Sondersitzung des Planungsausschusses
Ampel ist „erste Attraktion“

Lüdinghausen -

Eine Fußgängerampel am Ostwall ist für Dr. Thomas schwarze die „erste Attraktion“ auf dem Weg vom Edeka-Markt in die Altstadt. Bei seinem Vortrag im Planungsausschuss wollte der Referent nur wenig Positives an der Steverstadt erkennen. Was im Ausschuss nicht bei allen gut ankam.

Donnerstag, 06.04.2017, 08:00 Uhr

Die „erste Attraktion“ auf dem Weg in die Altstadt ist für den Referenten Thomas Schwarze die Ampel am Ostwall. Die Janackergärten sind eher ein „Angstraum“.
Die „erste Attraktion“ auf dem Weg in die Altstadt ist für den Referenten Thomas Schwarze die Ampel am Ostwall. Die Janackergärten sind eher ein „Angstraum“. Foto: wer

„Lüdinghausen ist ein spannender und komplexer Ort“ – das war noch eine der wenigen positiven Anmerkungen, die Dr. Thomas Schwarze für die Steverstadt übrig hatte. Der Di­plomgeograf mit Beratungsbüro in Münster referierte am Dienstagabend in der Sondersitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Energie, Planung und Stadtentwicklung (KEPS) über das Areal zwischen Konrad-Adenauer-Straße, Janackergärten bis zum Ostwall. Eingeladen hatten ihn als Experten die Fraktionen von Grünen, SPD und UWG. Die hatten sich im Vorfeld gewünscht, das sich ein Sachverständiger „mit dem Blick von außen“ Gedanken über diese Fläche machen sollte.

Ich bin ja nicht hier, um ihnen Honig um den Bart zu schmieren.

Dr. Thomas Schwarze

Diese stellte Schwarze dann auch in einem eher salopp-flapsigen Ton vor, was vor allem beim Bürgermeister sowie den Christdemokraten nicht gut ankam. Aber, so Schwarze: „Ich bin ja nicht hier, um ihnen Honig um den Bart zu schmieren.“ Ein Vorwurf, dem man ihm an diesem Abend sicher nicht machen konnte. So ließ er an der Wegeverbindung vom Edeka-Markt in Richtung Altstadt kein gutes Haar: „Die erste Attraktion ist die Ampel am Ostwall“, stellte er mit gewissem Sarkasmus fest. Und: Beim Gang durch die Innenstadt würden dem Besucher „weder Versprechungen noch Hoffnungen gemacht“. Das kleinteilige Zentrum brauche „Frequenzbringer“, forderte er. Aber dazu seien weder „Kirche, Burgen noch Museen“ geeignet. Kurzum, die Zukunft für Lüdinghausen sei eher düster. Wie auch die Janackergärten, die ihm mit ihren hohen Hecken als „Angstraum“ erschienen.

Wenn man den Ausführungen gelauscht hat, könnte man meinen, in Lüdinghausen ist gar nichts los.

Anton Holz (CDU)

Entschiedenen Widerspruch für seine Aussagen erntete der Referent von Bürgermeister Richard Borgmann. Schwarze sei bei seiner Bewertung und Sichtweise zur Situation in Lüdinghausen „in den 1990er Jahren stehen geblieben“ – eine Zeit, in der er einmal ein Einzelhandelsgutachten für die Stadt erstellt habe. Längst sei die Entwicklung in eine andere, weit positivere Richtung gegangen, verwies Borgmann auf diverse Projekte etwa der Regionale, die Marktplatzumgestaltung und den Gesundheits-Campus.

Während Eckart Grundmann (Grüne) in seinem Resümee Schwarze für wichtige Denkanstöße dankte, fasste Anton Holz (CDU) seinen Eindruck so zusammen: „Wenn man den Ausführungen gelauscht hat, könnte man meinen, in Lüdinghausen ist gar nichts los.“

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