Führung über die „Hirsch-Wiese“
Artenvielfalt beeindruckt

Seppenrade -

Rund 60 Interessierte erlebten jetzt eine interessante Führung über die „Hirsch-Wiese“ in der Bauerschaft Ondrup. Beeindruckt waren sie vor allem von der Artenvielfalt in diesem Biotop.

Donnerstag, 10.08.2017, 19:08 Uhr

Ausgesprochen groß war der Andrang am Dienstagabend auf der „Hirsch-Wiese“ in Ondrup. Fast 60 Besucher wollten sich über die Artenvielfalt auf der Naturschutzfläche in der Bauerschaft informieren. Obwohl es der Petrus nicht sonderlich gut meinte – es kam ein richtiger Gewitterschauer herunter – fand die Exkursion doch statt.

Erich Hirsch , langjähriges Nabu-Mitglied, hat die Wiese liebevoll zu einem richtigen Kleinod aufgebaut, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturschutzbundes. Das wurde jedem Besucher anhand der Vielzahl der seltenen Wildblumen schnell klar. Der dornige Hauhechel etwa ist eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Hauhechelbläuling. Und prompt wurde der Falter auch gesichtet – und das bei strömendem Regen.

Wiesen mit großer Artenvielfalt sind im Münsterland mittlerweile selten, aber sehr wichtig, um den dramatischen Insektenschwund entgegenzuwirken.

Detlev Kröger

„Wiesen mit großer Artenvielfalt sind im Münsterland mittlerweile selten, aber sehr wichtig, um dem dramatischen Insektenschwund entgegenzuwirken“, wird Dr. Detlev Kröger , ebenfalls Nabu-Mitglied (Arbeitkreis Artenvielfalt), in dem Pressetext zitiert. Er erklärte den Besuchern den Blütenaufbau und welche Blütenart eine Schmetterlings-, Hummel oder Bienenblüte sein kann. Eine vielfältige Blütenpracht mit Flockenblumen, Margeriten, Hornklee und Ackerwitwenblumen lockt unterschiedliche Insekten und natürlich weitere Tiere an.

Wenn die Sonne scheint, fliegen Schmetterlinge wie Bläuling, Ochsenauge, Schornsteinfeger, Dickkopffalter und Landkärtchen umher. All diese Arten haben sich wunderbar etabliert, da die Wiese in einem ganz bestimmten Pflegerhythmus gemäht wird, um in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Arten zu fördern.

Eine wunderschön anzusehende Pflanze sei der äußerst seltene Teufelsabbiß, eine Art auf der Roten Liste. „Jede Pflanze hat ihre Blütezeit, damit auch spät fliegende Insekten noch Nahrung finden, alles ist vernetzt“, berichtete Kröger. „Hier darf auf keinen Fall zu früh gemäht werden, sonst können sich keine Samen ausbilden.“

Momentan arbeitet Hirsch verstärkt daran, die von selbst erschienenen Knabenkräuter, eine seltene heimische Orchideenart, zu fördern. Dafür müsse der Boden noch weiter „ausgemagert“, ihm also Nährstoffe entzogen werden, damit Gräser nicht die Oberhand behalten.

Das Mahdgut mit seinen vielfältigen Samen ist begehrt und wird zum Neuaufbau einer Wiese für die Regionale 2016 im Teilprojekt StadtLandschaft in Lüdinghausen genutzt.

Erich Hirsch

Eine häufig gestellte Frage der Teilnehmer der Exkursion lautete: „Kann ich auch im eigenen Garten eine bunte Wildblumenwiese anlegen?“ Hierzu erklärte Kröger: „Unbedingt, das geht sogar schon auf wenigen Quadratmetern. Man benötigt dazu nur offenen Gartenboden und sät dann verschiedene heimische Arten in einer Mischung aus. Die Aussaat ist momentan günstig, da der Boden feucht ist und sich die Arten noch bis zum Herbst gut entwickeln können.“

Wer Interesse an Wildpflanzen-Saatgut habe, könne sich an den Nabu wenden. Übrigens, so berichtete Hirsch zum Abschluss der Führung über das Areal: „Das Mahdgut mit seinen vielfältigen Samen ist begehrt und wird zum Neuaufbau einer Wiese für die Regionale 2016 im Teilprojekt StadtLandschaft in Lüdinghausen genutzt.“

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