Q1-Schüler sammeln Gedanken zu den Ideen des Gesellschaftstheoretikers
Soll Karl Marx gefeiert werden?

Lüdinghausen -

Zum 200. Geburtstag von Karl Marx veranstaltete die Fachschaft Geschichte des Gymnasiums Canisianum für die Schüler der Jahrgangsstufe Q1 einen Projekttag. Es ging um das Leben und Wirken des Gesellschaftstheoretikers, über das sich die Jugendlichen ihre eigene Meinung bilden sollten.

Samstag, 07.07.2018, 15:00 Uhr

Gedanken auf einer Stellwand sammeln – damit begann der Projekttag der Q1-Schüler des Gymnasiums Canisianum zum 200. Geburtstag von Karl Marx. Ob der ein Grund zum Feiern ist, sollte jeder der Jugendlichen für sich selbst herausfinden.
Gedanken auf einer Stellwand sammeln – damit begann der Projekttag der Q1-Schüler des Gymnasiums Canisianum zum 200. Geburtstag von Karl Marx. Ob der ein Grund zum Feiern ist, sollte jeder der Jugendlichen für sich selbst herausfinden. Foto: Heidrun Riese

200 Jahre Karl Marx – ein Grund zum Feiern? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Freitagvormittag die Schüler der Jahrgangsstufe Q1 des Gymnasiums Canisianum im Rahmen eines von der Fachschaft Geschichte vorbereiteten Projekttages unter der Leitung von Barbara Imholz , Carsten Sur und Christina Nünning. Dabei ging es nicht nur um die Ideen des Gesellschaftstheoretikers und Protagonisten der Arbeiterbewegung, sondern auch um den Menschen – ohne ein vorgefertigtes Bild aufzutischen. Vielmehr sollten die Elfklässler dazu angeregt werden, sich selbst eine Meinung über Karl Marx und sein Wirken zu bilden.

Gedanken sammeln

Einige der rund 100 Schüler hatten sich bereits im Unterricht mit dem deutschen Philosophen beschäftigt, einige gingen völlig unvoreingenommen an das Thema heran. Zu Beginn wurden erst einmal Gedanken gesammelt. „Karl Marx ist . . .“ war zum Beispiel auf eine Stellwand geschrieben und sollte von den Jugendlichen ergänzt werden. Religionskritiker oder Ideologist lauteten einige der genannten Stichpunkte. Direkt im Anschluss mussten sich die Gymnasiasten zum ersten Mal entscheiden: Ist der Geburtstag von Karl Marx nun ein Grund zum Feiern oder nicht? Um die Frage zu beantworten, sollten sie sich auf die eine oder die andere Seite stellen. Offenbar hatte (noch) keiner der Schüler eine klare Meinung, alle nahmen einen Platz in der Mitte ein. In der kurzen Umfrage, die Sur vornahm, zeigte sich, dass die jungen Lüdinghauser sowohl gute als auch schlechte Seiten sahen.

Danach wurde die Aula zum Kino. „Der junge Karl Marx“ stand auf dem Programm. „Der Film zeigt ihn als Menschen – seine Verfolgungsgeschichte, wie er nach England gekommen ist, auch seine Ehe mit Jenny von Westphalen wird thematisiert“, fasste Imholz die Handlung zusammen, die mit der Veröffentlichung des kommunistischen Manifests endet.

Geschichte und Relevanz

Die Jugendlichen warfen aber nicht nur einen Blick auf die Geschichte, sondern stellten auch einen Bezug zur Gegenwart her. „Karl Marx‘ Werk ‚Das Kapital‘ hat auch im 21. Jahrhundert noch Relevanz“, betonte Imholz. „Es geht darum zu verstehen, mit welchen Bewegungsgesetzen der Kapitalismus zu untersuchen ist. Wo entsteht gesellschaftlicher Reichtum? Durch die Lohnarbeit der Menschen. Welche Schlussfolgerung ziehen wir daraus für die Zukunft? Gibt uns das Hinweise? Hilft uns das weiter?“

In Gruppen tauschten sich die Gymnasiasten zu verschiedenen Fragestellungen aus, ehe es galt, erneut Stellung zu Karl Marx zu beziehen. Wie weit die Meinungen auseinander gehen, machte Imholz deutlich: „Für die einen ist er nach wie vor ein Schreckgespenst, für die anderen ein wichtiger Denker des 19. Jahrhunderts, der heute noch Bedeutung hat.“

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