Gymnasien in der Steverstadt wechseln wieder zu G 9
Mehr Zeit für Schüler und Lehrkräfte

Lüdinghausen -

Schon vor einem halben Jahr hatten die Schulleiter der beiden hiesigen Gymnasien ihre Absicht kund getan, im Entscheidungsfall zu G 9 zurückzukehren. Die Folge des nun vorliegenden Gesetzesentwurfes: In Lüdinghausen wird es 2026 keinen Abitur-Jahrgang geben.

Donnerstag, 08.03.2018, 09:03 Uhr

Aus G 8 wird wieder G 9 – auch an den Gymnasien in der Steverstadt werden die Uhren wieder zurückgedreht. Die neuen Fünftklässler werden als erstes davon profitieren.
Aus G 8 wird wieder G 9 – auch an den Gymnasien in der Steverstadt werden die Uhren wieder zurückgedreht. Die neuen Fünftklässler werden als erstes davon profitieren. Foto: colourbox

Nun ist es offiziell: die Gymnasien in NRW kehren zum Abitur in neun Jahren zurück. Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht. Einzige Ausnahme: die Schulkonferenz spricht sich mit einer Zweidrittelmehrheit dagegen aus. In der Steverstadt wird das wohl kaum passieren. Wie schon im Herbst 2017 berichtet, wollen beide Schulen – das St.-Antonius- Gymnasium ebenso wie das Gymnasium Canisianum – zur alten G 9-Regelung zurück. Allerdings war seitdem noch nicht klar, wann und wie die Rückkehr ablaufen soll. Nun wissen die beiden Schulleiter mehr – und sind erleichtert, dass damit das über Jahre emotional aufgeladene Thema zu den Akten gelegt werden kann.

Diese Diskussion hat den Gymnasien geschadet. Jetzt sind wir froh, dass endlich klar ist, wie es weitergehen soll.

Elisabeth Hüttenschmidt, Schulleiterin des St.-Antonius-Gymnasiums

„Diese Diskussion hat den Gymnasien geschadet. Jetzt sind wir froh, dass endlich klar ist, wie es weitergehen soll“, äußert sich Elisabeth Hüttenschmidt, Leiterin des Anton, im Gespräch mit den WN. Und weiter: „Wir begrüßen die Rückkehr zur alten Regelung, vor allem, weil sie allen Beteiligten – Schülern wie auch Lehrkräften – schlicht mehr Zeit schenkt.“ Diese zusätzliche Zeit würde Hüttenschmidt gerne in mehrfacher Weise genutzt wissen. „Das reicht von neuen Lerninhalten, zum Beispiel zu den Themen Wirtschaft oder Digitales, über Projekte außerhalb des regulären Unterrichtes, wie Theater-AGs, bis hin zum schlichten Üben und Vertiefen des Lernstoffs.“

Letzteres sieht Michael Dahmen, Leiter des Canisianums, gerade bei den Hauptfächern wie Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen, als wichtig an. „Das sind doch die Fächer, in denen die Schüler die meisten Probleme haben. Dort in Zukunft wieder mehr Zeit zum Wiederholen und Vertiefen des Stoffs zu haben, wäre sehr begrüßenswert.“ Noch bleibe aber abzuwarten, wie die neuen Lehrpläne aussehen würden. „Solange wir da nichts Genaues wissen, können wir auch noch nicht planen.“

Das ist ein bisschen wie beim Umstellen der Uhren von der Sommer- auf die Winterzeit.

Michael Dahmen, Schulleiter des Gymnasiums Canisianum

Ad hoc wird an den Gymnasien ohnehin noch nichts passieren. Die Schüler, die jetzt bereits das Cani und Anton besuchen, werden ihre Schulzeit noch komplett als „G8ler“ beenden. Anders sieht das bei den Schülern aus, die in diesem Sommer an die Gymnasien wechseln. „Sie werden in einem Jahr, dann zusammen mit dem folgenden Jahrgang, zu G 9 wechseln. Wobei ich mir durchaus hätte vorstellen können, die jetzigen Fünft- und Sechstklässler auch noch mit in die Umstellung hineinzunehmen“, so Dahmen. Die Politik habe da aber anders entschieden. „Und daran müssen wir uns halten.“

Die Rückkehr zur alten Regelung hat übrigens noch andere „Nebeneffekte“: So beginnen die Schüler nicht mehr in der sechsten, sondern wieder erst in der siebten Klasse mit der zweiten Fremdsprache und ihren „mittleren Schulabschluss“ erlangen sie – so wie die Schüler von Real-, Sekundar- und Gesamtschulen – wieder mit dem Abschluss der zehnten Klasse.

Und dann gibt es noch ein Kuriosum, das aber erst im Sommer 2026 zu „bewundern“ sein wird: In diesem Jahr wird es weder am Anton noch am Cani einen Abiturjahrgang geben. Eine Art Ausgleich für den doppelten Abi-Jahrgang anno 2013 durch die damalige Umstellung auf G 8. „Das ist ein bisschen wie beim Umstellen der Uhren von der Sommer- auf die Winterzeit“, kommentiert Dahmen nicht ganz ernst gemeint, „der Unterschied ist nur, dass es um ein ganzes Schuljahr, und nicht um eine Stunde geht.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5573954?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Ein Zoo-Künstler unter Geiern
Prof. Ulrich Martini unter Geiern: Mit den lebensgroßen Nachbildungen der Aasfresser hat der frühere Fachhochschul-Dozent den Eingangsbereich zum Geier-Restaurant an der Großvogelvoliere des Allwetterzoos originell gestaltet.
Nachrichten-Ticker