St.-Marien-Hospital
Wettbewerb um Pflegekräfte

Lüdinghausen -

Der Wettbewerb hat längst begonnen. Während in anderen Kliniken Fachpersonal für die Intensivstationen fehlt, bereitet der Leitung des St.-Marien-Hospitals vor allem die Besetzung der Pflegestellen in der Geriatrie große Sorgen.

Freitag, 25.08.2017, 10:08 Uhr

Die geriatrischen Stationen – das Bild zeigt Julia Limareva (Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie pflegerische Leiterin der Station EC) bei der Patientenversorgung – bereiten der Leitung des St.-Marien-Hospitals unter dem Aspekt Fachkräftemangel die größten Sorgen.
Die geriatrischen Stationen – das Bild zeigt Julia Limareva (Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie pflegerische Leiterin der Station EC) bei der Patientenversorgung – bereiten der Leitung des St.-Marien-Hospitals unter dem Aspekt Fachkräftemangel die größten Sorgen. Foto: St.-Marien-Hospital

Die Intensivstation des St.-Marien-Hospitals steht – im Vergleich zur Mehrheit der Krankenhäuser in Deutschland – personell gut da. 53 Prozent der Kliniken haben Probleme, Pflegestellen in diesen Abteilungen zu besetzen. Das geht aus einer jetzt von der Deutschen Krankenhausgesellschaft vorgestellten Studie hervor. „Wir sind mit sieben Betten und 18 Mitarbeitern keine so große Intensivstation“, sagt Johannes Beermann , Pflegedirektor des St.-Marien-Hospitals. Und Friedhelm Nienhaus , Vorsitzender der Mitarbeiter-Vertretung und selbst Anästhesiepfleger, fügt hinzu: „Die Stellen auf der Intensivstation sind auch aufgrund der vielen Technik gerade für junge Kräfte, die aus der Ausbildung kommen, interessant.“

Aus der Studie geht hervor, dass viele Krankenhäuser gerade im Bereich der Betreuung älterer Patienten mehr investieren möchten, aber es fehlen Personal und auch Mittel.

Monika Kleingräber-Niermann

Doch unisono schieben Beermann und Nienhaus ein großes „Aber“ hinterher – und das bezieht sich auf die Geriatrie, also den Bereich, der sich mit der Altersmedizin beziehungsweise -heilkunde befasst. Vier Stationen umfasst das Angebot des Lüdinghauser Krankenhauses dazu: Neben einer geriatrischen Rehabilitation gibt es drei Stationen der Akutgeriatrie, der größte Fachbereich im St.-Marien-Hospital. Beermann: „Und leider auch der mit den größten Problemen, die Stellen der Gesundheits- und Krankenpfleger zu besetzen.“

Zwickmühle

Auf die Frage, warum die Personalprobleme vor allem in dem Bereich auftauchen, holt Burkhard Nolte, Regionalgeschäftsführer der St.-Franziskus-Stiftung – zu der gehört das St.-Marien-Hospital – erst einmal tief Luft. Dann zitiert er die Antwort, die ihm ein Arzt einmal gegeben hat: „Ich will Menschen heilen.“ Nienhaus hat Verständnis dafür, „schließlich möchten wir alle, Ärzte und Pfleger, Erfolge sehen“. Das aber, so Beermann, sei in der Geriatrie, wo hochbetagte, oftmals mehrfach erkrankte Menschen behandelt würden, kaum möglich. „Aus der Studie geht hervor, dass viele Krankenhäuser gerade im Bereich der Betreuung älterer Patienten mehr investieren möchten, aber es fehlen Personal und auch Mittel“, schildert Monika Kleingräber-Niermann, Verwaltungsdirektorin des St.-Marien-Hospitals, die Zwickmühle.

Während die Krankenhausfinanzierung ein „generelles Problem“ – so Nolte – und nicht vor Ort lösbar ist, setzt die Leitung der Lüdinghauser Klinik alles daran, Fachpersonal zu gewinnen. Egal, ob im Bereich der Pflege oder den zahlreichen anderen Berufsfeldern – die Klinik rührt kräftig die Werbetrommel, um Mitarbeiter zu finden und auch dauerhaft an sich zu binden. „Wir arbeiten beispielsweise sehr eng mit dem Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg zusammen und präsentieren uns auf Ausbildungsmessen“, listet Beermann auf. Ganz wichtig seien Praktika, um junge Menschen für den jeweiligen Beruf begeistern zu können.

Die Pflege wird der Engpass der Zukunft sein.

Burkhard Nolte

Ein großer Vorteil seien da die Kooperationen zwischen den einzelnen Krankenhäusern der St.-Franziskus-Stiftung, betont Nolte. Das gelte nicht nur für den Bereich der Pflege, sondern auch für die Ausbildung der Ärzte. „Und in der Verwaltung wäre eine Ausbildung der Kaufleute im Gesundheitswesen ebenfalls nicht möglich, wenn es die Kooperation im Verbund nicht gäbe“, ergänzt Kleingräber-Niermann. Doch das ist längst nicht alles. Dadurch, dass das St.-Marien-Hospital mit 133 Krankenhaus- und 25 Reha-Betten in der Geriatrie eher zu den kleineren Kliniken zählt, „sind wir hier nahe dran und pflegen ein enges Miteinander“, macht die Verwaltungsdirektorin deutlich. Ob es um Arbeitszeiten geht, die bei Bedarf an persönliche Bedürfnisse angepasst werden, Unterstützung bei der Wohnungssuche oder einen umfassenden Fortbildungskatalog, der mit 230 Seiten auch einem wesentlich größeren Haus gerecht würde – das St.-Marien-Hospital hat einige Pfunde, mit denen es in der Werbung um Mitarbeiter wuchern kann.

Mit Erfolg, wie zwei Beispiele von Kleingräber-Niermann zeigen: „Wir haben zwei Mitarbeiter, die täglich aus Emsbüren beziehungsweise Arnsberg nach Lüdinghausen pendeln.“ Wenngleich, und das räumt sie im Nachsatz auch direkt ein, diese Mitarbeiter in der Verwaltung tätig sind. Die Pflegekräfte kommen hingegen aus Lüdinghausen und der näheren Umgebung. Noch. Denn, so Nolte: „Die Pflege wird der Engpass der Zukunft sein.“

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