Tag des offenen Denkmals
„Wo ist hier eigentlich die Heizung?“

Lüdinghausen -

Welche Faszination Baudenkmäler auch heute noch ausüben, machten die vielen Besucher der Burg Lüdinghausen sowie des Hofs Grube deutlich. Sie tauchten tief in die Geschichte der historischen Gemäuer ein.

Montag, 11.09.2017, 19:09 Uhr

Geschichte zum Anfassen: Johannes Busch erläuterte den Besuchern am Denkmaltag die Besonderheiten des Hofs Grube.
Geschichte zum Anfassen: Johannes Busch erläuterte den Besuchern am Denkmaltag die Besonderheiten des Hofs Grube. Foto: Arno Wolf Fischer

Unter dem Motto „Macht und Pracht“ kamen Geschichtsfreunde beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag auf ihre Kosten. Zahlreiche geschichtsträchtige Baudenkmäler waren geöffnet, darunter auch der Hof Grube sowie die Burg Lüdinghausen.

Auf dem ältesten Bauernhof in Westfalen, dessen Haupthaus in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag feiert, präsentierten Eigentümer Johannes Busch und Historiker Dr. Ludger Schröer die Innenräume und das Außengelände. Vorträge gaben einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung des Hofes, und auch die Arbeit des neuen Vereins „Zentrum für historische ländliche Baukultur im Münsterland“ wurde vorgestellt. „Wir haben eine Verantwortung, dieses historische Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren“, fasste Busch seine Motivation für die Arbeit an dem 1253 erstmals vom Bischof von Münster erwähnten Hof in der Bauerschaft Tetekum zusammen.

Ein jeder ist nur Gast auf Zeit, aber er hinterlässt auch Spuren.

Johannes Busch

Was das Objekt für ihn auszeichne, ist die „gleichzeitige Ungleichzeitigkeit“: Die vielen Bau- und Entwicklungsstadien des Hofes sind heute dank der liebevollen Restaurationsarbeit erlebbar. „Hier haben 25 Generationen von Menschen gelebt. Ein jeder ist nur Gast auf Zeit, aber er hinterlässt auch Spuren“, erläuterte Busch. Die Bedeutung der Auseinandersetzung mit Baudenkmälern formulierte er schließlich mit den Worten: „Diese Objekte können nur überleben, wenn in der Bevölkerung der Wunsch besteht, dass sie überleben.“

Sylvia Lezius führte Besucher durch die Burg Lüdinghausen.

Sylvia Lezius führte Besucher durch die Burg Lüdinghausen. Foto: Arno Wolf Fischer

Auch die Burgfreunde hießen ab 11 Uhr Besucher willkommen. Sie boten Führungen durch die Renaissanceburg an und hatten passend zum Motto des Denkmaltages eine Ausstellung im Trauzimmer organisiert. Dort wurden die „Macht und Pracht“ der Burgherren anhand von Fotos sowie Infotafeln präsentiert. Zu den Themen der Führungen zählten einzelne Elemente der Burg Lüdinghausen wie der reich verzierte „Adam-und-Eva-Kamin“ sowie Informationen rund um die Bauweise und die zahlreichen Veränderungen an der Burg im Laufe der Geschichte. Dabei lernten die Besucher immer wieder überraschende Fakten rund um das Gebäude kennen. So stellte die Vorsitzende Sylvia Lezius bei ihrer Führung im Kapitelsaal etwa die Frage: „Wo ist hier eigentlich die Heizung?“ Die Gruppe vermutete zunächst im Boden, in der Decke oder im alten Kamin, bevor Lezius die erstaunten Zuhörer auf die mit Rohren beheizten Fenster aufmerksam machte. Die zahlreichen Besucher demonstrierten sowohl auf dem historischen Hof als auch in der Burg, welche Faszination Baudenkmäler auch heute noch ausüben.

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