Kommentar
Nicht spalten, mitfühlen

Die Familie Bekjiri muss zurück. Mazedonien ist kein Land, in dem Krieg herrscht, die Familie wird nicht politisch verfolgt. Doch wer sie kennengelernt und die „gut erzogenen Kinder“, wie Schwester Angeline es ausgedrückte, erlebt hat, dem geht ihr Schicksal nahe; wer Familien wie die Bekjiris über Monate oder Jahre betreut hat, dem wird es mitunter das Herz zerreißen. Die Bekjiris müssen zurück in ein noch unbewohnbares Haus, die Kinder werden ihre deutschen Freude wohl nie wieder sehen.

Donnerstag, 26.10.2017, 11:10 Uhr

Ist es wirklich so verwerflich, wenn Eltern versuchen, Armut zu entfliehen und auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder in Deutschland hoffen? Vielleicht ist es naiv. Vielleicht war die Verzweiflung einfach übermächtig. Was also tun? Schwester Angeline und Daniela Bons bitten um Spenden für die Familie, sie werden die Bekjiris nicht vergessen.

Und darüber hinaus? Natürlich ist es unerlässlich, Flüchtlinge, die kriminell geworden sind, umgehend abzuschieben. Hier hat der Staat bisher versagt. Es ist aber ebenso unerlässlich, Mitgefühl zu zeigen – für die Bekjiris und für alle, die hierbleiben dürfen, und nicht denen die Wortführung zu überlassen, die am lautesten sind, die spalten und Menschen gegeneinander ausspielen. Bettina Laerbusch

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