Abriss des Rialto-Wehrs an der Alten Stever hat begonnen
Freie Fahrt für Fische

Lüdinghausen -

Gut anderthalb Jahrzehnte wird schon über das Thema geredet. Jetzt ist es soweit: Das Rialto-Wehr an der Alten Stever wird abgerissen. So soll eine Durchgängigkeit für die Fische in dem Gewässer gewährleistet werden. Die Maßnahme kostet 235 000 Euro.

Samstag, 03.02.2018, 11:02 Uhr

Die Arbeiten zum Abriss des Rialto-Wehrs in der Alten Stever in Höhe der Straße „In der Steveraue“ haben begonnen. Sie sollen rund drei Wochen dauern. Mit der Beseitigung des Wehrs wird die Stever wieder ein Stück durchlässiger für Fische..
Die Arbeiten zum Abriss des Rialto-Wehrs in der Alten Stever in Höhe der Straße „In der Steveraue“ haben begonnen. Sie sollen rund drei Wochen dauern. Mit der Beseitigung des Wehrs wird die Stever wieder ein Stück durchlässiger für Fische.. Foto: Peter Werth

Das Thema beschäftigt Politik, Verwaltung und die Verantwortlichen des Wasser- und Bodenverbandes Stever-Lüdinghausen schon seit vielen Jahren. Und so ist der Stoßseufzer von Anton Holz zu verstehen: „Eine unendliche Geschichte geht endlich zu Ende.“ Der CDU-Ratsherr ist zugleich Vorsitzender des örtlichen Wasser- und Bodenverbandes. Im Jahr 2002 habe es bereits erste Überlegungen zum Abriss des Wehrs gegeben, so Holz. Ziel sei die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die für Gewässer wie die Stever eine Durchgängigkeit für Fische fordere. Dabei seien Bauten wie das Rialto-Wehr ein unüberwindliches Hindernis für die Wasserbewohner.

Kosten in Höhe von 235 000 Euro

Angelegt wurden das Rialto-Wehr und ähnliche Anlagen im Steverlauf – auch in anderen Kommunen entlang des Flusslaufs – bereits vor rund fünf Jahrzehnten. Damals sollten so die regelmäßig wieder auftretenden Hochwasser, unter denen die Stadt Lüdinghausen litt, verhindert werden.

In dieser Woche haben allerdings die Abrissarbeiten für das Bauwerk in der Alten Stever begonnen. Eine Garten- und Landschaftsbaufirma aus Lünen ist damit beauftragt. Eine Baustraße im Bereich der Straße In der Steveraue wurde in den vergangenen Tagen bereits angelegt. Die Kosten dafür belaufen sich auf 235 000 Euro, erklärte der städtische Pressesprecher Stefan Geyer auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. 80 Prozent dieser Summe werde durch Mittel der Bezirksregierung Münster finanziert, den restlichen Anteil trage die Stadt Lüdinghausen.

Knackpunkt war die Finanzierung

Der Beschluss, das Rialto-Wehr abzureißen, datiere schon aus dem Jahr 2008, erklärte Holz. Dass sich das Ganze über so lange Jahre hingezogen habe, beklagte er, liege nicht zuletzt an immer neuen Auflagen durch die Bezirksregierung in Münster. In diesem Zusammenhang verwies er auf „intensive Gespräche“, die er gemeinsam mit Bürgermeister Richard Borgmann in der Domstadt geführt habe. Die Maßnahme sei durch die Untere Wasserbehörde beim Kreis Coesfeld schließlich im vergangenen Jahr genehmigt worden. Ein Knackpunkt sei auch immer die Finanzierung gewesen.

Noch am Donnerstag, so Holz, sei zudem eine weitere Genehmigung der Bezirksregierung ins Haus geflattert. Die Anlage einer Umflut für den Burggraben der Burg Vischering – eine Maßnahme auch im Rahmen der Regionale 2016 – sei genehmigt worden. So werde auf der einen Seite der Wasserstand für den Burggraben gesichert, auf der anderen Seite werde die Fischdurchgängigkeit in der Vischering-Stever sichergestellt.

Um diese zu gewährleisten, würden im Bereich des Zusammenflusses von Vischering- und Mühlenstever zusätzlich zwölf sogenannte Fischbecken angelegt, die insgesamt eine Höhe von 1,20 Meter überbrücken helfen, erläuterte der Pressesprecher der Stadt diese Maßnahme. „Die Becken dienen den Fischen als Ruheraum“, so Geyer.

Insgesamt sorge der Abriss des Rialto-Wehrs dafür, dass sich der Bereich oberhalb des dann nicht mehr vorhandenen Bauwerks künftig naturnah entwickeln könne. „Das sieht dann bald so aus, wie im Bereich unterhalb des Wehrs“, ist Holz überzeugt.

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