Bolivianische Kinder lernen im „Cultural Los Masis“
Arbeit im Zeichen der Harmonie

Lüdinghausen -

Nach der Hausaufgabenbetreuung beginnt der Musikunterricht – im 1981 gegründeten Kulturzentrum „Cultural Los Masis“ in bolivianischen Sucre wird benachteiligten Kindern und Jugendlichen geholfen.

Donnerstag, 17.05.2018, 21:05 Uhr

Die Kinder im Kulturzentrum „Cultural Los Masis“ sollen – neben der Musik – vor allem Respekt und Solidarität lernen.
Die Kinder im Kulturzentrum „Cultural Los Masis“ sollen – neben der Musik – vor allem Respekt und Solidarität lernen. Foto: Bolivien-Brücke

„Wir haben uns hier wie zu Hause gefühlt. Gracias!“, bedankte sich „Los Masis“-Gründer Roberto „Tata“ Sahonero im Rahmen des abschließenden Konzerts bei den Lehrern und Schülern des St.-Antonius-Gymnasiums. Drei Tage waren die Musiker bei Schülern und Lehrern untergebracht gewesen. Am Dienstag hatten sie gemeinsam mit Schülern im Rahmen von Workshops Rhythmen, Liedtexte und Tanzschritte erarbeitet.

Zentral für „Los Masis“ und die Arbeit im Kulturzentrum in Sucre sei „der Begriff muyu, was auf Quechua soviel wie Kreis oder Einheit bedeutet“, erläutert Fabio Zindaco. Der Musiker hat letztes Jahr selbst am Zen­trum unterrichtet und ist auf der mittlerweile 25. Deutschlandtour mit der Gruppe unterwegs, die in den 1980er Jahren schon einmal in Lüdinghausen zu Gast war. „Es gibt keine Grenze zwischen Künstler und Publikum, sondern man erlebt gemeinsam eine gute Zeit.“ Tanz, Gesang und Rhythmus sollen eine Harmonie erzeugen.

Es gibt keine Grenze zwischen Künstler und Publikum, sondern man erlebt gemeinsam eine gute Zeit.

Fabio Zindaco

Das erklärt auch die wichtige Rolle der Musik im 1981 gegründeten Kulturzentrum „Cultural Los Masis“ für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Sucre. Die Kinder kommen meist abends ins Zentrum, zuvor waren sie in der Schule und haben teilweise zu Hause bei der Arbeit mitgeholfen. Nach einer Hausaufgabenbetreuung nehmen die Kinder dort am Gruppen-Musikunterricht, bei entsprechendem Fortschritt später am Einzelunterricht teil. Die Mitglieder von „Los Masis“ sind dort als Lehrer tätig. Der Unterricht basiert auf einem System aus Zahlen und Zeichen, nicht auf Noten. Zu Auftritten reisen die Schüler durch Bolivien, 2001 war sogar eine Kindergruppe mit in Europa dabei.

Die etwa 90 Kinder sollen gemäß dem „muyu“ vor allem Verständnis, Respekt und Solidarität lernen. Alltagskonflikte sollen harmonisch gelöst werden. „Bei den Hausaufgaben und der Musik lernt man Disziplin“, verdeutlicht Zindaco. So werden traditionell-indigene Werte vermittelt und die Kultur bewahrt. Bandleader Roberto „Roby“ Sahonero bezeichnet das Zentrum deshalb als „Multiplikator kultureller Identität“.

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