Benefizlesung der Bürgerstiftung
Eine Liebeserklärung an Mascha Kaléko

Lüdinghausen -

Kein Wunder, dass sich das Publikum mit tosendem Beifall bedankte: Claudia Wulf ließ die Lesung mit Werken von Mascha Kaléko zu einer Liebererklärung an die Dichterin Mascha Kaléko werden.

Dienstag, 11.07.2017, 06:07 Uhr

Ernteten viel Applaus: Claudia Wulf (r.), die Texte von Mascha Kaléko vortrug, und Andrea Sauer, die für die Begleitung auf dem Klavier sorgte.
Ernteten viel Applaus: Claudia Wulf (r.), die Texte von Mascha Kaléko vortrug, und Andrea Sauer, die für die Begleitung auf dem Klavier sorgte. Foto: Arno Wolf Fischer

Eine musikalische und literarische Reise in die Welt der Dichterin Mascha Kaléko erwartete die Zuhörer am Sonntagabend im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Die von der Bürgerstiftung Lüdinghausen organisierte Benefizlesung zog viele Besucher an. Und so präsentierte Claudia Wulf vor einem vollen Saal Gedichte und Erzählungen aus dem Leben der Dichterin. Begleitet wurde sie dabei von Andrea Sauer am Flügel, die die rezitierten Gedichte mit darauf abgestimmter zeitgenössischer Musik untermalte. Dazu gehörten unter anderem Stücke von Charlie Chaplin und Frank Sinatra.

Ich liebe diese Frau, weil sie einfach wunderschöne Lyrik macht.

Claudia Wulf

„Ich liebe diese Frau, weil sie einfach wunderschöne Lyrik macht“, schwärmte Wulf über die Dichterin, deren Werke für sie nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Die Exillyrik von Kaléko spiegelt laut Wulf auch „die Sehnsüchte und Gedanken der heutigen Flüchtlinge wider“.

Die Lüdinghauserin begann ihre Lesung mit dem Zeitpunkt der Geburt der Dichterin und präsentierte mit gefühlvollem Stimmeinsatz die wichtigsten Stationen ihres Lebenswegs. So stellte sie Kalékos Jugendjahre anhand ihres Gedichts „Interview mit mir selbst“ vor und verband die Hochzeit der Lyrikerin mit ihrem Werk „Sozusagen grundlos vergnügt“. Die Emigration in die Vereinigten Staaten im Jahr 1938 verarbeitete Kaléko mit dem Gedicht „Einem kleinen Emigranten“, das sich an ihren Sohn richtet. Melancholischer wurde es bei der Rückkehr in das Deutschland der Nachkriegszeit: „Nur das Weh, es blieb. Das Heim ist fort.“ Auch ihr zweites Exil in Israel und der Tod sowohl ihres Sohnes als auch ihres Ehemannes wurden von Wulf und Sauer stimmungsvoll interpretiert, bevor die Lesung mit dem Tod der Dichterin endete, die schrieb: „Ich werde gehen wie ich kam. Allein.“ Tosender Applaus für die beiden Interpretinnen brandete auf, die sich mit einer Zugabe bedankten.

Eine wirklich exzellente musikalische Lesung.

Norbert Lütke Entrup

„Eine wirklich exzellente musikalische Lesung“, attestierte Dr. Norbert Lütke En­trup von der Bürgerstiftung Wulf und Sauer. Anlass für die Lesung war der Geburtstag von Mascha Kaléko, die im Juni 110 Jahre alt geworden wäre. Wulf fand mit der Nordkirchenerin, die sie aus der gemeinsamen Chorarbeit kennt, schnell ein musikalisches Gegenstück. Der Erlös des Abends ist für einen guten Zweck bestimmt, bei dem auch der kulturelle Aspekt nicht zu kurz kommt: Damit wird das „Theaterprojekt griechische Mythologie“ des St.-Antonius-Gymnasiums und des Kolping-Bildungswerkes unterstützt. Dabei setzen Schüler die klassische Tragödie „Orestie“ des Dichters Aischylos um. Ihr Engagement soll durch die Unterstützung der Bürgerstiftung gewürdigt werden.

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