Angebot des Internatsvereins
Gymnasium Canisianum plant neue Sporthalle

Lüdinghausen -

Einen „enormen Kraftakt“ nennt Christoph Schlütermann das, was der Internatsverein neben der Aula des Gymnasiums Canisianum plant: eine neue Sporthalle. Dazu haben die Verantwortlichen der Stadt jetzt ein Angebot vorgelegt. Die soll sich in Form einer vorzeitigen Vertragsverlängerung an der ganzen Sache beteiligen.

Dienstag, 12.12.2017, 08:12 Uhr

Hat bereits 50 Jahre auf dem Buckel: die alte Turnhalle des Gymnasiums Canisianum. Der Trägerverein der Schule plant einen Neubau.
Hat bereits 50 Jahre auf dem Buckel: die alte Turnhalle des Gymnasiums Canisianum. Der Trägerverein der Schule plant einen Neubau. Foto: Anne Eckrodt

Kaum ist der Musikpavillon fertig, hat das Gymnasium Canisianum schon wieder neue Baupläne: Auf der Rasenfläche neben der Aula will der Internatsverein der Schule eine Sporthalle errichten. „Unsere Turnhalle mit dem Schwimmbad unten drin ist 50 Jahre alt und abgängig, wie es so schön heißt“, sagt Christoph Schlütermann , Vorsitzender des Schulträgervereins.

Der ist nun mit folgendem Angebot an die Stadt herangetreten: Der Verein baut die Einfach-Sporthalle mit rund 400 Quadratmetern plus Nebenräumen. Im Gegenzug verlängert die Stadt den noch bis Ende 2026 laufenden Vertrag für das Cani vorzeitig bis 2044. „Diese Sicherheit brauchen wir einfach, denn es handelt sich schließlich um eine enorme Investition unsererseits“, macht Schlütermann deutlich. In der gemeinsamen Sitzung des Schul- sowie des Haupt- und Finanzausschusses gab es vergangene Woche im nichtöffentlichen Teil bereits klare Signale für die langfristige Vertragslaufzeit (die WN berichteten). Die Stadt beteiligt sich mit sechs Prozent an den Gesamtbetriebskosten des Gymnasiums. In den vergangenen Jahren waren das rund 300 000 Euro pro Jahr.

Wir betrachten unser Angebot als Win-Win-Situation sowohl für die Stadt als auch für uns.

Christoph Schlütermann

Das Cani weicht bereits auf fremde Sporthallen aus, die jedoch von den anderen Schulen ebenfalls benötigt werden. Ebenso ist dem Gymnasium für die geplante Leistungssporthalle ein Zeitkontingent zugesagt, das jedoch den Bedarf nicht deckt. „Außerdem kann dort nur die Oberstufe unterrichtet werden, für die jüngeren Schüler ist der Weg zu weit“, betont Schulleiter Michael Dahmen . Und Schlütermann fügt hinzu: „Wir betrachten unser Angebot als Win-Win-Situation sowohl für die Stadt als auch für uns.“

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Baubeginn im nächsten Jahr

Vorausgesetzt der Rat gibt in seiner Sitzung am Dienstag (19. Dezember) grünes Licht für die vorzeitige Vertragsverlängerung, will der Internatsverein die Planungen im Frühjahr 2018 konkretisieren und anschließend direkt mit dem Bau beginnen. Er rechnet mit Kosten im einstelligen Millionenbereich. „Das wird ein enormer Kraftakt“, weiß Schlütermann. Da der nicht ganz alleine zu stemmen sei, werde der Trägerverein einen städtischen Zuschuss für drei Haushaltsjahre von jeweils 150 000 Euro beantragen. „Das Geld soll nicht nur in den Neubau, sondern auch in Instandsetzungsmaßnahmen der alten Turnhalle fließen, damit wir diese möglichst noch ein paar Jahre nutzen können“, so Schlütermann. Das Schwimmbad hingegen wird auf jeden Fall aufgegeben. „Künftig nutzen wir ausschließlich das Klutensee-Bad“, berichtet Dahmen.

Kommentar

Da darf es kein Zögern seitens des Stadtrates geben: Der Trägerverein des Gymnasiums Canisianum macht der Stadt das Angebot, auf eigene Kosten eine neue Sporthalle zu errichten. Im Gegenzug soll der Vertrag über den städtischen Betriebskostenzuschuss für die Schule vorzeitig bis zum Jahr 2044 verlängert werden. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Für rund 300 000 Euro sichert die Stadt ein zweites Gymnasium vor Ort. Die Schule in privater Trägerschaft kooperiert sehr gut mit dem städtischen St.-Antonius-Gymnasium und trägt zur Vielfalt der Schullandschaft bei. Von den 697 Jugendlichen, die zurzeit das Cani besuchen, kommen 500 aus Lüdinghausen. Gäbe es die Privatschule nicht, müsste die Stadt für ein alternatives Angebot sorgen. Und das wäre garantiert deutlich teurer. Anne Eckrodt

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