sich problemlos anbringen und sorgt für mehr Vielfalt im heimischen Garten, zeigt Irmtraud Papke als nur ein Besipiel.
Ein „Sommerkasten“ für Fledermäuse lässt sich problemlos anbringen und sorgt für mehr Vielfalt im heimischen Garten, zeigt Irmtraud Papke als nur ein Besipiel. Foto: ben

Irgendwie hängt alles mit allem zusammen, findet Dr. Irmtraud Papke vom Biologischen Zentrum. Insbesondere wenn es um das Thema „ Artenschutz “ geht. Denn: „Alles, was wir tun, hat Konsequenzen.“ Wer seinen Vorgarten als Schotterpiste gestalte, weil das pflegeleichter sei als ein Beet mit Pflanzenbewuchs, raube damit der Natur ein Stück Boden. „Und ohne den gibt es nun mal weder Fauna noch Flora.“

Als ein Beispiel für das enge Zusammenspiel im Ökosystem nennt Papke die Feuchtwiesen an der Burg Vischering . „Dort wächst das Wiesenschaumkraut. Und nur wenn das im Frühling blüht, sind mit einem Schlag auch die wunderschönen orangefarbenen Aurorafalter da, die genau diese Pflanze benötigen.“ Sprich: ohne Feuchtwiesen kein Wiesenschaumkraut, ohne Wiesenschaumkraut keine Aurorafalter.

Jetzt zur Fastenzeit wird gerne Fisch gegessen.

Dr. Irmtraud Papke

Doch nicht nur die Frage, ob man den eigenen Garten naturnah gestaltet und damit den heimischen Vögeln und Insekten einen Lebensraum gibt, nein auch beim Einkauf könne man etwas für die Artenvielfalt tun. „Jetzt zur Fastenzeit wird gerne Fisch gegessen. Wer dabei auf ein Siegel für nachhaltigen Fang achtet, hat schon etwas für den Erhalt der Artenvielfalt in den Meeren getan.“ Dabei will die Leiterin des Biologischen Zentrums keineswegs die moralische Keule schwingen. „Wir möchten mit unserer Arbeit nur erreichen, dass die Menschen die Zusammenhänge kennen und sich dann bewusst entscheiden können.“

Das bedeutet, dass wir eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Eulenart haben.

Dr. Irmtraud Papke

Zum Beispiel bei der Wahl des Apfelsaftes, den man kauft. „Warum sich nicht für den entscheiden, der aus Obst von heimischen Streuobstwiesen stammt? Damit hilft man gleichzeitig unserem Steinkauz“, erklärt Papke den Zusammenhang. Der Steinkauz bevorzugt nämlich genau solche Streuobstwiesen zum Nisten und als Jagdrevier. Übrigens gibt es von diesen geflügelten Freund ausgerechnet im Münsterland auffallend viele Exemplare. Der Fachmann spricht dann von einer „Verantwortungsart“ für diese Region. Papke: „Das bedeutet, dass wir eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Eulenart haben, gerade weil sie hier noch so häufig vorkommt.“

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Infos zu Artenschutz, naturnaher Gartengestaltung und anderen Umweltthemen gibt das Biologische Zentrum, ' 0 25 91/41 29. | www.biologisches-zentrum.de

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