Landwirte und Naturschützer säen Hafer auf Brachfläche
Eine Aktion mit Modell-Charakter

Lüdinghausen -

Eine Aktion mit „Modell-Charakter“ könnte die Sä-Aktion von Landwirten aus Lüdinghausen sowie Vertretern der Naturschutzverbände NABU und BUND werden. Auf einer 20 000 Quadratmeter großen Brachfläche in Tetekum wurde jetzt Hafer gesät – als Rückzugsort für die Tierwelt.

Donnerstag, 26.04.2018, 09:04 Uhr

Sie waren bei der Sä-Aktion neben dem ehemaligen Hof Hanrott in Tetekum vor Ort (v.l.): die Landwirte Berthold Kasberg, Jochen Farwick, Berthold Schulze Althoff, Christian Kalmon mit Sohn Johannes und Bernhard Kalmon sowie die NABU-Vertreter Heinz Schlüter und Erich Hirsch.
Sie waren bei der Sä-Aktion neben dem ehemaligen Hof Hanrott in Tetekum vor Ort (v.l.): die Landwirte Berthold Kasberg, Jochen Farwick, Berthold Schulze Althoff, Christian Kalmon mit Sohn Johannes und Bernhard Kalmon sowie die NABU-Vertreter Heinz Schlüter und Erich Hirsch. Foto: Peter Werth

Sie sind sich nicht immer grün und schon gar nicht immer einer Meinung: Landwirte und Naturschützer. Doch diesmal ist alles anders. Lüdinghauser Landwirte und Vertreter der Umweltverbände NABU und BUND haben gemeinsam eine Aktion gestartet. Auf einer 20 000 Quadratmeter großen Fläche in Tetekum wurde jetzt Hafer eingesät. Die städtische Fläche gehört zum Areal des ehemaligen Hofes Hanrott und liegt zurzeit brach, bis sich dorthin das Gewerbegebiet Tetekum erweitert.

Die Idee für die gemeinsame Aktion hatte Berthold Kasberg . Und er habe damit beim Bürgermeister offene Türen eingerannt, erzählte er bei einem Ortstermin. Das Saatgut spendiere die Stadt. Der Hafer werde nur halb so stark ausgesät wie üblich, erläuterte Landwirt Christian Kalmon. Zudem werde – natürlich – auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger verzichtet. Und: Der Hafer werde nicht geerntet. Vielmehr solle die Fläche als Rückzugsraum und Nahrungsquelle für allerlei Tiere werden.

Und das ist in den Augen von NABU-Vertreter Erich Hirsch ein äußerst positiver Effekt. Mit Kalmon und Kasberg ist er sich einig, dass die Aktion, den Naturschutz fördert und „einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leistet“. Dabei verweist Kalmon auch darauf, dass deutlich mehr Geld in die Verbesserung der Biodiversität gesteckt werden könnte. Häufig würden als Ausgleich für Bauvorhaben Ackerflächen zu Waldflächen umgewandelt. „Dieses Geld könnte auch für Blühflächen oder extensives Grünland verwendet werden“, findet der Landwirt und erntet dabei zustimmendes Nicken bei Erich Hirsch. „Nicht übereinander reden, sondern miteinander Lösungen suchen“, wünschen sich die Akteure aus Landwirtschaft und Naturschutz für die Zukunft.

Aus Sicht von Kasberg könnte die Aktion auch für andere Kommunen ein Anreiz sein, kommunale Brachflächen zu begrünen: „Das Lüdinghauser Modell sollte Schule machen.“

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