Ökumenisches Frauenfrühstück im evangelischen Gemeindezentrum
Kommen Tiere in den Himmel?

Lüdinghausen -

„Kommen Tiere in den Himmel?“ – diese Frage stellte das Referat von Pfarrerin Silke Niemeyer beim ökumenischen Frauenfrühstück am Samstag im venagelsichen Gemeindezentrum. Dort hatten sich rund 100 Frauen versammelt.

Montag, 19.03.2018, 06:03 Uhr

Interessiert hörten die Frauen – und einige Männer – den Ausführungen Silke Niemeyers (kl. Foto) zur Frage zu, ob Tiere in den Himmel kommen.
Interessiert hörten die Frauen – und einige Männer – den Ausführungen Silke Niemeyers (kl. Foto) zur Frage zu, ob Tiere in den Himmel kommen. Foto: ll

Nahrung für den Körper und für den Geist gab es am Samstagmorgen beim ökumenischen Frauenfrühstück im evangelischen Gemeindezentrum. Nachdem die rund 100 Frauen sich das reichhaltige und vielfältige Frühstück hatten schmecken lassen, hielt Pfarrerin Silke Niemeyer einen Vortrag mit dem Titel „Kommen Tiere in den Himmel?“. Niemeyer berichtete zunächst von ihrer eigenen Kindheit auf dem Bauernhof, wo Tiere mit der gleichen Selbstverständlichkeit geliebt und getötet wurden: „Ich liebte Vögel, aber genauso gerne liebte ich Brathähnchen“, erklärte die Referentin mit einem Augenzwinkern.

Der fundamentale Unterschied zwischen Mensch und Tier bestehe in dem unbedingten Lebensrecht des Menschen. Dies bedeute jedoch nicht, betonte die Pfarrerin, dass Tiere keine Würde besäßen. In ihrer Argumentation verwies Niemeyer auch auf die Bibel. So habe Gott Landtiere und Menschen beide am sechsten   Tage erschaffen und: „In der Bibel sind die Menschen erst einmal Vegetarier“, so die Pfarrerin. Dies habe sich erst nach der Sintflut geändert. Darüber hinaus fänden sich bereits in der Tora Tier- und Artenschutzgebote. So gelte der Sabbat beispielsweise auch für die Nutztiere und es sei verboten, eine Vogelmutter zu töten, führte die Theologin aus. Zwar gebe es den Auftrag Gottes an den Menschen, sich die Erde untertan zu machen, dies bedeute jedoch kein uneingeschränktes Recht, Tiere zu töten.

Auf die Frage, ob Tiere in den Himmel kommen oder nicht, meinte Niemeyer: „Wenn damit die Liebe zum Tier gemeint ist, die über dessen Tod hinaus fortbesteht, dann ja.“ Allerdings betonte sie auch, dass die Frage aus der menschlichen Angst vor dem Tod und dem Wunsch selbst in den Himmel zu kommen, entspringe. Das würden die Menschen auf die Tiere projizieren.

Abschließend sprach Niemeyer noch einige Worte über den Konflikt zwischen Tierrechtlern und Landwirten. Natürlich gebe es schwarze Schafe unter den Landwirten, aber diese generell verantwortlich zu machen, sei genauso falsch, wie alle Banker für die Finanzkrise verantwortlich zu machen. „Bauern-Bashing ist wenig hilfreich, erst recht nicht für die Tiere“, stellte Niemeyer klar und erhielt abschließend einen großen Applaus für ihren Vortrag.

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