Musica Camerata
„Man dirigiert kein Quartett“

Lüdinghausen -

„Harmonie erzeugen“ möchte der Gründer des Kammerorchesters, Hans-Georg Jaroslawski. Und wie das funktioniert, davon konnten sich die Besucher am Sonntag beim Tag der offenen Tür der Musica Camerata überzeugen.

Mittwoch, 03.05.2017, 12:05 Uhr

Im historischen Kapitelsaal z gaben die Mitglieder der Musica Camerata rund um Hans-Georg Jaroslawski einen Einblick in ihre Arbeit und präsentierten Kostproben ihres Könnens.
Im historischen Kapitelsaal gaben die Mitglieder der Musica Camerata rund um Hans-Georg Jaroslawski (stehend l.) einen Einblick in ihre Arbeit und präsentierten Kostproben ihres Könnens. Foto: Laurids Leibold

Einen Blick hinter die Kulissen konnten am Sonntagnachmittag die Besucher des „Tags der offenen Tür“ der Musica Camerata im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen . Der Gründer des Kammerorchesters , Hans-Georg Jaroslawski , stellte die Musica Camerata und ihre Arbeit vor. Zudem erklärte der Dirigent seine Arbeit. „Meine Aufgabe ist es, eine Harmonie zu erzeugen“, erklärte er. Dazu bedürfe es im Vorfeld einer Feinjustierung der richtigen Zusammensetzung des Orchesters. Während eines Konzertes gebe der Dirigent mit Hilfe seines Taktstocks den Beginn, das Tempo und die Taktung der Musik vor. In kleineren Zusammensetzungen könne diese Aufgabe der Konzertmeister übernehmen, der sonst als „linke Hand des Dirigenten“ fungiere: „Man dirigiert kein Quartett“, fasste es Jaroslawski zusammen.

Natürlich gaben die Musikerinnen und Musiker auch eine Kostprobe ihres Könnens, sehr zur Freude des Publikums. So wurden Sätze aus Bruckners Kammersinfonie und die 6. Sonate Rossinis präsentiert. Dabei konnte man deutlich die vielfältigen Emotionen erkennen, welche die Stücke transportierten. Einen besonders lebendigen Satz aus Bruckners Kammersinfonie bezeichnete Jaroslawski als „Medizin“ für die Seele.

Trotz unterschiedlicher Temperamente in dem international besetzten Orchester, müssten die Musiker harmonieren, was jedoch kein Problem sei, so der Dirigent: „Es ist völlig egal, wo die Leute herkommen, denn sie haben ein Ziel: gemeinsam Musik spielen.“ Dabei sei der grenzüberschreitende Austausch von Musikern bereits seit der Neuzeit Gang und Gäbe: „Die europäische Harmonie gibt es in der Musik schon seit 500 Jahren“, so der Leiter des Orchesters.

Es ist völlig egal, wo die Leute herkommen, denn sie haben ein Ziel: gemeinsam Musik spielen.

Hans-Georg Jaroslawski

Abschließend wurden zudem die offenen Fragen der Gäste beantwortet. So wollte einer wissen, welche Rolle die Räumlichkeit für das Musizieren spielt. „Eine sehr große“, erklärte Jaroslawski und wies in dem Zusammenhang auf die etwas unbefriedigende derzeitige Situation des Orchesters hin, da der Kapitelsaal zwar eine gute Akustik habe, aber zu wenig Kapazitäten für größere Konzerte.

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