Lüdinghauser Stadtrat verabschiedet Großprojekt
Leistungssporthalle kostet rund elf Millionen Euro

Lüdinghausen -

Mehr als zehn Jahre Planung sind ins Land gegangen, am Donnerstagabend nun hat der Rat den Großteil der Aufträge für den Bau der neuen Leistungssporthalle an der Konrad-Adenauer-Straße vergeben. Rund elf Millionen Euro soll das Großprojekt kosten. Abzüglich der Landesförderung von knapp vier Millionen Euro bleibt für die Stadt ein Eigenanteil von gut sieben Millionen Euro.

Samstag, 21.04.2018, 08:04 Uhr

Noch vor den Sommerferien soll die Grundsteinlegung für die neue Leistungssporthalle erfolgen.  Die Fassade der Leistungssporthalle wurde vom Architekturbüro noch einmal leicht überarbeitet. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen.
Noch vor den Sommerferien soll die Grundsteinlegung für die neue Leistungssporthalle erfolgen.  Die Fassade der Leistungssporthalle wurde vom Architekturbüro noch einmal leicht überarbeitet. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen. Foto: Architekturbüro Hartig/Meyer/Woempner

Für den Bau der Leistungssporthalle kalkuliert die Stadt nun mit einem Gesamtvolumen von rund elf Millionen Euro. Da das Land seine Förderzusage noch einmal nach oben korrigiert hat und nun statt der ursprünglichen 3,2 knapp vier Millionen Euro dazugibt, bleibt für die Kommune ein Eigenanteil von gut sieben Millionen Euro. Diese Zahlen nannte Bürgermeister Richard Borgmann am Freitag gegenüber den WN.

Am Donnerstagabend hatte sich der Rat in nichtöffentlicher Sitzung mit den neuerlichen Ausschreibungsergebnissen für das Großprojekt an der Konrad-Adenauer-Straße beschäftigt. „Es war eine lange, aber sehr sachliche Diskussion mit vielen kritischen Fragen“, beschrieb Borgmann die Atmosphäre. „Jeder Einzelne hat sein Mandat sehr ernst genommen, was ja auch gut ist. Schließlich handelt es sich um ein Objekt, dass man nicht alle Tage baut.“ Als es dann um die Auftragsvergabe ging, habe es eine klare Mehrheit für die Halle gegeben, so der Verwaltungschef. Von den 30 Stimmberechtigten hätten nur acht gegen das Vorhaben votiert. Woher die Gegenstimmen kamen, sagte der Bürgermeister nicht.

Baubeginn im Mai

Die Planungen für das Projekt reichen mehr als zehn Jahre zurück. Bereits 2010 hatte Arno Meyer mit seinem Büro den Architektenwettbewerb für den Bau der Leistungssporthalle gewonnen. Die große Zeitspanne erwies sich in puncto Kosten schließlich als Hauptknackpunkt. Nicht nur gesetzliche Bestimmungen und Förderkriterien veränderten sich, auch die Baupreise schnellten in die Höhe.

Im Frühjahr 2016 beschloss der Rat einstimmig einen Kostendeckel von 8,7 Millionen Euro für das Projekt. Doch der war nicht zu halten, wie sich herausstellte. Zusammen mit dem Projektsteuerungsbüro setzte Meyer zwar den Rotstift an, allerdings prognostizierte er am Ende Kosten von 9,27 Millionen Euro, die die Grundlage für die erste Ausschreibung bildeten. „Dabei erlebten wir dann eine böse Überraschung aufgrund der Auslastung der Unternehmen“, sagte Borgmann am Freitag. Vor allem die Kosten für den Tiefbau seien aus dem Ruder gelaufen.

Um eine Kostensicherheit zu bekommen, seien nun 80 Prozent aller Leistungen parallel ausgeschrieben worden, erläuterte Meyer. „Die jetzt vorliegenden Angebote bieten eine realistische Grundlage, auf die sich die Politik verlassen kann“, betonte der Architekt. Und Borgmann fügte hinzu: „Aus diesem Grund brauchen wir auch keinen erneuten Kostendeckel.“

Wenn wir eine normale Dreifachsporthalle bauen würden, lägen wir bei den derzeitigen Preisen auch bei rund sieben bis 7,5 Millionen Euro.

Matthias Kortendieck

Wie Matthias Kortendieck am Freitag deutlich machte, sei auch die Möglichkeit eines Planungsstopps für das Projekt Leistungssporthalle durchgerechnet worden. „Wenn wir eine normale Dreifachsporthalle bauen würden, lägen wir bei den derzeitigen Preisen auch bei rund sieben bis 7,5 Millionen Euro, also unserem Eigenanteil für die Leistungssporthalle“, so der Beigeordnete.

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„Was wir nun an Mehrkosten für die Leistungssporthalle haben, gleicht die Förderung des Landes wieder aus“, ergänzte der Bürgermeister. Zudem wies er darauf hin, dass durch den Neubau Belegungszeiten für den Breitensport in anderen Hallen in Lüdinghausen frei würden. Bis 14 Uhr stehe die Leistungssporthalle zudem für den Schulsport zur Verfügung, sagte Kortendieck.

Fertigstellung Ende 2019/Anfang 2020

Er berichtete auch, dass der Kanalbau als Auftakt der Bauarbeiten Anfang Mai starten soll. Im Juli beginnen dann die Erdarbeiten. „Wir gehen auch nach wie vor davon aus, dass die Grundsteinlegung wie geplant noch vor den Sommerferien stattfindet“, sagte Borgmann. Der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Mitte Oktober vorgesehen. Ende 2019, spätestens Anfang 2020 sollen dann die ersten Aufschläge über das Netz der Leistungssporthalle gehen.

„Man sieht, dass sich ein solches Projekt stemmen lässt, wenn alle an einem Strang ziehen“, betonte der Bürgermeister. Dabei sei es keineswegs selbstverständlich, dass das Land bei der Förderung noch einmal nachgelegt habe. „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Geld gut investiert ist. Denn bei Länderspielen, Turnieren und anderen Sportveranstaltungen wird über die Besucher und Teilnehmer eine Menge an Kaufkraft nach Lüdinghausen fließen“, machte Borgmann deutlich.

Es war eine lange, aber sehr sachliche Diskussion mit vielen kritischen Fragen.

Richard Borgmann

Die Angebote bieten eine realistische Grundlage, auf die sich die Politik verlassen kann.

Arno Meyer
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Zusätzlicher Chef fürs Klarastift
 
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