Projekt „Respekt – Mach Dein Ding“
Weg aus der Ausweglosigkeit

Lüdinghausen -

Saskia Gisler hat aus ihrer scheinbaren Ausweglosigkeit dann doch einen Weg gefunden. Die 22-Jährige hat auf ihrer Suche nach einem Platz in der (Arbeits)Welt Unterstützung von Mitarbeitern des Projekts „Respekt – Mach Dein Ding“ erhalten.

Freitag, 04.08.2017, 10:08 Uhr

Saskia Gisler hat es wohl geschafft. Seit März wird die 22-Jährige im Respekt-Projekt von Janina Enning (l.) und Christoph Heitland in Lüdinghausen betreut und begleitet.
Saskia Gisler hat es wohl geschafft. Seit März wird die 22-Jährige im Respekt-Projekt von Janina Enning (l.) und Christoph Heitland in Lüdinghausen betreut und begleitet. Foto: wer

„Ohne Respekt säße ich jetzt zu Hause.“ Saskia Gisler betrachtet ihre Situation im Rückblick auf die vergangenen Monate ungeschminkt. Die 22-Jährige hat aus ihrer scheinbaren Ausweglosigkeit dann doch einen Weg gefunden. Geholfen haben ihr dabei Janina Enning und Christoph Heitland vom Projekt „Respekt – Mach Dein Ding“. Dort finden Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren, die aufgrund von Benachteiligungen oder Beeinträchtigungen Schwierigkeiten haben, eine schulische oder berufliche Qualifikation zu erwerben, Unterstützung.

In knappen Worten schildert die junge Frau ihre bisherige (Aus-)Bildungslaufbahn. Nach dem Abschluss einer Förderschule habe sie am Berufskolleg ihren Hauptschulabschluss erworben. Es folgten eine abgebrochene Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin und eine Aushilfstätigkeit bei einem Lebensmitteldiscounter. Schließlich sei sie auf einem Internat für Menschen mit Behinderung gelandet. „Dort war ich oft krank und wurde immer dünner“, erzählt Gisler. Ihre Lage sei ihr ausweglos erschienen. Bis eine Bekannte sie Anfang des Jahres auf das Respekt-Projekt aufmerksam gemacht habe.

Alle waren total locker drauf.

Saskia Gisler

Der erste Kontakt sei dann über die mobile Anlaufstation in Olfen entstanden. Denn neben dem Büro in Lüdinghausen ist das Team auch mit einem Beratungs-Bus unterwegs, erklärt Sozialpädagogin Enning. „Alle waren total locker drauf“, beschreibt Gisler das erste Gespräch. Sie selbst sei da noch sehr zurückhaltend gewesen. Als ihr größtes Problem habe sie die Suche nach Arbeit beschrieben, erinnert sie sich. Niemand habe ihr gesagt, was sie tun solle. Viel mehr sei es darum gegangen, nach ihren Wünschen und ihren Stärken zu forschen. Das habe sie überzeugt. Seither ist sie unter dem Respekt-Dach.

„Wir haben viele weitere Gespräche geführt. Saskia sollte erkennen, was ihr selbst liegt. Wo sie ihre Stärken erkennt“, erläutert Enning den weiteren Weg. Und so sei sie auf das Thema Seniorenbetreuung gekommen. Auch ein Berufsziel war dann bald ausgemacht: Sozialassistenz. Im nächsten Jahr beginnt diese Ausbildung am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg. Dafür will sie sich bewerben. Denn: „Das ist mein Ding.“

Ich bin aufgeblüht.

Saskia Gisler

Um sich darauf vorzubereiten, hat sie im Juli ein Bufdi-Jahr (Berufsfreiwilligendienst) am St.-Ludgerushaus in Lüdinghausen begonnen. Da fühlt sie sich sehr wohl. Ihre Aufgaben seien vielfältiger Natur: Essen ausgeben und anreichen, Dienst in Küche, Spaziergänge mit den Bewohnern. „Die älteren Menschen sagen so süße Sachen“, freut sie sich über ihre bisherigen Erfahrungen. Und: „Ich bin aufgeblüht.“

Das haben auch Enning und Heitland registriert, die Saskia Gilser begleiten. Sie beschreiben ihre Arbeit so: „Wir schauen auf die persönlichen Ressourcen der jungen Leute. Wir suchen nach den positiven Aspekten.“ Dabei gehe es eben nicht darum, was jemand nicht kann, sondern um den Blick auf das Machbare. Projektleiterin Andrea Arndt definiert die Arbeit von Respekt so: „Manche Jugendliche fallen einfach durch das übliche Raster der sozialen Hilfen. Wir sind das Netz unter dem Netz.“ Und so hat Respekt – getragen vom Kolpingbildungswerk Münster und finanziert vom Bundesarbeitsministerium – seit dem Frühjahr in Lüdinghausen 31 junge Menschen betreut, aktuell sind es noch 13.

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