Entenfüttern in Lüdinghausen
Keine Sorgen um das Federvieh

Lüdinghausen -

Knackig kalt es in diesen Tagen im Münsterland. Müssen die Enten an Stever und Borg bei gefrorenem Boden um ihre Nahrung fürchten? Ein klares „Nein“ geben die Fachleute zur Antwort. Ein heimischer NABU-Mitarbeiter hält das Füttern der Tiere gar für eine „unausrottbare Unsitte“.

Freitag, 23.02.2018, 13:02 Uhr

Müssen nicht um ihr Überleben fürchten: Enten auf der teils gefrorenen Mühlenstever
Müssen nicht um ihr Überleben fürchten: Enten auf der teils gefrorenen Mühlenstever Foto: Christian Besse

Knackig kalt es in diesen Tagen im Münsterland. Und in den nächsten Tagen soll es noch frostiger werden. Den Menschen muss das wenig ausmachen, wenn man vom lästigen Freikratzen der Autoscheiben am frühen Morgen absieht. Sieht das bei den frei lebenden Tieren anders aus? Müssen etwa die Enten an Stever und Borg bei gefrorenem Boden um ihre Nahrung fürchten? Ist es sinnvoll, die Tiere wenigstens im Winter hin und wieder mit Brot zu füttern?

Erich Hirsch vom Naturschutzbund ( NABU ) in Lüdinghausen gibt da unzweideutige Entwarnung: „Normalerweise macht den Enten das gar nichts aus“, sagt der Lüdinghauser. „Wenn der Lebensraum in Ordnung ist, finden sie genügend Futter. In den Nationalparks etwa gibt es große Bestände von frei lebenden Enten, die natürlich auch im Winter nicht gefüttert werden.“

Auch die etwa für die Grünanlage an der innerstädtischen Borg zuständige Stadtverwaltung sieht das Füttern von Enten, nicht nur im Winter, mit Unverständnis. „Sie finden genügend natürliche Nahrung“, so Pressesprecher Stefan Geyer . Darüber hinaus werde die Wasserqualität durch Brot verunreinigt.

Ins Detail geht Erich Hirsch, der das Füttern der Tiere saisonunabhängig für eine „unausrottbare Unsitte“ hält. „Die Enten fressen, wenn es hochkommt, 50 Prozent des Brotes, der Rest versinkt im Wasser. Dadurch wird auf der Dauer der Lebensraum Wasser kaputtgemacht.“ Ungesund sei diese Nahrung für die Enten obendrein, ergänzt Verwaltungssprecher Geyer: „Es enthält zu viel Salz und quillt den Magen auf.“

Hat die Stadt eine Handhabe, um gegen das gut gemeinte, aber in mehrfacher Hinsicht schädliche Füttern der Tiere vorzugehen. Die Antwort: Nein, selbst das Hinweisschild „Füttern verboten“ gibt es in der Steverstadt, im Unterschied zu einigen anderen Kommunen, nicht. Das mache keinen Sinn, erläutert Geyer, weil die Stadt ja auch kein Personal aufwende, um entsprechende Kontrollen durchzuführen. Sehe jedoch ein Verwaltungsmitarbeiter zufällig, dass Enten gefüttert werden, werde freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass das den Tieren schade. Und das, so der Verwaltungssprecher, habe in aller Regel auch Erfolg.

Keine Sorgen um die Enten macht sich auch der für den Klutensee zuständige Fischereiverein Lüdinghausen mache. Zum einen, so der zweite Vorsitzende Helmut Bontrup, gebe es am See weniger Spaziergänger als an den Steverarmen, zum anderen auch weniger Enten. Und aktuelle gebe es dort gar keine Enten, da der Klutensee komplett zugefroren sei.

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