Obsternte
Kuriose Apfel-Ernte

Lüdinghausen -

Die einen Bäume hängen voller Äpfel, andere tragen fast überhaupt keine Früchte. Matthias Overkamp, Gärtnermeister in Biologischen Zentrum, nennt mögliche Gründe. Gleichzeitig wirbt das Biologisches Zentrum für die Versaftung und damit den Erhalt von Obstwiesen.

Dienstag, 05.09.2017, 09:09 Uhr

Dieser Apfelbaum steht im Biologischen Zentrum Lüdinghausen. Er trägt so viele Früchte, dass einige Äste unter der Last fast den Boden berühren.
Dieser Apfelbaum steht im Biologischen Zentrum in Lüdinghausen. Er trägt so viele Früchte, dass einige Äste unter der Last fast den Boden berühren. Foto: Bettina Laerbusch

Wer das Biologische Zentrum am Rohrkamp betritt, traut seinen Augen nicht: Apfelbäume mit unzähligen Früchten und Ästen, die aufgrund der Schwere der Früchte teilweise fast bis zum Boden hängen, fallen sofort ins Auge. Und man fragt sich verwundert: Ist nicht überall zu lesen und zu hören, dass die Apfelernte in diesem Jahr miserabel ausfällt und dieses Obst richtig teuer wird?

Matthias Overkamp , Gärtnermeister im Biologischen Zen­trum, und Dr. Irmtraud Papke , Leiterin der Einrichtung, bestätigen, dass es schlechte Ernteerträge gibt. Auf der anderen Seite kennen sie aber Obstbaumbesitzer, die keinerlei Probleme haben, auch deren Bäume hängen voll. „Sie haben recht, es ist ein außergewöhnliches Jahr“, sagt Irmtraud Papke. „Es gibt große regionale Unterschiede“, ergänzt Overkamp. Und in der Tat: Selbst auf dem relativ überschaubaren Gelände des Biologischen Zentrums ist ein Boskop-Baum mit nur vier oder fünf Äpfeln zu sehen. Wie kann das sein?

Zur Blütezeit, erläutert Overkamp, habe es in diesem Frühjahr teilweise Nachtfröste von minus sieben Grad gegeben. Blüten sind erfroren. Hinzu komme, dass das Frühjahr teilweise nass und feucht gewesen sei, so dass die Bienen tagsüber nicht geflogen seien und Blüten nicht bestäubt hätten.

Keine Frage, das Wetter war bisher in diesem Jahr auffällig unbeständig: 30 Grad an einem Dienstag, 15 am Donnerstag danach. Darüber hinaus regnete es oft nur punktuell, fast wie nur aus einer Wolke. Lange kontinuierliche Wetterphasen – das beklagen Landwirte genauso wie Schwimmmeister – fehlten. Da könne es eben sein, dass Bienen an einem Tag die Blüten an einem Baum gestäubt hätten, es in der Nacht Frost gegeben habe, dann nasse Tage, und der Baum, der nur wenige Meter weit weg steht, nicht mehr in dem erforderlichen Zeitfenster von den Bienen angeflogen worden sei, erklärt der Gärtnermeister, warum der Ertrag regional so unterschiedlich ausgefallen ist. Eine hundertprozentige Erklärung, das sagt er aber auch, gebe es nicht.

Im speziellen Fall des Boskop-Baumes, ergänzt Irmtraut Papke, käme hinzu, dass dieser in den vergangenen zwei Jahre sehr viele Früchte getragen habe und jetzt einfach mal pausiere. Und die Sorte spiele darüber hinaus bei allem auch eine Rolle, sagen beide.

Bei allen Problemen, die Obstbauern zurzeit haben: Das Biologische Zentrum wirbt auch anno 2017 für die Versaftung der Apfelernte. „Es ist uns wichtig, dass die Ostwiesen erhalten und gepflegt werden, weil sie ein wichtiger Lebensraum sind“, brachte es am Montagvormittag Dr. Rolf Brocksieper, Vorsitzender des Trägervereins des Biologischen Zen­trums, auf den Punkt.

► Heißt konkret: Ab diesem Freitag (8. September) werden bei den Raiffeisen-Märkten in Olfen und Werne bis Ende Oktober immer freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr Äpfel für die Saftpresse entgegengenommen. Für je zehn Kilo gelieferte Äpfel werden acht Flaschen (0,7 Liter) Saft zu günstigen Preisen eingetauscht.

Am Raiffeisen-Markt in Lüdinghausen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die mobile Saftpresse am 8. September (nur noch wenige Termine) sowie am 6. Oktober (Freitag) zu nutzen. Dort erhalten die Interessenten den Saft aus der eigenen Ernte direkt in Fünf-Liter-Schläuchen. Eine Terminvereinbarung mit dem Betreiber der Presse ist für die Tage in Lüdinghausen unter ✆ 0 23 73/3 97 95 40 erforderlich.

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