Nabu zeichnet Familie Bußfeld aus
Eine Herberge für Schwalben

Seppenrade -

Die Pferde teilen ihr Quartier gerne mit den Rauchschwalben. Diese friedliche Koexistenz in der Stallung auf dem Hof von Juliane und Christian Bußfeld wurde jetzt vom Naturschutzbund ausgezeichnet.

Mittwoch, 23.08.2017, 14:08 Uhr

Rauchschwalben brüten in der Hofstallung. Julia und Christian Bußfeld haben auch eine Wildwiese angelegt.
Rauchschwalben brüten in der Hofstallung. Julia und Christian Bußfeld haben auch eine Wildwiese angelegt. Foto: Falk Loewert

Eigentlich ist die Stallung auf dem Hof Bußfeld für die Pferde gedacht, seit ein paar Jahren suchen aber auch Rauchschwalben dort einen Unterschlupf. Sie nutzen die Räumlichkeiten zur Brut. In diesem Jahr wurden zeitweise fünf Jungtiere in einem Nest gesichtet. Aktuell ist noch ein Nest mit einer Zweitbrut und drei Jungtieren belegt, die in Kürze ausfliegen dürften. Julia und Christian Bußfeld erhielten jetzt vom Naturschutzbund NRW ( Nabu ) die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Nisthilfen und Insektenhotels

„Durch seine Arbeit in der Landschaftsplanung gewann der Natur- und Artenschutz für Christian Bußfeld auf dem Hof und den Ländereien zunehmend an Bedeutung“, heißt es in einer Mitteilung des Nabu. Außer Vogel-Nistkästen brachte Bußfeld Insekten-Nisthilfen, auch Insektenhotels genannt, auf dem Hofgelände sowie den Gebäuden an. „Er will der Natur auf diesem eigenen speziellen Sektor noch mehr Raum zur Entwicklung auf seinem Gelände geben“, so der Nabu. Daher nahm der Ondruper Kontakt zum Nabu-Kreisverband Coesfeld auf und traf auf dessen Lüdinghauser Vertreter Reinhard Loewert und Erich Hirsch , die nun die Plakette überreichten.

Die Schwalben bauen sich gern neue Nester an den Wänden und Deckenbalken der Stallung, was einerseits etlichen „Mist“ verursacht, andererseits aber gerne geduldet wird, um den Tieren Brutmöglichkeiten zu geben. Dazu gehört auch die Schaffung von feuchten Bodenbereichen, in denen sie das benötigte Baumaterial für ihre Nester finden.

Wildblumenwiese

Aber auch die Pflanzung oder Erhaltung von heimischen Pflanzen, die für Insekten geeignet sind, möchten die Bußfelds verbessern. Denn es könnten, wie der Nabu hinweist, nektarsuchende Insekten etwa direkt vor der Blüte des Rhododendrons verhungern, weil dieser asiatischer Herkunft ist und die heimischen Insekten gar nicht das geeignete Mundwerkzeug besitzen. So gehört auch das Anlegen einer Wildblumenwiese mit heimischen Arten am Rand des Hausgartens zum „Naturförderprogramm“ der Familie Bußfeld.

„Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit geduldigem Interesse und dem ehrenamtlichen Einsatz das Zusammenwirken von Naturschutzverbänden und interessierten Bürgern zum Wohl der Umwelt gelingt“, so der Nabu abschließend in seiner Mitteilung.

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