Mahd einer Streuobstwiese zwischen den Burgen ausgebracht
Wilde Wiese für die StadtLandschaft

Lüdinghausen -

Seit vielen jahren betreut Erich Hirsch eine Streuobstwiese am Dortmund-Ems-Kanal. Die Mahd dieser fläche wird jetzt in der StadtLandschaft zwischen den Burgen Lüdinghausen und Vischering ausgebracht.

Freitag, 04.08.2017, 06:08 Uhr

Erich Hirsch legt auf seiner Streuobstwiese am Dortmund-Ems-Kanal selbst Hand an. Die Mahd wird diesmal zwischen den Burgen Vischering und Lüdinghausen ausgebracht.
Erich Hirsch legt auf seiner Streuobstwiese am Dortmund-Ems-Kanal selbst Hand an. Die Mahd wird diesmal zwischen den Burgen Vischering und Lüdinghausen ausgebracht. Foto: Peter Werth

Die Artenvielfalt – oder besser deren Schwinden – treibt Erich Hirsch um. Und das seit vielen Jahren. Als Mitglied des Naturschutzbundes (Nabu) betreut er seit geraumer Zeit eine Streuobstwiese am Dortmund-Ems-Kanal in der Bauerschaft Ondrup. Die ehemalige, von der Stadt gepachtete Ackerfläche ist durch sein Engagement in ein kleines Naturidyll verwandelt worden. Systematisch hat er die Fläche in der Vergangenheit ausgemagert – sie gemäht, das Mähgut abgetragen und dem Boden keine Düngung zugefügt.

Das Saatgut dieser Wiese ist begehrt.

Erich Hirsch

Inzwischen, so freut sich der 76-Jährige, wächst dort wieder eine Vielzahl verschiedener Blumen wie die Wiesenmargerite, der Klappertopf, die Hauhechel und die Rapunzelglockenblume. „Das Saatgut dieser Wiese ist begehrt“, berichtet Hirsch. Und so wird die jüngst erfolgte Mahd jetzt in Absprache mit der Verwaltung auf der Fläche zwischen den beiden Burgen Lüdinghausen und Vischering – der „StadtLandschaft“ im Rahmen der Regionale 2016 – ausgebracht. Auf das auch dort bald eine bunte Blumenvielfalt wächst. „Diese Form der Ausbringung nennt man .impfen’. Das vorhandene Saatgut fällt zu Boden und wird – ruhiges Wetter vorausgesetzt – auch keimen“, sagt Hirsch.

Kooperation

Möglich gemacht hat diese Aktion eine enge Kooperation zwischen dem Nabu-Arbeitskreis Artenvielfalt, dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld mit dessen beiden Vertreterinnen – der Biologin Kerstin Wittjen und der Landschaftsökologin Anja Eirich – sowie dem städtischen Grünbeauftragten Heinz-Helmut Steenweg und der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Coesfeld. Bei der praktischen Arbeit hat Hirsch Unterstützung durch den Landwirt Berthold Kasberg erfahren. Der kam am Donnerstag mit Traktor und Anhänger, um die Mahd einzusammeln.

„Wir bewahren mit einer solchen Maßnahme kulturelles Erbe“, sagt Hirsch. Schließlich hätten vor 100 Jahren viele Flächen mit dieser Artenvielfalt glänzen können. Weiterer Vorteil dieses Artenreichtums an Blumen: Es finden sich dort viele Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. Was wiederum eine Nahrungsquelle für verschiedene Vögel sei. Hirschs Fazit: „Einsatz für die Natur lohnt sich immer.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5053810?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Nachrichten-Ticker