Stellenabbau bei Maggi
Auch komplette Schließung des Werks stand zur Debatte

Lüdinghausen -

Der große Teil der Beschäftigten des Lüdinghauser Maggi-Werks scheint noch einmal davon gekommen zu sein. Auch eine komplette Schließung des Werks habe zur Debatte gestanden. Das bestätigte am Donnerstag Alexander Antonoff, Pressesprecher der Nestlé Deutschland, auf WN-Nachfrage.

Freitag, 15.06.2018, 06:00 Uhr

Noch einmal davon gekommen: Rund 100 Stellen sollen im Lüdinghauser Maggi-Werk abgebaut werden. Nach Angaben der Nestlé Deutschland stand auch eine komplette Schließung zur Debatte.
Noch einmal davon gekommen: Rund 100 Stellen sollen im Lüdinghauser Maggi-Werk abgebaut werden. Nach Angaben der Nestlé Deutschland stand auch eine komplette Schließung zur Debatte. Foto: wer

Fast 100 der 370 Arbeitsplätze des Lüdinghauser Maggi-Werks sollen bis Mitte 2019 wegfallen. Das erfuhr die Belegschaft am Mittwoch im Rahmen einer Betriebsversammlung durch Alexander Knoch, Vorstand Technik der Nestlé Deutschland AG aus Frankfurt (WN berichteten). Dass es hätte noch schlimmer kommen können, bestätigte am Donnerstag auf WN-Anfrage der Pressesprecher der Nestlé Deutschland, Alexander Antonoff. „Auch eine komplette Schließung des Werks stand zur Debatte“, erklärte er.

In Abstimmung mit der Zentrale des Nestlé-Konzerns in der Schweiz habe man sich schließlich für den Erhalt des Betriebs in Lüdinghausen entschieden. Das sei ausdrücklicher Wille, betonte der Nestlé-Pressesprecher. Die vom Stellenabbau betroffenen Bereiche Mischerei und Vorstufenproduktion sollen an den Maggi-Standort Singen oder andere Standorte in Europa verlagert werden.

Wir wollen dem Standort eine Perspektive geben, die wirtschaftlich darstellbar ist.

Alexander Antonoff

„Wir wollen dem Standort eine Perspektive geben, die wirtschaftlich darstellbar ist“, erklärte Antonoff. Das Lüdinghauser Werk müsse natürlich seine Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Nestlé-Standorten in ganz Europa unter Beweis stellen. Zudem stehe man in einem Preiskampf mit dem Lebensmittelhandel. Da müsse man sich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten.

In allernächster Zeit würden Gespräche mit dem Maggi-Betriebsrat über einen möglichen Sozialplan geführt. Möglich seien für die betroffenen Mitarbeiter auch „neue Perspektiven an anderen Standorten". Das müsse ausgelotet werden. All das werde vor Ort besprochen, kündigte Antonoff weiter an. Wie schon in der Betriebsversammlung angekündigt, komme die Belegschaft allerdings um weitere Einschnitte finanzieller Natur nicht herum. So hatte Technik-Vorstand Knoch schon am Mittwoch angekündigt, dass „weitere Anpassungen bei den Kosten erforderlich“ seien.

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