Lüdinghauser Tafel versorgt mehr Menschen
Gemeinsam packen sie es an

Lüdinghausen -

2016 war ein Jahr voller Herausforderungen für die Mitglieder der Lüdinghauser Tafel. Sie versorgten wesentlich mehr Menschen mit Lebensmitteln als im Vorjahr. Möglich war das nur durch den enormen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer.

Donnerstag, 06.04.2017, 11:04 Uhr

Sie lenken die Geschicke der Lüdinghauser Tafel (v.l.):
Sie lenken die Geschicke der Lüdinghauser Tafel (v.l.): Foto: Anne Eckrodt

Ein Jahr voller Herausforderungen liegt hinter den Mitgliedern der Lüdinghauser Tafel. „Doch“, so machte der Vorsitzende Josef Kersting gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung deutlich, „wir haben sie gemeinsam gemeistert.“ Die vielen Menschen, die 2016 auch in Lüdinghausen Schutz gesucht und bei der Tafel als Geflüchtete um Hilfe gebeten haben, haben bei dem Verein einiges verändert. „60 Prozent der Menschen, die von uns wöchentlich mit Lebensmitteln versorgt werden, gehören zu Bedarfsgemeinschaften, die im Asylverfahren leben oder Migrationshintergrund haben“, machte Kersting während der Versammlung im „Hotel zur Post“ am Dienstagabend deutlich. In Zahlen ausgedrückt seien das rund 450 von 766 Personen.

Das hat damit zu tun, dass bei vielen anerkannten Asylbewerbern die Familienzusammenführung erfolgt ist.

Josef Kersting

Die ehrenamtlichen Kräfte der Tafel versorgten 2016 pro Ausgabe durchschnittlich 192 Kunden. Im Jahr zuvor waren es 218. „Das bedeutet zwar einen Rückgang der Abholer, nicht aber der Menschen, die letztlich mit Lebensmitteln versorgt wurden“, erläuterte Schriftführerin Anni Pröbsting in ihren Ausführungen zur Jahresstatistik. Der Grund dafür: „Das hat damit zu tun, dass bei vielen anerkannten Asylbewerbern die Familienzusammenführung erfolgt ist“, sagte Kersting.

Menschen aus 37 Nationen standen 2016 in der Kundenkartei der Tafel. Deutsche Staatsbürger machten mit 237 Personen den größten Anteil aus. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Syrer, nämlich um 87 auf 154. „Als Tafel bekennen wir uns ausdrücklich zur Hilfe für Menschen, die vor Gewalt und Bedrängnis in ihren Heimatländern zu uns geflohen sind. Wir erleben auch gelingende Beispiele für Integration. Das macht uns Mut“, betonte Kersting. All das sei ohne das große Engagement der vielen ehrenamtlichen Kräfte nicht möglich gewesen. „Sie sind das Herzstück unseres Betriebes“, brachte es der Vorsitzende auf den Punkt.

Die finanzielle Situation ist stabil und mittelfristig gesichert.

Marion Schmidt

Einblicke in die Finanzen gewährte Schatzmeisterin Marion Schmidt. Kostenpunkt Nummer eins war die Anschaffung eines gebrauchten Transporters. Auf der Einnahmenseite listete sie unter anderem 16 700 Euro an Spenden, 18  800 Euro durch die Warenausgabe und 11 700 Euro als Erlös aus den Pfandboxen – 3000 Euro mehr als im Vorjahr – auf. „Die finanzielle Situation ist stabil und mittelfristig gesichert“, so das Fazit der Schatzmeisterin. Kersting machte jedoch deutlich: „Ohne Spenden und die vielen Firmen, die uns unterstützen, müsste die Tafel rote Zahlen schreiben.“

Vorstandswahlen

Bei den Vorstandswahlen gab es auf zwei Positionen Veränderungen. Die Beisitzer Anne Kurth und Konrad Loser kandidierten nicht erneut. Als Nachfolger wählten die Mitglieder Monika Wagner und Karl Westrup . Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt: Kersting als Vorsitzender, Annette Zurwonne als seine Stellvertreterin, Schmidt als Schatzmeisterin sowie die Beisitzerinnen Pröbsting und Gisela Henke. Als Kassenprüfer fungieren in diesem Jahr Anne Weiß und Albert Boländer.

Ehe Kersting nach nur einer Stunde den offiziellen Teil der Versammlung schloss, richtete er noch einen Appell an die Runde, aber auch an die Öffentlichkeit: „Wir benötigen dringend mehr Kuchenspenden für das Burgcafé im Advent.“

Die Tafel in Zahlen

2016 gab es 51 Ausgabetage, zu denen insgesamt 9803 Kunden kamen (pro Ausgabe durchschnittlich 192). Versorgt wurden 23 169 Kunden. Dafür waren über 100 ehrenamtliche Helfer der Lüdinghauser Tafel im vergangenen Jahr rund 9000 Stunden im Einsatz. Die Fahrzeuge der Tafel legten circa 22 400 Kilometer zurück. Die Mitgliederzahl des Vereins lag Ende des vergangenen Jahres bei 235, das sind neun mehr als 2015.

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