Burg Vischering in Lüdinghausen wird am 4. Februar eröffnet
In die Vergangenheit eintauchen

Lüdinghausen -

Weit über 100 Exponate bietet die neue Ausstellung in der Burg Vischering, die am 4. Februar eröffnet wird. Einen ersten Blick in das komplett neu gestaltete Museum bot jetzt Swenja Janning, die Kulturreferentin des Kreises Coesfeld – eine Wanderung durch acht Jahrhunderte Burggeschichte.

Dienstag, 09.01.2018, 08:01 Uhr

Von außen ist die Burg Vischering ganz die alte geblieben. Innen hat sie sich hingegen komplett verändert.
Von außen ist die Burg Vischering ganz die alte geblieben. Innen hat sie sich hingegen komplett verändert. Foto: wer

Die Überraschungen sollen auch solche bleiben. Am 4. Februar wird die Burg Vischering wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein und das neue Museum erlebbar. Deshalb: „Bitte keine Fotos im Rittersaal“, gibt Swenja Janning , die Kulturreferentin des Kreises Coesfeld, während des Rundgangs durch die größtenteils bereits fertige Ausstellung mit auf den Weg.

Weit über 100 Exponate

Dabei macht doch gerade der so richtig was her. In der Saalmitte ist eine fürstliche Tafel ganz aus Glas gedeckt. An den Wänden des abgedunkelten Raumes entfaltet sich eine illustre Simulation einer herrschaftlichen Jagd samt anschließendem Bankett und Festmahl, untermalt durch entsprechende Musik. „Das wird der Höhepunkt der Ausstellung werden“, ist Janning überzeugt. Gestartet wird der Rundgang, für den sich die Burgbesucher rund 90 Minuten Zeit nehmen sollten, in einem Zeittunnel. Und der führt eben nicht – wie jene Zeit häufig genannt wird – ins „dunkle Mittelalter“, sondern ins Licht. „Wir wollen das Mittelalter, die Entstehung der Burg Vischering, ins Licht setzen“, erklärt Janning. Und das gelingt durchaus eindrucks- und fantasievoll: durch weit über 100 Exponate von der kaum fingernagelgroßen Münze bis zum nur zweihändig zu führenden Prunkschwert, diverse Licht- und Toninstallationen, spielerische Elemente sowie Ausflüge in das parallele Weltgeschehen der verschiedenen Jahrhunderte. Das museale Konzept entwickelt hat das Berliner Büro Duncan McCauley.

Der Blick in die Anfänge der Burg im 13. Jahrhundert zeigt den Besuchern unter anderem die wechselvolle Geschichte mit ihren Fehden und Streitereien jener Zeit. Einen eindrucksvollen Höhepunkt bildet die Präsentation des eisernen Halsbandes des Lambert von Oer, des Herrn der Burg Kakesbeck. Dieses stachelige Geschirr wurde dem damals 80-Jährigen im Verlauf einer aus dem Ruder gelaufenen Erbstreitigkeit von seinem Widersacher um den Hals gelegt. Das Original wird in einer Vitrine präsentiert. „Wir haben eine originalgetreue Nachbildung herstellen lassen, die die Besucher auch in die Hand nehmen können“, verspricht die Kulturreferentin auch Exponate mit Gruselfaktor.

Mit Gruselfaktor

Aufgeräumt wird in der neu konzipierten Ausstellung auch mit einer sich seit Jahrzehnten haltenden Mutmaßung. Die runde Bodenklappe, die in einem der Räume in den Kellerbereich blicken lässt, führte keineswegs in das Burgverlies. Vielmehr war dies ein Fluchtweg, durch den auch wichtige Dokumente in Sicherheit gebracht werden konnten. Deutlich gemacht wird dies jetzt durch an dünnen Fäden baumelnde Bücher, die zu Boden zu schweben scheinen.

Doch nicht nur mit der Historie der Burgherren – derer von Droste zu Vischering – beschäftigen sich die Ausstellungsmacher. Der Blick über den Tellerrand wird immer wieder geworfen. Etwa, wenn es darum geht, die Einführung des noch heute gültigen Gregorianischen Kalenders, der den Cäsarianischen ablöste, zu verdeutlichen. Da erfährt der Besucher, dass den Menschen im Jahr 1582 glatt zehn Tage gestohlen wurden: Die Tage zwischen dem 5. und 14. Oktober fielen einfach weg.

Dafür, dass auch junge Burgfreunde ihren Spaß haben, sorgt eine eigene kleine Abteilung. Dort können die Kinder nicht nur malen, puzzeln und das Gewicht einer ausgestellten Ritterrüstung per Seilzug erfahren, sondern am Schluss an einer elektronischen Pinnwand sich als Ritter, Burgfräulein oder Landsknecht ablichten lassen. „Daran werden aber auch die Erwachsenen ihren Spaß haben“, ist Janning sicher.

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