Michelle Petrus aus Namibia hat drei Monate bei Familie Mergenthaler verbracht
Wildtiere im Zoo irritieren sie

Lüdinghausen -

Drei Monate hat die junge Namibierin Michelle Petrus bei der Lüdinghauser Familie Mergenthaler verbracht. Heute geht es zurück in die Heimat auf dem afrikanischen Kontinent. Im „Gepäck“: ihre 16-jährige Freundin Frida Mergenthaler.

Donnerstag, 04.01.2018, 08:01 Uhr

Nachdem Michelle Petrus drei Monate das Leben in Lüdinghausen kennengelernt hat, will sie jetzt Frida Mergenthaler (r.) zeigen, wie es in ihrer Heimat Namibia zugeht.
Nachdem Michelle Petrus drei Monate das Leben in Lüdinghausen kennengelernt hat, will sie jetzt Frida Mergenthaler (r.) zeigen, wie es in ihrer Heimat Namibia zugeht. Foto: wer

Die Entfernung ist kein Pappenstiel: 8318 Kilometer Luftlinie trennen Michelle Petrus ‘ Heimat von Lüdinghausen. Würde man die Strecke mit dem Auto bewältigen wollen, käme man auf 11 787 Kilometer – einmal längs durch die Sahara. Die 16-Jährige lebt in der namibischen Hauptstadt Windhoek. Für gut drei Monate hat sie seit September das Leben in Deutschland kennengelernt – im Hause der Familie Mergenthaler.

Ich fühle mich wohl hier.

Michelle Petrus

Ihre Bilanz: „Ich fühle mich wohl hier.“ Zwar seien die Menschen „eher reserviert“, aber das ändere sich mit der Zeit. „Dann sind sie ganz offen“, sagt sie lächelnd. In der Schule – sie hat die Jahrgangsstufe EF am St.-Antonius-Gymnasium besucht – laufe es ebenfalls gut. Lehrer wie Mitschüler seien „sehr freundlich“. Und so käme sie auch mit ihren Deutschkenntnissen voran. In ihrer Schule in Windhoek, dem St. George‘s Diocesan College, hat sie immerhin schon seit drei Jahren Deutsch als Wahlfach.

Ihr Ziel sei es, vielleicht in Deutschland zu studieren. „Es ist gut, eine andere Sprache zu kennen“, sagt die 16-Jährige und berichtet, dass sie – wegen ihrer aus Polen stammenden Mutter – auch Polnisch spricht, natürlich Englisch und das vornehmlich in Südafrika und Namibia gesprochene Afrikaans.

Es ist gut, eine andere Sprache zu kennen.

Michelle Petrus

Organisiert hat diesen rein privaten Austausch Mutter Daniela Mergenthaler. Deren Tochter Frida wird Michelle am heutigen Donnerstag nach Afrika begleiten – ebenfalls für drei Monate. Sie habe – jenseits aller Organisationen – Kontakt mit verschiedenen Schulen im Ausland aufgenommen und sei schließlich in Namibia fündig geworden. Und so sei es zum Besuch von Michelle gekommen. Und die ist begeistert vom Backen in der Adventszeit. „Das hat Spaß gemacht. So etwas gibt es bei uns nicht.“ In den vergangenen Wochen hat sie so einiges erlebt, ist in das Alltagsleben in Lüdinghausen eingetaucht. So habe sie im Musikschulchor gesungen und einen Zumba-Tanzkurs mitgemacht, berichtet Daniela Mergenthaler. Auch der Jahreswechsel vollziehe sich in ihrer Heimat anders. Klar gebe es auch ein Feuerwerk. Aber die Menschen treffen sich am Strand zu Partys und Festivals mit Musikgruppen.

Vermisst habe sie in dieser Zeit nicht viel, sagt die junge Namibierin: „Das heimische Essen, meine Mutter und meine Freunde.“ Eine Tatsache, mit der sie nicht so leicht habe umgehen können, sei allerdings ein Erlebnis gewesen: der Besuch im münsterischen Zoo. Merkwürdig sei es gewesen, dort alle die Tiere in Gefangenschaft zu erleben, die sie selbst aus freier Wildbahn kennt.

Ich lasse das auf mich zukommen.

Frida Mergenthaler

Auf den Aufenthalt in Deutschland vorbereitet habe sie sich durch Bücher und Filme, sagt Michelle: „Viel gewusst habe ich vorher nicht.“ Frida Mergenthaler geht das Ganze entspannt an. „Ich lasse das auf mich zukommen“, fasst sie ihre Erwartungen eher gelassen zusammen. Dass sie sich auf das Abenteuer Namibia freut, ist dabei aber nicht zu übersehen. Und für Mutter Daniela Mergenthaler steht fest: „Sie wird mehr Selbstständigkeit erfahren. Das wird eine prägende Zeit.“ Eine gute Nachricht hat Michelle aber schon jetzt für ihre Freundin Frida aus Lüdinghausen. Im namibischen Sommer sind derzeit Schulferien.

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