Klassiker immer noch beliebt
Trend aus Rimini: Sardinen-Eis

Lüdinghausen -

Geschmäcker sind unterschiedlich, das weiß auch Eisdielen-Besitzer Paulo Cortes. Doch was sich die Erfinder der Geschmacksrichtungen Sardine und Knoblauch gedacht haben, kann er sich nicht vorstellen. Bei seinen Kunden stehen andere Eissorten hoch im Kurs.

Montag, 31.07.2017, 12:07 Uhr

Früchtebecher bereitet Angestellte Saxsana Sakayam im Eiscafé San Remo zu, die Lüdinghauser mögen ihr Eis lieber klassisch.
Früchtebecher bereitet Angestellte Saxsana Sakayam im Eiscafé San Remo zu, die Lüdinghauser mögen ihr Eis lieber klassisch. Foto: nit

Knoblauch und Sardinen – das sollen tatsächlich existierende Zutaten für Speiseeis sein, erzählt Paulo Cortes dem überraschten Zuhörer. „Man kann aus Allem Eis herstellen“, sagt der Geschäftsführer des Eiscafés San Remo lachend. Die neusten Trends werden jedes Jahr im Januar auf der weltgrößten Eismesse in Rimini präsentiert. Doch nur wenige der teilweise fragwürdigen Sorten gelangen wirklich in die heimischen Eistheken.

Stracciatella und Vanille gehen immer

„Die Lüdinghauser bleiben lieber bei ihren Standardsorten Schokolade oder Haselnuss, als Becher geht Spaghetti-Eis gut“, so Cortes. Und Silvia Cani , Inhaberin des gegenüberliegenden Eiscafés Venezia, ergänzt: „Auch Stracciatella und natürlich Vanille verkaufen sich traditionell sehr gut.“ Hin und wieder erobern jedoch auch Exoten die Herzen der Eisliebhaber, wie zum Beispiel Buttermilch-Holunder.

„Das schmeckt ganz erfrischend“, meint Cani. Bei San Remo sei mittlerweile „Rocher“ sowie Cookies sehr beliebt, sagt Besitzer Cortes. Und dass Milchreis auch in gefrorener Form essbar ist, erleben Eisdielen-Besucher seit diesem Jahr.

Juli-Wetter verhagelt das Geschäft

Apropos Besucher: Sie nahmen am gestrigen Sonntag zahlreich auf den Stühlen vor den Cafés Platz, so war es in den vergangenen Juli-Wochen aber nicht immer. „Das Wetter schwankt sehr“, findet Cortes. Immer wieder würde der Regen das Terrassen-Geschäft im wahrsten Sinne verhageln (siehe Info-Kasten). Gut 60 Prozent der Kunden kämen von auswärts. „Und die überlegen es sich zwei Mal, ob sie angesichts dunkler Wolken am Himmel auf das Fahrrad oder Motorrad steigen wollen.“

An so manchen Tag hat er daher seinen Sommer-Aushilfen absagen müssen. Silvia Cani möchte sich nicht über schlechtes Wetter beschweren, sondern sieht sogar etwas Positives daran, wenn das heiße Bade-Wetter ausbleibt. „Um die 23 Grad ist gut“, meint sie. „Denn sobald es zu warm wird, meiden die Kunden die Innenstadt eher, gehen lieber ins Freibad und es ist überall – nicht nur bei uns – leer.“

Bei bewölkten 24 Grad gingen gestern einige Eiskugeln über den Tresen, die Sorten Sardine und Knoblauch waren aber nicht dabei. Sie haben es nicht auf die Eiskarte geschafft.

Juli verregneter als normalerweise

„Der Sommer ist total verregnet“ – das finden nicht nur die Eisdielenbesitzer, sondern auch so mancher Sonnenanbeter. Doch stimmt dieser Eindruck? Der Blick auf die Juli-Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der in Brochtrup eine Messstation betreibt, bestätigt die persönliche Empfindung. An zwei von drei Tagen meldete die Messeinrichtung Niederschlag. So fielen bis vergangenen Freitag 138,9mm, im Zehnjahresdurchschnitt sind es lediglich 87mm. Nur im Juli 2014 regnete es mehr. Spitzenreiter mit 37,5mm ist der 12. Juli, als mehr Wasser vom Himmel als im gesamten Juni prasselte. Und mit 171 Stunden bis einschließlich Freitag schien die Sonne im Juli auch weniger als im Durchschnitt (212 Stunden). nit

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