Auftritt der „Bullemänner“ beim Schützenfest Ondrup-Leversum
Fußballdebakel einfach weggelacht

Seppenrade -

Die Bullemänner begeisterten das Publikum im Festzelt des Schützenvereins der zweiten Kompanie Ondrup-Leversum. Erst nahmen die Kabarettisten die Politik auf Korn, dann ihre westfälische Heimat. Wer zuvor noch über das verlorene Fußballspiel bei der WM geweint hatte, vergoss nun Tränen vor Lachen.

Freitag, 29.06.2018, 09:00 Uhr

Die „Bullemänner“ sorgten direkt nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Festzelt des Schützenvereins der zweiten Kompanie Ondrup-Leversum wieder für fröhliche Stimmung.
Die „Bullemänner“ sorgten direkt nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Festzelt des Schützenvereins der zweiten Kompanie Ondrup-Leversum wieder für fröhliche Stimmung. Foto: Michael Beer

„Danke Korea, jetzt können wir in Ruhe am Montag unser Schützenfest feiern“, so eröffnete Augustin Upmann den Auftritt der „Bullemänner“ im voll besetzten Festzelt des Schützenvereins der zweiten Kompanie Ondrup-Leversum am Mittwoch. Upmann sprach den begeisterten Besuchern damit aus der Seele, nur zwei Stunden nach dem blutleeren Gekicke der Fußballer bei der WM in Russland.

„Jetzt werden noch mehr Besucher aus Korea nach Seppenrade kommen, um den größten Ammoniten der Welt zu bestaunen“, begann der Angriff auf die Lachmuskeln, die arg strapaziert wurden. Dann nahmen die westfälischen Kabarettisten zunächst die Politik kurz, aber heftig aufs Korn: „Unserem Land geht es schlecht. Die christlichen Schwestern zoffen sich, Söder ist ein Deibel. In Seppenrade gibt es keine Kreuze, sondern Ammoniten vor den Amtsstuben. Alle elf Minuten verliebt sich ein Liberaler in sich selbst. Altmeier wird als Poster dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt beigelegt. Und Gaulands Schaukel hatten dessen Eltern wohl zu nah an die Hauswand gestellt“, zogen Upmann und Heinz Weißenberg vom Leder.

„Dönerbude mit Flair“

Dann ging es aber zurück in ihre westfälische Heimat. Die schlichten Boutiquen in Lüdinghausen sind den beiden ebenso aufgefallen wie die „Dönerbude mit Flair“ in Seppenrade. Das kam an und sorgte für Beifallsstürme. Das schnoddrige Mundwerk, die Mimik, oder die Kostümierung der drei Protagonisten passten ins Bild der Westfalen, „die mehr Leben in den Möbeln als in den Menschen haben“.

„Feldkamp, machst du deine vegane Würstchen auch aus Sägemehl?“ – an den Vorsitzenden des Schützenvereins gerichtet. Aus „Wind of Change“ machte Hähnchen Hubert seine „Wings of Chance“ begleitet von der Tastenfachkraft Svetlana Svoroba am Piano. Was der Einsatz eines Feuerwehrmannes im Ernstings-Family-Theater in Coesfeld mit Shakespeare zu tun hat, dafür hielt Heinz Weißenberg Beispiele aus Hamlet oder Macbeth in seiner trockenen Art bereit.

Pikantes

Beim Speed-Dating („Ich bin den ganzen Tag am ackern, ich bin Akademiker“), als Pannas aus dem Getränkemarkt, von pikanten Einsätzen bei der Feuerwehr („Quält der Sex dich auch so sehr, rufe nie die Feuerwehr“) – die Bullemänner ließen keine Themen aus.

Zwischendurch erinnerte Svetlana Svoroba in einem Lied an ihre Ausreise aus der Ukraine vor 20 Jahren. Aber schnell kehrten die „Bullemänner“ in die westfälische Heimat zurück. So zum Besuch auf dem Hof von Onkel Josef, mit der Kuh Olga und dem Plumpsklo. „Die Klofliege Felizitas ist so schön bunt wie das Diadem einer Schützenkönigin.“ Oder als Karl Faktor auf dem Campingplatz, wo Flüchtlinge aus 14 Nationen, „drei mehr als bei Jogi Löw“, untergebracht sind.

Situationskomik

Viel Beifall gab es auch für ungewollte Situationskomik: Als Svoroba ein Lied anstimmen wollte, heulte vor dem Festzelt die Alarmanlage eines Autos los. Im Westfalenland gehören die Schützenfeste nun einmal zur Tradition. Um dem Flüchtling Alkadiri, der es in Suchtrup zum Schützenkönig brachte, das zu erklären, gab es eine ganz einfache Lösung: „Ein Schützenfest ist wie ein Oktoberfest, nur mit kleineren Gläsern.“

Mit dem Besuch des Papstes in Oelde endete der Abend, bevor das Trio nach einer Zugabe die Bühne verließ, um am Ausgang jedem Besucher noch ein kleines Betthupferl zu schenken. Da war das Debakel der deutschen Nationalmannschaft schon lange

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  • Beim Schützenfest der zweiten Kompanie Ondrup-Leversum sorgten die „Bullemänner“ für ausgelassene Stimmung – und das direkt nach dem Fußball-WM-Debakel.. Foto: Michael Beer
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  • Beim Schützenfest der zweiten Kompanie Ondrup-Leversum sorgten die „Bullemänner“ für ausgelassene Stimmung – und das direkt nach dem Fußball-WM-Debakel.. Foto: Michael Beer

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