Grundschüler üben sich als Clowns, Akrobaten, Zauberer und Fakire
Manege frei im Zirkus Ludgerino

Lüdinghausen -

Clowns, Akrobaten und Zauberer tummeln sich in dieser Woche in der Ludgerischule. Am Freitag (6. Juli) und Samstag (7. Juli) öffnet sich der Vorhang im Zirkus Ludgerino dann für die Öffentlichkeit und die Mädchen und Jungen zeigen die Nummern, die sie in diesen Tagen einstudiert haben.

Donnerstag, 05.07.2018, 09:00 Uhr

Probe statt Unterricht: Die ganze Woche üben die Kinder der Ludgerischule für die vier öffentlichen Zirkus-Vorstellungen am Freitag und Samstag.
Probe statt Unterricht: Die ganze Woche üben die Kinder der Ludgerischule für die vier öffentlichen Zirkus-Vorstellungen am Freitag und Samstag. Foto: Heidrun Riese

Alle vier Jahre verwandelt sich die Ludgerischule in den Zirkus Ludgerino. Eine ganze Woche lang bleiben die Bücher zugeklappt. Auf dem Stundenplan stehen dann Zauberei, Seiltanz, Feuerspucken und was sonst noch zu einer gelungenen Vorstellung unter dem runden Zeltdach gehört. Eine solche bereiten die Erst- bis Viertklässler derzeit wieder vor, um sie dann am Freitag (6. Juli) und Samstag (7. Juli) der Öffentlichkeit zu präsentieren (siehe Infokasten).

Durchgeführt wird die Projektwoche von der Freien pädagogischen Initiative Unna unter der Leitung von Edgar Hedergott – mit tatkräftiger Unterstützung von 18 Lehrern und rund 30 Eltern. „Einige haben sich sogar extra Urlaub genommen“, staunt Markus Sanning von der Ludgerischule, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Dabei, die 270 Kinder auf ihren großen Auftritt vorzubereiten, helfen außerdem etwa 40 Schüler des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs, die eine pädagogische Ausbildung absolvieren. „Für uns ist das eine große Erleichterung“, erklärt der stellvertretende Schulleiter. „Und für sie ist es eine gute Gelegenheit, praktische Erfahrungen zu sammeln.“

Was die Erwachsenen gerade mit den Kindern einstudieren, mussten sie eingangs der Projektwoche erstmal selbst lernen. Die begann für sie daher bereits am Samstag mit einem Workshop. „Da wurde uns das Programm beigebracht, das wir jetzt den Schülern vermitteln“, erklärt Sanning. Die durften sich – frei nach eigenem Interesse – für einen Bereich entscheiden, um dann ab Montag in einer bunt gemischten Gruppe eine Nummer einzustudieren.

Wer ein sportliches Talent ist, hat sich vermutlich als Akrobat beworben und übt unter anderem eine Trapez-Nummer. Mutige wagen sich als Fakire ans Feuerschlucken oder laufen über Scherben. Konzentration ist auch beim Seiltanz gefragt. „Es sind immer Erwachsene dabei, um die Kinder zu unterstützen oder gegebenenfalls zu sichern“, betont Sanning, „auch bei der Vorstellung.“ Dann aber in schwarzer Kleidung, um möglichst wenig aufzufallen. „Die Kinder sollen im Mittelpunkt stehen, aber auch nicht alleine gelassen werden“, erklärt der Lehrer.

Dann gibt es noch eine Schwarzlicht-Nummer, bei der die Schüler durch die abgedunkelte Manege tanzen, um mit diversen Hilfsmitteln wie Reifen oder Gymnastikbändern leuchtende Bilder zu malen. Außerdem proben kleine Magier ihre Tricks, zaubern zum Beispiel ein Gummihuhn hervor. Aber das Publikum soll nicht nur staunen, sondern natürlich auch lachen. Dafür sind die Clowns zuständig, bei denen ein Sketch auf keinen Fall fehlen darf, nämlich der mit dem „Rollmops und Hering“-Lied. „Das singen die Kinder noch Wochen, teilweise sogar Jahre später“, erinnert sich Sanning an vergangene Zirkusprojekte.

Einmal in der Manege stehen, vor Publikum auftreten – das soll für alle Kinder möglich sein, die die Ludgerischule besuchen. Deshalb findet das Projekt alle vier Jahre statt. „Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl“, hat der Konrektor festgestellt. Unter den Schülern, aber auch zwischen Lehrern und Eltern entsteht eine engere Bindung. Vor allem aber soll es das Selbstbewusstsein der Kinder stärken. „Sie sollen etwas ausprobieren, sie sollen sich etwas trauen“, fasst Sanning zusammen. Und das muss natürlich auch belohnt werden – mit ganz viel Applaus!

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