Simon Poppe fährt zur See
Ein knochenharter Job

Lüdinghausen -

Fernweh – das hat Simon Poppe schon früh gepackt. Nach seinem Studium der Nautik an der Jade-Hochschule in Elsfleth fährt der gebürtige Lüdinghauser zur See. Inzwischen hat es der 27-Jährige bis zum Ersten Offizier auf einem Containerschiff gebracht.

Samstag, 18.03.2017, 09:03 Uhr

Die Ladung im Hafen von Le Havre in Frankreich wird auch bei Nacht gelöscht. Als Zweiter Offizier gehörten die Überwachung und Organisation des Be- und Entladens zu den Aufgaben von Simon Poppe. Anfang April geht er als Erster Offizier wieder an Bord.
Die Ladung im Hafen von Le Havre in Frankreich wird auch bei Nacht gelöscht. Als Zweiter Offizier gehörten die Überwachung und Organisation des Be- und Entladens zu den Aufgaben von Simon Poppe. Anfang April geht er als Erster Offizier wieder an Bord. Foto: privat

„Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt, die ist schön. Denn da kann man fremde Länder und noch manches andre sehn“ – dieses Kinderlied kennt auch Simon Poppe . Dass er gerne zur See fährt, bestätigt er mit einem Lächeln. Zugleich aber betont er: „Das ist ein knochenharter Job. Man steht ständig unter Strom.“ Der Lüdinghauser muss es wissen. Seit seinem Studium der Nautik an der Jade-Hochschule in Elsfleth von 2010 bis 2015 ist er regelmäßig an Bord. Inzwischen hat er es bis zum Ersten Offizier gebracht und ist auf dem besten Weg, das Kapitänspatent zu erwerben. „Das“, so Poppe, „dürfte in einem Jahr erreicht sein.“

Simon Poppe

Simon Poppe Foto: privat

Das Fernweh habe ihn schon in Kindertagen gepackt, erzählt der 27-Jährige. Aufgewachsen ist er in Deutschland und in Indonesien. Dorthin hatte es seine Familie wegen der Berufstätigkeit seiner Eltern verschlagen. An der Deutschen-Internationalen Schule in der indonesischen Hauptstadt Djakarta hat er auch sein Abitur gemacht. „Dort ist auch die Liebe zur Ferne entstanden. Das Reisen durch die Welt hat unsere ganze Familie geprägt“, sagt Poppe.

Das Reisen durch die Welt hat unsere ganze Familie geprägt.

Simon Poppe

Bislang fuhr er als Zweiter Offizier auf einem Containerschiff vorwiegend auf Nord- und Ostsee. Aber auch bis an die afrikanische Westküste, bis Marokko oder Nigeria führten seine Touren. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem die Navigation des Schiffes, der Funkbetrieb sowie der medizinische Bereich und die Ladungswache an Bord.

Mit seinem jüngst erworbenen Patent als Erster Offizier geht es Anfang April wieder an Bord. Er habe das Glück, bei einer deutschen Reederei – der Jüngerhans Maritime Services GmbH & Co. KG mit Sitz in Haren an der Ems – zu arbeiten, sagt Poppe. Dort seien die Arbeitsbedingungen und auch die Bezahlung besser als bei ausländischen Unternehmen. Allerdings: Trotz der deutschen Reederei fahre sein Schiff – die Pegasus J – unter zypriotischer Flagge.

Deutsche genießen immer noch das Ansehen, die besten Seeleute zu sein.

Simon Poppe
Die Pegasus J

Die Pegasus J Foto: privat

„Deutsche genießen immer noch das Ansehen, die besten Seeleute zu sein“, beschreibt er seine Erfahrungen. Auf seinem Schiff ist er der einzige Deutsche. „Bei 14 Mann Besatzung haben wir neun Nationalitäten. Die Offiziere kommen zumeist aus Russland, der Ukraine oder Polen, die Mannschaften von den Philippinen, den Kapverden oder der Insel Kiribati.“ Auf diese unterschiedlichen Nationalitäten und Mentalitäten müsse man sich einzustellen lernen – mögliche Reibereien inklusive. Dazu trägt die räumliche Enge bei. Seine eigene Kammer misst gerade einmal acht Quadratmeter samt WC und Dusche.

Familienfreundlich sei die Seefahrt nicht wirklich, sagt Poppe. das erfährt er gerade selbst. Im Februar wurde Sohn Jonathan geboren. Mit ihm und seiner Ehefrau wird er in den nächsten Monaten nur noch sporadisch in Kontakt sein.

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