„Zen­trum für historische ländliche Baukultur“ gegründet
Auch Bauernhöfe sind wertvoll

Lüdinghausen -

Ihre Aufmerksamkeit liegt nicht auf den großen Schlössern und Burgen der Region. Ihr Augenmerk gilt alten Bauern- und Handwerkerhäusern. Gemeinsam mit anderen Interessierten haben Ludger Schröer, Johannes Busch und Liane Schmitz das „Zen­trum für historische ländliche Baukultur im Münsterland“ gegründet.

Dienstag, 27.06.2017, 09:06 Uhr

Sie engagieren sich für die historische ländliche Baukultur im Münsterland (v.l.): Liane Schmitz, Johannes Busch und Ludger Schröer. Sitz des Vereins ist der Hof Grube in Tetekum.
Sie engagieren sich für die historische ländliche Baukultur im Münsterland (v.l.): Liane Schmitz, Johannes Busch und Ludger Schröer. Sitz des Vereins ist der Hof Grube in Tetekum. Foto: r

In einigen Monaten wird die Burg Vischering nach Umbau und Sanierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Im Rahmen der Regionale 2016 werden dort Millionen Euro investiert. Gut angelegtes Geld, finden Dr. Ludger Schröer. Burgen und alte Herrensitze seien es durchaus wert, dass sie in dieser Weise erhalten blieben. Zugleich stellt er aber fest: „Die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung ist vergleichsweise einseitig auf imposante und touristisch wertvolle Objekte konzen­triert.“

Die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung ist vergleichsweise einseitig auf imposante und touristisch wertvolle Objekte konzen­triert.

Ludger Schröer

Darin ist er sich mit Historikerin Liane Schmitz und Johannes Busch , dem Eigentümer des historischen Hofes Grube in Tetekum, einig. Gemeinsam mit einigen anderen Interessierten haben sie das „Zen­trum für historische ländliche Baukultur im Münsterland“ ins Leben gerufen. Zum Gründungsteam gehören neben Historikern, Architekten, Haus- und Bauforschern auch Archäologen.

Sie machen Heimat aus, auch sie haben ihre Wertigkeit.

Johannes Busch

Ihre Zielrichtung richtet sich dabei eben nicht auf mittelalterliche Wehranlagen, sondern alte Bauern- oder Handwerkerhäuser, Mühlen, Scheunen und sogar Brücken. „Zu viel an wertvoller Substanz geht verloren, sei es leichtfertig oder aus Unkenntnis“, bedauert Schröer. Denn auch solche historischen Objekte seien erhaltenswert. „Sie machen Heimat aus, auch sie haben ihre Wertigkeit“, ist Johannes Busch überzeugt.

Den Initiatoren des Vereins ist klar, dass sie die vielen erhaltenswürdigen Bauten nicht selbst bewahren können. „Uns geht es darum, zu sensibilisieren. Wir beraten, informieren und dokumentieren“, bringt Liane Schmitz den Ansatz des neu gegründeten Vereins auf den Punkt. Durch Kontakte mit Heimatvereinen in der Region und anderen an der Historie Interessierten solle ein Netzwerk geknüpft werden. Insgesamt, so die Historikerin, sei man derzeit auf Partnersuche für das Anliegen des Vereins: „Wir machen uns auf den Weg.“

Wir beraten, informieren und dokumentieren.

Liane Schmitz

Gefragt sei da „bürgerschaftliches Engagement“, formuliert Busch. So gehe es auch darum, Besitzern von alten Häusern zu verdeutlichen, welche Möglichkeiten es zum Erhalt, zur Umgestaltung und Neunutzung gebe. Denn, so Schmitz, nicht immer sei ein Neubau finanziell weniger aufwendig als die Sicherung des Bestehenden. Da beständen vielfach „irrationale Ängste“.

Den Aktionsradius „Münsterland“ des Vereins sieht Busch ganz pragmatisch: „Das Münsterland ist eine gesetzte Marke: Reiten, Schlösser und Burgen. Das ist eine historisch gewachsene Region.“ Und selbstverständlich gehörten eben auch andere erhaltenswerte Bauten dazu.

Zum Thema

Wer Kontakt mit dem Verein, der seinen Sitz auf Hof Grube hat, aufnehmen will, kann dies per E-Mail an zentrum-historische-baukultur@gmx.de tun.                              | www.historische-baukultur-     muensterland.de

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