Anlieger gegen „klotzigen“ Neubau
Gegenwind für Clara-Stift

Seppenrade -

Anlieger und der Heimatverein wenden sich gegen die Dimensionierung der geplanten Erweiterung des Clara-Stifts. Sie sehen nicht nur das städtebauliche Gesamtbild gestört, sondern haben auch Bedenken in ökologischer Hinsicht mit Blick auf die Wolfsschlucht.

Dienstag, 04.07.2017, 10:07 Uhr

Auf dieser Wiese am Hang in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wolfsschlucht soll der Erweiterungsbau des Clara-Stiftes entstehen. Gegen die Pläne, das Vorhaben in dieser Form zu realisieren, wenden sich Anlieger sowie der Heimatverein Seppenrade.
Auf dieser Wiese am Hang in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wolfsschlucht soll der Erweiterungsbau des Clara-Stiftes entstehen. Gegen die Pläne, das Vorhaben in dieser Form zu realisieren, wenden sich Anlieger sowie der Heimatverein Seppenrade. Foto: wer

Die Pläne der Heilig-Geist-Stiftung, das Altenwohnheim Clara-Stift zu erweitern, stoßen auf Widerstand im Rosendorf. Mit den Einwänden der Anlieger sowie des Heimatvereins und der „Arbeitsgruppe Quellen und Siepen“ beschäftigt sich der Ausschuss für Klimaschutz, Energie, Planung und Stadtentwicklung in seiner Sitzung am heutigen Dienstag. Die Clara-Stift-Betreiber begründen ihre Pläne unter anderem mit einem gestiegenen Bedarf an Pflegeplätzen vor Ort, aber auch für Interessenten aus der Umgebung.

Rücksichtslos gegenüber der bestehenden Wohnsiedlung

Immerhin acht Anlieger der Nachbarschaft in der Straße Am Dorn begründen ihre Ablehnung des Bauvorhabens in dieser Form mit der Größe des geplanten Gebäudes. Aus ihrer Sicht ist es „zu groß und klotzig“. Der Baukörper mit einer Firsthöhe von 16 Metern verhalte sich „rücksichtslos gegenüber der bestehenden Wohnsiedlung“. Insgesamt, so die Ansicht der Anlieger, wirke sich das Vorhaben nachteilig auf das Orts- und Landschaftsbild aus. Zudem widerspreche die anvisierte Viergeschossigkeit in seiner Dimension dem bereits bestehenden Clara-Stift-Komplex.

Diesem Einwand schließen sich der Heimatverein und die „Arbeitsgruppe Quellen und Siepen“ an. Ein viergeschossiger Baukörper stehe „nicht mehr in angemessener Relation“ zur umgebenden Wohnbebauung. Mit Blick auf eine in der Zukunft mögliche erneute Erweiterung des Altenwohnheims warnt der Vorstand des Heimatvereins davor, dass dann der „Eindruck eines Fremdkörpers“ nochmals verstärkt würde.

Parksituation wird sich verschärfen

Ebenso wie die Arbeitsgruppe verweisen auch die Heimatfreunde auf eine Gefahr für den Erhalt der Quelle in der nahen Wolfsschlucht durch die große Flächenversiegelung und die Tiefe des Kellergeschosses bei einem Neubau. Gerade diese sei im Regionale-Projekt „Quellen und Siepen“ aber als „besonders erhaltenswert“ bezeichnet worden. Von den Verantwortlichen des Bauvorhabens wünschen sie sich daher, dass diese Maßnahmen ergreifen, die die Quellstandorte sichern und ökologisch aufwerten. Zumal eine von den Bauherren angedachte Verrohrung für das Niederschlagswasser senkrecht in Richtung Wolfsschlucht den Planungen der Sanierung der Wolfsschlucht im Rahmen der Regionale widerspreche.

Anlieger und Heimatverein sind sich zudem darin einig, dass die Parkplatzsituation im Bereich Am Dorn und in der Mollstraße sich nach einer Erweiterung deutlich verschärfen werde. Denn die von den Bauherren geplanten Stellplätze würden den erhöhten Bedarf – auch für das Mehr an Mitarbeitern – kaum decken.

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