Christengemeinde ist froh über ihr neues Zuhause
Kirche ist ein Riesengeschenk

Lüdinghausen -

Nach dem Kauf der Kirche St. Ludger durch die Christengemeinde „Gottes Wort“ plant diese umfangreiche bauliche Maßnahmen. So soll in dem Gotteshaus eine Zwischendecke für neue Räume eingezogen werden, erklärte der Gemeindevorsitzende Ivan Stukert.

Donnerstag, 08.06.2017, 07:06 Uhr

In der nahen Zukunft wird die Kirche St. Ludger umgebaut. Sie ist seit Pfingstmontag neue Heimstatt der freikirchlichen Christengemeinde „Gottes Wort“. Über das neue Zuhause für seine Gemeinde freut sich der Vorsitzende Ivan Stukert.
In der nahen Zukunft wird die Kirche St. Ludger umgebaut. Sie ist seit Pfingstmontag neue Heimstatt der freikirchlichen Christengemeinde „Gottes Wort“. Über das neue Zuhause für seine Gemeinde freut sich der Vorsitzende Ivan Stukert. Foto: wer

Was für die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde am Pfingstmontag ein Ende bedeutete, war für die Christengemeinde „Gottes Wort“ ein Anfang. Die Kirche St. Ludger – seit fast sechs Jahrzehnten das Zuhause der Katholiken – wird nun zur Heimstatt für die 100 Mitglieder der freikirchlichen Glaubensgemeinschaft. „Wir können endlich Wurzeln schlagen“, erklärte Ivan Stukert , der Vorsitzende der Gemeinschaft, im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten .

Wir können endlich Wurzeln schlagen

Ivan Stukert

Die Kirche St. Ludger ist für die Christengemeinde kein gänzlich unbekannter Ort. Bereits seit drei Jahren dient sie ihr als Versammlungsstätte. Der Kontakt zur Kirchengemeinde St. Felizitas sei immer sehr freundlich gewesen, so Stukert. Aber das Gotteshaus sei eben immer nur ein Quartier auf Leihbasis gewesen. Mit dem Kauf des Gebäudes sei das nun anders. Finanziert wird der durch die Gemeindemitglieder selbst, die für den Erwerb spenden. Aber auch andere freikirchliche Gemeinden hätten eine finanzielle Unterstützung zugesagt. Man helfe sich gegenseitig, sagt der Vorsitzende: „Wir erheben keine Pflichtbeiträge oder Kirchensteuern.“

Stukert selbst ist nicht nur weltlicher Vorsitzender der Christengemeinde, sondern auch ihr geistlicher Spiritual. Zuständig ist er dabei nicht nur für die Gemeinschaft in Lüdinghausen, sondern auch für die in Bochum, Wuppertal, Lünen und Dortmund. Gegründet wurde die Christengemeinde vor 15 Jahren. Ihre Mitglieder haben ihre Wurzeln vorwiegend in ehemaligen So­wjetrepubliken wie Kasachstan oder Kirgisistan, berichtet Stukert. Die Mitglieder der Gemeinde in Lüdinghausen werden von Stukerts Bruder Andrej betreut. Neben Steverstädtern gehören dazu Menschen aus Ascheberg, Selm, Olfen und Dülmen. Die Christengemeinde ist auch Mitglied des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Dem gehören bundesweit etwa 800 Gemeinden an.

Wir pflegen unsere Gemeinschaft und Freundschaft.

Ivan Stukert

Das Gemeindeleben der freikirchlichen Glaubensgemeinschaft unterscheide sich deutlich von dem in der katholischen Kirchengemeinden. „Sonntage sind bei uns Familientage. Es beginnt morgens und geht oft bis in den späten Abend“, beschreibt der 32-jährige Vorsitzende den Ablauf. So werde ein Gottesdienst gefeiert, anschließend träfen sich verschiedene Gruppen. Es wird gemeinsam gegessen, aber auch gespielt. Verschiedene Gebetskreise werden gebildet, auch für Kinder gibt es besondere Angebote. „Wir pflegen unsere Gemeinschaft und Freundschaft“, sagt Stukert.

Um die ehemalige Pfarrkirche St. Ludger den Bedürfnissen der neuen Nutzer anzupassen, sind umfangreiche Bauarbeiten vorgesehen. So wird im hinteren Teil der Kirche eine Zwischendecke eingezogen, um Platz für neue Räumlichkeiten etwa für Bibelgespräche oder Gebetsstunden zu schaffen, kündigt Stukert an. Sogar eine Küche soll eingebaut werden. Der vordere Teil der Kirche werde weitgehend unverändert bleiben. „Für uns ist die Kirche ein Riesengeschenk“, fasst der Gemeindevorsitzende die Gefühle seiner Gemeinschaft zusammen.

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